Wer verändern will, muss Verantwortung übernehmen – Andreas Igel, Bürgermeister von Ludwigsfelde
Shownotes
Wenn Andreas Igel am Grill steht, ist er nicht Bürgermeister, sondern „Burgermeister“. Kochen und das Arbeiten mit Holz gehören zu seinen großen Leidenschaften. Für ihn zählt dabei vor allem eines: Am Ende soll etwas entstehen, das einen Nutzen hat. Ein Gedanke, der sich auch durch seine Arbeit als Bürgermeister zieht.
In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt Andreas Igel, wie ihn die politische Wende geprägt hat. Schon mit 19 Jahren wurde er in den Stadtrat gewählt. Beruflich führte ihn sein Weg über verschiedene Stationen in der IT, durch Behörden und die Privatwirtschaft. Sogar seine sichere Stellung als Beamter auf Lebenszeit gab er auf. Denn für ihn gilt: Wer etwas verändern will, muss auch bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen. Sein Start als Bürgermeister von Ludwigsfelde war außergewöhnlich. Sein Amtsvorgänger war im Amt verstorben, eine klassische Übergabe gab es nicht. Von einem Tag auf den anderen übernahm Andreas Igel eine Verwaltung, die zugleich vor einem großen personellen Umbruch stand – während Ludwigsfelde stark wuchs.
Sehr persönlich spricht Andreas Igel darüber, was das Bürgermeisteramt mit seiner Familie gemacht hat. Seine Kinder waren plötzlich nicht mehr einfach sie selbst, sondern „die Kinder des Bürgermeisters“. Heute ist er dreifacher Großvater – und hat für sein politisches Handeln einen besonderen Maßstab: Enkeltauglichkeit. Entscheidungen sollten nicht nur heute funktionieren, sondern auch kommenden Generationen ein gutes Leben ermöglichen.
Außerdem geht es um Bildung, Gemeinwohl und Zusammenhalt. Andreas Igel erklärt, warum Demokratie Kompromisse braucht, weshalb Politik Lösungen anbieten muss und wie Bürgerbeteiligung und transparente Kommunikation Menschen zusammenbringen können. Sein Wunsch für Ludwigsfelde ist dabei ganz einfach: dass die Menschen auch in Zukunft sagen können: Wir leben gerne hier. Wir sind hier zu Hause.
Mehr Informationen zur Stadt Ludwigsfelde gibt es hier: https://www.ludwigsfelde.de/ https://www.instagram.com/stadt.ludwigsfelde/ https://www.instagram.com/buergermeisterandreas/ https://www.facebook.com/stadt.ludwigsfelde
„Mensch, Bürgermeister!“ ist der Podcast, der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Menschen zeigt. Abseits von Terminen, Sitzungen und Schlagzeilen erzählen sie, was sie bewegt, antreibt und manchmal auch zweifeln lässt. Es geht um Verantwortung, Heimat, Familie, Entscheidungen – und um die Frage, wie Politik vor Ort menschlich bleiben kann.
📣 Aufruf – Mitmachen erwünscht Sie sind ebenfalls Bürgermeisterin oder Bürgermeister und möchten zeigen, wer Sie jenseits des Amtes sind? Dann melden Sie sich bei uns und werden Teil von „Mensch, Bürgermeister!“. Wir freuen uns auf ehrliche Gespräche, persönliche Einblicke und Ihre Geschichte. Kontakt: hallo@podcast-factory.de bzw. https://mensch-buergermeister.de
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Transkript anzeigen
00:00:01: Mensch Bürgermeister.
00:00:05: Mensch Bürgemeister.
00:00:07: Heute mit Andreas Igel, Bürgemeister von Ludwigs Felder.
00:00:12: Wenn er am Grill steht dann ist er nicht der Bürgereister Dann ist er der Bürgemeister.
00:00:17: und wer bei ihm zu Besuch ist Er sollte lieber nicht davon ausgehen dass nur ein paar Würstchen auf dem Rost
00:00:22: liegen.
00:00:23: Kochen und Grillen gehört zu seinen großen Leidenschaften Genau so übrigens wie das Arbeiten mit Holzen.
00:00:28: Wie er als Bundesbeamter auf Lebenszeit Bürgermeister wurde und warum Verantwortung und Zusammenhalt sein Leben bis heute prägen, das erzählt er uns heute.
00:00:37: Ich bin Olaf Brinkmann und begrüße Andreas Igel bei Mensch-Bürgermeisters.
00:00:41: Hallo Herr Igel, schön dass Sie da sind!
00:00:42: Ja
00:00:43: hallo Herr Brinkman.
00:00:43: ich freue mich, dass sich heute von Ihnen eingeladen wurde, freue mich auch das Gespräch
00:00:46: Herr Igel, was kommt denn jetzt auf den Tisch?
00:00:48: Wenn ich heute Abend für ihrer Tür stehe und sie waren gerade am Grä.
00:00:52: Ja
00:00:52: wenn ich es genau nach der Alm-Moderation dann gibt's natürlich klassischerweise die Bürger, die der Bürgermeister dann macht weil sie einfach schnell zu machen sind, weil Sie einfach zum Machen sind Und weil man mir auch sah von Dritten sie würden ganz gut schmecken.
00:01:04: Und woher kommt diese Leidenschaft fürs Kochen?
00:01:06: Also ich bin das dritte und jüngste Kind meiner Eltern und wieder so ist drei Jungs mit dabei und wer musste der Küche helfen?
00:01:13: Das war der Jüngste der gefragt Und irgendwie habe ich das nie als eine Straferempund, sondern es hat mir eher Freude gemacht.
00:01:19: Ich hab dabei auf des Kochen als solches gelernt wie man eben auch Dinge macht handwerklich dann auch und überhaupt immer so heute Freude.
00:01:26: und wenn am Ende viele zufriedene Gesichter am Tisch sind und sagen hast du gut gemacht, hatten's geschmeckt?
00:01:29: Dann ist das für mich auch ein Punkt der Zufriedenheit.
00:01:32: Gibt
00:01:32: es denn diese zufriedenen Gesichter?
00:01:33: was sagen Ihre Frauen ihre Kinder zu ihren Kochkünsten?
00:01:36: Als erstens freue sich meine Frau wenn ich koche dass sie sagt ich muss was sie nicht mal machen.
00:01:39: Das klingt ja nicht immer!
00:01:40: Ich bin ja oft auch an Wochenenden gar nicht verfügbar Und meine Kinder sind also auch groß.
00:01:45: Aber wenn sie eben kommen, wenn Sie wissen, dass ich koche und dass sie mit dabei sind und sagen, Mensch wie vorhin ist es so auf dem Unhauch schon ein deugiger Fahrer, was machst du denn?
00:01:52: Dann zeigt das da Interesse ist dann, dass die sich auch darauf freuen.
00:01:54: und wenn sie am Ende dann freiwillig sogar für mich die Küche aufräumen, muss es wohl gut gewesen sein!
00:02:00: Ich habe es eingangs gesagt.
00:02:02: Sie arbeiten noch gerne mit Holz, was machen sie da?
00:02:04: Also Holz arbeiten ist so... ich bin das nicht der Holzkünstler in Sinne des Schnitzes sondern ich bearbeite Holz im Sinne von zielführenden Dingen.
00:02:11: Ich baue dann gerne mal einen Regal.
00:02:13: Das kaufe ich nicht.
00:02:15: Das baut man selbst.
00:02:16: Bauen Vordach ans Haus oder ein Hausabgang über die Treppe.
00:02:20: Mein größtes Projekt war der Carport.
00:02:22: Das war aber jetzt nicht unbedingt ein Carport nur für zwei Autos mit einem flachen Dach drauf.
00:02:25: Nee, das ist ein Weibendach drauf hinten drin halbrunde Tasse hinten dran Das sind Hundertelf-Hölzer, also Balken die ich da besegt habe mit Hand und gestitten habe.
00:02:33: Alle auf Gehrung.
00:02:34: Und wenn das dann steht und lange steht und auch wirklich einen Sinn stiftet... Also wer hat denn das gebaut?
00:02:39: Ich sage ja weiß selbst!
00:02:40: Da bin ich ganz zufrieden damit.
00:02:41: Wahnsinn!
00:02:43: Wenn Sie jetzt kochen oder an so einem riesigen Holzprojekt arbeiten wie weit ist der Bürgermeister weg?
00:02:49: Dichter als man denkt?
00:02:50: weil das hat für mich dieses Arbeit mit dem Holz.
00:02:52: Dieses Handwerkern hat etwas Mediatatives.
00:02:55: Kochen ist auch ein Handwerk Abgelenkt über die Sache und hat dann auch Zeit, über das ein oder andere auch mal tiefer nachzudenken was zu reflektieren.
00:03:03: Und ich kann Ihnen sagen es ist für mich wirklich auch Kopfarbeit, die ich da mache neben dem, was ich handwerklich tue mein Tickies Geschäfts zu reflektion meinen Handeln zu reflexieren.
00:03:12: also Ich bin denn auch durchaus vielleicht nicht hörbar.
00:03:15: der Bürgermeister meine Frau sagt wieder immer so zu mir wo bist du gerade wieder in Gedanken?
00:03:20: Und Ihre Mutter hat singemäß mal zu Ihnen gesagt, haben Sie uns erzählt wenn du mit vielem unzufrieden bist dann könntest Du doch selbst aktiv werden.
00:03:28: War das der Anfang Ihrer politischen Laufbahn?
00:03:30: Ja absolut!
00:03:32: Also ich bin ja ein Kind der politische Wende fühle mich so auch als politisches Kind.
00:03:36: Ich habe damals in den achte Jahren als Jugendlicher schon war ich mit vielen Dingen eine DDR auch nicht zufrieden hab das auch artikuliert und das war dann sowieso jetzt als tierischer Auftrag meiner Eltern sein, denn wenn du unzufrieren bist jetzt sind Zeiten wo man was Neues machen kann Wie wär's denn, dass du dich auch engagierst?
00:03:51: Und so bin ich eigentlich über diesen Impuls dazugekommen und hab seitdem nicht gelassen.
00:03:55: Wir haben Sie dann die Zeit der Wende erlebt?
00:03:57: Ja also genau so wie sie eben auch möglichst in den Medien heute noch sagen.
00:04:01: Damals beginnt mit dem neuen Forum, mit Treffen in den Kirchen, wo sich etwas artikulierte.
00:04:08: Ich krieg heute immer noch eine Gänsehaut wenn ich an diese Zeit denke, die mich auch emotional nach wie vor immer noch stark berührt.
00:04:14: Das heißt ich habe erlebt Wirklichen Bedürfnisse zu formulieren, wirklich dass das sie bedrückt und nicht diesen gleichgeschalteten Formulismen folgend.
00:04:25: Und diese allgemeinen Attitüden die dann eben auch kooperiert wurden den Folgen zum Beispiel sondern sagen ne eigentlich ist es doch ganz anders.
00:04:31: und da habe ich mich jetzt aufgenommen gefühlt und das hab ich motiviert damit zu machen und hat mir viel gut gemacht und das im Korrespondent mit dem Puls meiner Mutter.
00:04:40: meine Eltern war dann wohl so für mich der Weg in die Ehrenamtliche Politik eigentlich erst mal vorgezeichnet.
00:04:45: Genau, mit gerade mal neunzehnt sind Sie in den Stadtrat gewählt worden?
00:04:49: Wie kam es dazu?
00:04:50: Ja das war da die Konsequenz.
00:04:51: also ich habe damals gesagt okay ich mache Kommunalpolitik.
00:04:53: Ich hab mich dann hier in diversen Treffen und bis Felde eingebaut.
00:04:57: als junger Mensch War da ein bisschen so im Alter solitär Hab mich aber auch dafür entschuldigt dass ich als junges Menschen eine Meinung habe.
00:05:03: wirklich kann mich daran erinnern.
00:05:04: ja ich weiß ich bin doch sehr jung unter die Sorge Nee Nee Nee Sag doch mal was nicht bedrückt wir hören sie sehr genau zu.
00:05:09: Also man hat mich am Bund etwas zu machen Und als dann die ersten freien Kommunalwahlen war, war für mich gar nicht die Frage mehr ob ich das mache.
00:05:17: Sondern es war eigentlich auch wieder eine klare Konsequenz zu sagen okay jetzt musst du auch denn bereit sein auch so einen Ehrenamt übernehmen um das was dich bewegt auch möglicherweise in ein Handeln fließen zu lassen.
00:05:28: Das heißt das war direkt nach der Wende?
00:05:30: Ja genau!
00:05:31: Ich war damit sogar noch beim Grundwehrdienst war relativ skurril dass ich dann das irgendwie auch zeitlichen bekommen musste mit der Fahrerei da mittendrin.
00:05:37: aber Menneweg war der Wille da, das zu machen und ich habe das immer gerne getan.
00:05:43: Der Wille war da.
00:05:43: aber hatten Sie auch schon einen politischen Plan?
00:05:46: Nein!
00:05:47: Also ich hätte niemals die Idee dass sich Bürgermeister werden könnte.
00:05:51: Das hab' ich gar nicht.
00:05:52: Also diesen Plan finde ich hat man ihn nicht und wer ihn hat glaube ich hat eine falsche Erwartung von dem was auf ihn zukommt.
00:05:57: also für mich war das eigentlich diese zunehmende Verantwortung die ja an verschiedenen Stellen auch aufgenommen habe Und auch leben musste auf meinem persönlichen Umfeld heraus, aus meiner berufliche Entwicklung hier raus.
00:06:09: Aber eben auch aus dem Ehrenamt heraus.
00:06:11: und verantwortet ist für mich ein wichtiges Wort im Leben.
00:06:13: Und von daher war es dann sozusagen immer wieder die Konsequenz daraus zu tun.
00:06:18: Wer als er muss auch B sagen?
00:06:20: Weil das Ganze natürlich eine Abwägung.
00:06:22: Sie bringen einen Haufen of Freizeits damit ein aber ich habe das nie wirklich als eine Last empfunden sondern immer als eine Chance um etwas bewirken zu können und an den Entwicklungen teilhaben zu dürfen
00:06:33: Genau an diesen Entwicklungen teilhaben.
00:06:34: Wann haben Sie dann gemerkt, dass Ihnen gestalten und diese Verantwortung zu übernehmen von der sie auch gerade gesprochen haben?
00:06:39: Dass ihnen das wirklich Freude macht?
00:06:41: Ich glaube, dass Politik nur dann vom Menschen ernst genommen wird wenn sie aber bei Menschen ankommt Wenn sie für sie die Lebenswirklichkeit was verändert.
00:06:49: Wenn sie merken es wirkt für mich in meinem direkten Umfeld.
00:06:53: Das sind dann einerseits die Refektionen Die Rückmeldung sich vor Menschen bekommen und sagen das war aber gut Wobei man ehrlich gesagt sagen muss, das ist eher die Auslandung.
00:07:00: Es gibt für mich immer so eine große schweigende Zustimmung, die man eigentlich nicht großartikuliert bekommt.
00:07:05: und dann gibt es natürlich auch die Kritik, die im Raum steht von Dingen wie Falschlaufen und ich sehe ne Kritik wenn sie sachlich ist und auch respektvoll formuliert wird als ein Auftrag hinzuhören zu sagen was ist denn der Kern dessen was Ratanbotschaft mitgeteilt wird?
00:07:19: Und das muss am Ende wieder mit Verantwortung Handlungen auslösen.
00:07:23: Denn wer sich in Politik begibt und das ist auch im Ehrenamt schon so übernimmt automatisch Verantwortung.
00:07:30: Und wer solche Ämter nur anstrebt, um sozusagen für sich auch einen daran unter Umständen eine Position zu finden, ist in meinen Augen viel am Platz.
00:07:38: Es muss immer damit einhergehen auf Verantwortung nehmen zu wollen.
00:07:42: In der letzten Endes ist Politik ja immer auch ein Kompromiss und Abwägung.
00:07:45: Das heißt sie müssen auch jetzt die Mut haben zur Entscheidungen.
00:07:48: Sie müssen die Bereitschaft haben auch die Auseinandersetzung zu suchen und aber auch die breite Formen zu erklären.
00:07:53: Politik muss erklärbar sein, Politik muss nachvollziehbar sein.
00:07:56: dann wird sie auf den Menschen
00:07:57: akzeptiert.".
00:07:59: Sie haben uns im Vorgespräch auch gesagt wer Veränderungen will der muss auch Lösungen anbieten.
00:08:04: Warum ist Ihnen das bis heute so wichtig?
00:08:06: Also generell ist das ein Alllemsfragen.
00:08:08: So sehen Sie sich, ich bin dreifacher Vater, ich war beruflich früher erfolgreich und das Leben ist Veränderung weil sich die Rahmenbedingungen verändern.
00:08:16: Wir sind also einem ständigen... Heute würde man sagen so als Wunder was, als wenn Veränderungsverhältnis wäre.
00:08:21: Wir leben in einer Zeit in der multiplen Veränderungen stattfinden ja, die auch von Krisen ausgehen.
00:08:27: Teilweise sind die Krisen aber dem geschuldet dass es eben lange keine Veränderenden gab also als ich einen Veränderingsstau aufgeröffnet hat.
00:08:34: Politik muss in der Lage sein Lösungen zu entwerfen, diese Bürgern anzubieten und sie dann auch umsetzen.
00:08:40: Das sind Lösungen.
00:08:41: Ja das ist das was Menschen erwarten.
00:08:43: Sie erwarten Handlungsfähigkeit.
00:08:45: Letztendlich übernimmt man in einem öffentlichen Amt eben die Verantwortung Lösungen anzubeten und nicht einen Status quo zu verwalten oder sozusagen eine Unkindlichkeit zurechtfertigen.
00:08:56: Lösungen Das war vermutlich auch die Aufgabe in Ihrem Beruf, bevor Sie Bürgermeister wurden.
00:09:03: Sie waren Informatiker und auch Beamte auf Lebenszeit.
00:09:06: Erst mal was genau haben sie gemacht?
00:09:08: Und warum haben Sie diese Sicherheit aufgegeben?
00:09:11: Also beruflich habe ich mich immer mit IT befasst.
00:09:14: ja und das habe ich im verschiedenen Institutionen gemacht nach der Wende angefangen bei einer Bundesbehörde Das ist die heutige Bundesgesetzagentur, also Regulierungsbehörde.
00:09:24: Und ja habe aber gemerkt dass ich mit dem was ich auch an Gestaltungswillen hab dort auch an meine Grenzen stoße das der Rahmen sehr eng gesteckt ist und es hat mich dann dazu verführt auch als Beamter auf Lebenszeit zu kündigen zu sagen das ist nicht mein Platz da werde ich nicht glücklich und die um mich herum damit mir nicht da sind Konflikte programmiert.
00:09:42: Wenn ich Dinge besser machen will, dann muss ich mich auch bereits selbst zu verändern.
00:09:46: Ich habe erst mal in der Landesbehörde gearbeitet und das war die Folge daraus, dass ich im Armstudium gemacht habe.
00:09:53: Es hat mich beruflich qualifiziert.
00:09:54: aber auch da war irgendwo dann der Punkt auch so, dass Korsett was in den öffentlichen Rahmen hergibt bin mit dem Vater geworden also wenn die Familie Verantwortung hatte eine Rolle gespielt Und damit bin ich dann in die Privatwirtschaft gegangen.
00:10:08: Es war immer IT, es waren immer Daten mit dem ich viel fass, da bin auch dich aus ein Technokrat und hab dann dort die Chance gehabt Führungsverantwortung zu überleben also auch gemerkt was das heißt eben für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortet sein haben in größeren Projekten mitarbeiten dürfen.
00:10:22: Das heißt hat mein Blick geweitet und das hilft mir bisschen.
00:10:24: die Gegenwart ja und irgendwann hatte sich dann über meinen Ehrenamt dazu geführt auf die Frage zu stellen Ja kannst dir vorstellen auch boflich tätig zu werden, Hauptamt nicht zu sein und Bürgermeister zu werden.
00:10:35: Aber es war eine Entwicklung.
00:10:37: Sie
00:10:38: sagen – und sie haben's jetzt auch immer wieder durchklingen lassen – Arbeit muss an Nutzen stiften!
00:10:42: Was konkret bedeutet das für Sie?
00:10:45: Also wenn Arbeit nur Beschäftigung ist und sozusagen nur die eigene Daseinsberechtigung befriedigt dann ist es viel zu wenig.
00:10:52: Also Arbeit bedeutet ja dass man etwas für etwas tut.
00:10:57: Ich habe früher Projekte gemacht, da war die Frage was ist mein Beitrag dafür dass ich Projekten zum Erfolg führen kann?
00:11:03: Wegen muss sich dafür mit einbeziehen.
00:11:05: das heißt also es geht nicht nur um was ich alleine nutze schifte sondern wie ich auch Möglichkeiten schaffe dass weitere Personen sich mit einbringen können und damit der Gesamtnutzen am Ende steigt.
00:11:15: Und wenn ich frage den Nutzen dann sage ich nicht meine eigene Aufzufriedenheit für mich maßgeblich Sondern das was am ende von dritten gesehen wird ob diese Veränderung gebraucht und gewollt ist.
00:11:26: Ja, das ist vom Punkt Gebrauch und Gewalt ist für mich immer so ein wesentliches Merkmal wie man auch dein Erfolg von Arbeit messen kann.
00:11:32: dann wenn Dinge angenommen werden von denen für die Sie gemacht dass dieser Arbeit auch gelebt wird Dann war sie erfolgreich.
00:11:39: Das war doch bestimmt der Gedanke der Sie ins Bürgermeisteramt gebracht hat oder?
00:11:44: Wahrscheinlich auch.
00:11:44: ja.
00:11:45: ich habe durch meine Erfahrung als Kommunalpolitiker gesehen Dass dort ein großes Maß Angestaltungsfähigkeit da ist.
00:11:51: Ich hab mir als die Frage stand Würst du Bürgermeister dich auch immer die Frage gestellt, bist du in der Stadt?
00:11:59: In der du das am anstrebt und am richtigen Platz.
00:12:02: Und die Zeiten waren dann damals auch so vor über zehn Jahren dass hier gerade eine sehr große Entwicklung anstand.
00:12:08: es war halt spürbar die Vorzeichen darauf waren.
00:12:10: da sage ich okay wenn's darum geht Entwicklung zu gestalten sie mit vorantreiben zu dürfen.
00:12:15: das ist mein Platz.
00:12:16: aber die Übernahme des Bürgemeisteramtes Herr Igel lief alles andere als gewöhnlich.
00:12:21: was ist damals passiert?
00:12:23: Das Normale ist im Prinzip, dass ein Bürgermeister abgewählt worden war und es wurde ne Abend neu besetzt.
00:12:28: Es ist ja nicht mehr ungewöhnlich, dass auch Leute aus den Enden raus gewählt werden heute Tage.
00:12:32: aber die normale Falle ist der.
00:12:35: Die Amtsvorgänger macht nicht weiter man bewirbt sich gibt eine Wahl und dann gibt's einen Prozess also eine Übergangszeit noch eine restliche Amtszeit und man kommt dann geordnet.
00:12:44: Aber für mich war das anders Weil ich leider mit der traurigen Situation verwundet war, dass mein Amtsvorgänger im Amt verstorben ist.
00:12:52: Und es gab aber damals auch schon einen planmäßigen Wahlterminen, der ungefähr so ein halbes Jahr nach dem Tod meines Amtsvergängers war.
00:13:00: Also ich bin rausgekommen indem es eben keine Amtsübergabe möglich war und das ganze noch mit einer ziemlich emotionalen Belastung.
00:13:06: Ich kannte den ehemaligen Bürgermeistern wir hatten gutes Verhältnis zueinander also das war schwierig.
00:13:10: ja und auch nochmal die Frage muss ich mir doch damals stellen willst du unter den Vorzeichen ob Bürgermeister werden?
00:13:16: Und jetzt gehe ich noch einen Schritt zurück hier.
00:13:18: Das ist auch damals durch die Medien gegangen dessen der Amtsvorgänger, also sehr Vorvorgängern der sozusagen in der Zeit auch Bürgermeister war als ich so als Ehrenamtler angefangen habe hier und langjährig oder als der erfolgreiche Bürgmeister galt, war zwischenzeitlich wie Mordes an seiner Frau verhaftet und im Gefängnis ja also verurteilt.
00:13:36: Ich hatte eigentlich niemanden auf den Nächsten irgendwie aus dem Vorgehensland zurückgreifen konnte.
00:13:41: Also Ärmel hoch Ja!
00:13:43: gab es die Wahl damals mit mehreren Kandidaten.
00:13:45: Es ist Gott sei Dank sogar gar nicht im ersten Wahlgang, er hat's funktioniert und das hat dann nochmal wieder auch die Herausforderung mit sich gebracht, dass ich im Prinzip gemis-wahl gesetzt mit der Annahme der Wahl am folgetag auf sofort da sein musste.
00:13:58: also ich hatte also nicht die Chance noch in meinem Job längere Übergabel zu organisieren sondern ich musste meinen Arbeitgeber mit ihm uns einig werden, dass wir uns aus meiner Aufregungsvertrag machen.
00:14:07: aber die haben uns akzeptiert.
00:14:09: Wir haben gesagt, wir wollen das.
00:14:10: Es ist auch wichtig, dass die öffentlichen Funktionen funktionieren.
00:14:12: Dann haben wir einen kurzen Aufwuchsvertrag gemacht und da bin ich Ratspatz in dieses Amt sprichbörblich reingestolpert und war dann drin voll heute auf morgen.
00:14:22: Können Sie sich noch an den ersten Tag im Rathaus erinnern?
00:14:24: Wie war es?
00:14:25: Ja, das waren Freitag.
00:14:26: Und freitag ab eins war hier immer Totenstelle, weil alle irgendwie schon ihre Stunden über die Woche gearbeitet hatten.
00:14:31: Und ich bin dann hier.
00:14:32: morgens noch habe ich meinen jüngsten Sohn damals doch in die Kita gebracht Wie ich das immer gemacht habe, bin direkt von da aus, dann auch ins Rad raus.
00:14:38: Und erst mal kam ich hier rein und sie hat gesagt, der kommt aber zeitig!
00:14:42: Also das war schonmal so... Ich fahre hier dazu einer Zeit die offensichtlich nicht gewöhnlich zu den Bürgermeistern bis dato nicht unbedingt erschienen zur Arbeit.
00:14:49: Dann lief man vor mir her ganz hektisch und hat noch schnell das Türschild reingeklickt weil es war noch nicht mehr dran an meiner Büro-Tür.
00:14:55: Mein Büro sah so aus wie ist mein Vorgänger?
00:14:59: Ja, als er dann in der Sturmsamtwüß eigentlich hinterlassen war.
00:15:02: Es stand alles drin so, ob ihr alles gebraucht und ich sollte mir erst mal Gedanken machen wie mein Büro aussehen möchte was ich an technischer Ausstattung brauche und so.
00:15:09: und dann kam noch die IT und sagte achja sie sind ja IT da hier an sich Notburg viel Spaß bei der Arbeit!
00:15:14: So war das ungefähr wo ich sage ohach dass ist aber toll hier da hast du ja einiges zu tun alleine schon an den Punkten.
00:15:22: also auch das Haus war eigentlich nicht auf mich vorbereitet muss man ganz klar sagen und hat eigentlich gesagt, der wird schon sagen was er will.
00:15:28: Und dann machen wir es halt so und richten ja irgendwie das Richtern
00:15:31: vorstellt.".
00:15:32: Aber auch an dem Tag gab's keinen Moment wo sie gezweifelt haben?
00:15:36: Naja ich bin in meinem Büro.
00:15:37: die Sekretärin saß bis verunsichert da und sagte ja möchten Sie etwas trinken?
00:15:41: Ich würde Ihnen was bringen.
00:15:43: und dann sag ich ne lasse mich mal ankommen hab denn mir eine Tür zu machen habe erst einmal das Haus einfach wahrgenommen ist bis hier drin in diesen Büro und mich umgeschaut und dann bin ich wieder raus.
00:15:51: und jetzt wurde ich rausgegangen.
00:15:54: allen die da waren, an diesem Freitag höflich guten Tag gesagt und ja so ein bisschen gehorch.
00:15:58: Wie sieht es denn aus?
00:16:01: Was sehen Sie denn aus Ihrer Sicht?
00:16:03: Also sagen wir mal so habt das Haus was ich ihm doch vorher auch mehr von außen kannte zwar auch als Gmarpolitiker aber man steckt dann doch nicht in den Verwaltungsprozessen drin.
00:16:11: Die erste Schwiegungen aufgenommen hier über Inderen ist zu verstehen Das war schon etwas skurril.
00:16:15: Auch für mich habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt Aber das ist ja eine alte Weisheit.
00:16:19: Man ist auch sorgartig, wenn man rausgeht, immer stolz.
00:16:21: Wann wieder reingegangen ist und das war für mich am ersten Arbeitstag
00:16:24: so.".
00:16:27: Und Sie haben eine Verwaltung übernommen die damals vor einem großen personellen Umbruch stand?
00:16:31: Was genau war denn da und wie herausfordernd war die
00:16:34: Zeit?".
00:16:35: Ja auf den zweiten Blick dann war mir bewusst dass ich vor der Herausforderung stehe, dass sich die Mitarbeiter schafft mit der ich die Aufgaben, die ich mir vorgenommen habe, die hier im Wahlprogramm formuliert hab am Ende der ersten Anzahl, wie die Geichen sein werden.
00:16:47: Weil es war klar, dass allein altersmäßig, planmäßig, vierzig Prozent der Mitarbeitenden in Altersredikt gehen würden.
00:16:53: Also ein riesendemografischer Knick und gleichzeitig war klar das die Stadt auf Wachstum steht und also dieses Meer an Aufgaben, was dadurch dazukommt im Sinne mal den Bereich Kindertagesstätten wenn die Familien in Größenordnung herziehen nochmal diesen Bedarf an Personal verstärken wird.
00:17:08: Und das gleichzeitig in der Erkenntnis, dass man damals auch schon von einem Fachkräftemangel sprach also, dass das Thema alleine Arbeit zu organisieren ist, Personal zu bekommen was die Arbeit erledigen kann dieses Haus zu integrieren, dass es eine große Herausforderung sein würde hat sich für mich erstmalig oder erst dargestellt als ich wirklich im Haus drin war und dass es doch eine große herausforderung sein wird.
00:17:30: ja und dann kommt natürlich dazu dass man dann auch als neuer Bürgermeister natürlich Erwartungshaltungen auch bei Bürgern geweckt hat, auch für den Wahlkampf.
00:17:37: Aber erst kommt jemand der muss das machen, dass wir das im Prinzip hier die Tür auf und zu gingen und die Bürgerinnen und Bürger mit allen möglichen Belannen hinbekommen, um wie doch es bitteschön mal als Bürgermeister auch kümmern
00:17:47: möchte.".
00:17:48: Hat sie das überfallen?
00:17:50: Also erstmal Wenn man Aufgaben komplexe Aufgaben angeht, sagt man wieder, schneide Elefanten in Scheiben, dass man ihnen am Ende auch sozusagen verzehren kann.
00:17:57: Also eine Aufgabstruktur schaffen, sich überweg beschaffen und Verantwortlichkeiten überprüfen, möglicherweise die Nachkorrigieren, also organisatorisch eingreifen und nachsteuern.
00:18:07: Das ist der Punkt.
00:18:07: Damit war aber auch der Personalwechsel einiges als Chance bei sich auch über die Neueinstellungen.
00:18:13: neue Impulse gewinnen diesen aufwärtshaus Und das wusste aber ausgewogen sein sozusagen mit dem Wissen der Menschen, die ausgeschieden sind.
00:18:20: Das war ja ein großes Geballtes Wissen was Land nicht irgendwo überall wie man es erwarten darf in Verwaltungsakten dokumentiert ist sondern er sich auf Notizzetteln entköpfen in Erinnerungen widerfand.
00:18:30: und ganz klar also sie müssen dann einfach anfangen zu priorisieren.
00:18:33: Sie müssen natürlich dass macht man überweise auch im öffentlichen Dienst über das Geld fest zur Verfügung steht wo man für welche Projekte man etwas zuweist und das musst du natürlich auch in den politischen Kontext mitterein.
00:18:44: ich brauche viel ganz viele Dinge bei euch eben Ratsbeschlüsse der Stadtfohrenversammlung und darum glaube ich war eine günstige Konstruktion, dass sich als ehemaliger Stadtfahre unter den Vorsitzenden auch wusste wie Erwartungshaltungen dort sind.
00:18:57: Und wie man mit der Politik umgehen muss, um auch immer verlässliche Mehrheiten zu bekommen.
00:19:01: Es gab immer sehr solide Mehrheiten für die Beschüsse die ich dabei geführt habe und das hat dann sozusagen auch ein bisschen Kontinuität mit entwickelt.
00:19:07: Aber ich muss ganz klar sagen Ich war viel stärker Das ist bis heute im Rathaus für Ablaufprozesse gefordert, als ich es mir hätte vorstellen können.
00:19:19: Also sie sind schon eben auch als Bürgermeister, sie sind eben auch der Verwaltungsdirektor.
00:19:23: Wir sind mittlerweile hier insgesamt mit Gita fast fünfhundert Mitarbeiter in Nubisfelde geworden.
00:19:28: Als ich mal angefangen war, waren's gerade um die dreihunderte, das zeigt dass sich auch dieses Wachstum der Stadt und der Aufgabenzuwachs in einer großen konstitutiven Entwicklung des Personals wiedergespiegelt hat.
00:19:38: Und das am Ende immer wieder in geordnete Prozesse zu führen, dass macht eine Menge Arbeit.
00:19:42: Das sieht eigentlich kein Bürger denn die Bürger sehen nicht aus was draussen passiert.
00:19:46: aber die Erwartungshaltung ist eben trotzdem da und ich glaube, dass sich eben als Technokrat mit meinen Erfahrungen eben die innere Struktur immer gefunden habe, die mir es ermöglicht hat die Dinge auch zielführend zu gestalten.
00:19:59: Was hat denn das Bürgermeisteramt mit ihrem privaten Umfeld gemacht?
00:20:04: Es hat mich... mehr verändert, als ich es gedacht habe.
00:20:07: Ich dachte doch, ich bleib ein bisschen mehr der alte Andreas aber ich glaube schon dass sich mich auch was Mensch möchte verändern haben weil sie natürlich, ich hab's gesagt, sie nehmen die Dinge mit nach Hause.
00:20:17: ja also ich bin niemanden, ich habe keine schlaflosen Nächte kann gut abschalten Aber bis zu dem Punkt arbeitet der Kopf und dazu kommt ihm auch das dieses Amt auch meine Familie verändert hat.
00:20:30: Ich habe eben eine Bürgermeister-Familie, meine Frau wird anders gesehen, meine Kinder werden anders gesehen... ich versuche sehr stark mein Privatleben von meinem Lizziegeben zu trennen, also trage meinen Privatlehrer mich so sehr öffentlich vor mir her aber dennoch verendet das ein und natürlich ist das was sie ja machen Sie werden ja auch gesehen in der Öffentlichkeit.
00:20:51: Deswegen ist es für mich gut gelernt auch damit umzugehen.
00:20:54: Also ich kann mich sichtbar machen und ich kann nicht unsichtbar.
00:20:57: Wenn ich also als Bürgermeister im Anzug, wie man mich kennt in meiner Bürgemeister-Uniform die Stichart gehe auch einkaufen gehe werde ich als Bürgemeister angesprochen.
00:21:06: Kommen die Bürger auf mich zu und sagen hören sie mal ich habe mir was zu uns hoch wenn ich im Jeans und T-Shirt gehe dann erkennen nicht die Leute erst auf den zweiten Blick grüßenfreundlich sagen ach jetzt ist aber privat.
00:21:17: lassen wir einen Ruhe.
00:21:18: also man kann über Körpersprache auf ein bisschen das steuern Und wenn ich mir noch eine Basecap aufziehe, erkennt mich keiner mehr.
00:21:25: Das heißt, ich kann mich sogar in beobachterungsprozesse bringen und es mache auch, dass ich durch die Stadt gehe und sage, da ist ein bisschen gerade... Da ist grad'n Problem.
00:21:32: Mache dich mal nicht so richtig erkennen, aber geh hin und verschaff dir von dem was du siehst einen Eindruck um sozusagen nicht nur zu hören das der Problem ist sondern je möglicherweise auch ein bisschen authentische Situation einzufangen und daraus deine Schussvorüberung zu ziehen.
00:21:46: Das funktioniert!
00:21:48: Ganz ganz wertvoller Tipp für andere Bürgermeisterinnen und Bürger, die diesen Podcast hören.
00:21:53: Wegel Sie haben uns auch gesagt und haben es jetzt auch ein bisschen anklängen lassen dass das Bürgemeisteramt auch was mit ihrer Familie macht.
00:21:59: sie haben uns vorher erzählt, dass ihr Amt ihren Kindern ein Stück Unbeschwertheit genommen hat.
00:22:05: wie sieht das aus?
00:22:05: warum?
00:22:06: Ich habe drei Kinder.
00:22:07: der Jüngste war noch in der Kita im Hort also in der Vorschule Der Sohn Frühproprietär, meine Tochter eher spätproprieter.
00:22:14: Also das hat sie auch in einer sehr wesentlichen Ermittlungsphase erwischt und natürlich waren die auf einmal die Kinder des Bürgermeisters.
00:22:21: Sie war nicht mehr irgendwer gleiche unter gleichen Und mein Wille war immer sie sollten Unbeschwert, Kinder gleicher unter gleichen Bleiben.
00:22:30: Das bleiben sie aber nicht.
00:22:31: Das lässt die Gesellschaft nicht zu!
00:22:32: Ab dem Tag sind sich die Kindesbürgermeisters und die Verhaltensreisen der Kinder werden auch mit meinem Amtrefektiert.
00:22:38: Du musst dich doch in eine Sonderart umweise... Und du musst es doch wissen.
00:22:41: also die Kinder werden quasi auch über Dritte auf mein Amt bezogen diszipliniert.
00:22:47: Und das hat sie verändert.
00:22:50: Auch in ihrem Freundesumfeld.
00:22:51: Also mein Sohn hat dann irgendwann einen T-Shirt bekommen.
00:22:53: Da stand hinten drauf Bürgermeistersohn.
00:22:56: Er war der Bürgermeistersohn, er war nicht mehr.
00:22:58: Der Jakob und das hat schon was mit meinen Kindern auch gemacht.
00:23:02: sie haben das nie irgendwie versucht... Sie haben es auch nie als Anklage formuliert, die haben mich das auch nie sich dafür beklagt.
00:23:08: aber ich habe gemerkt als Vater dass es meine Kinder verändert und das tat mir weh.
00:23:15: Das hätte ich meinen Kindern gerne erspart.
00:23:18: Aber gut, so ist es.
00:23:23: Aber das ist dann so, dass muss man gestalten.
00:23:25: Man muss mit den Kindern offen darüber kommunizieren und es muss man aushandeln.
00:23:29: Und wie gesagt, ich sage das schon.
00:23:30: Das hat dann auch bei mir zugeführt, dass ich sehr versucht habe, sehr stringent mein Privatleben und mein öffentliches Leben voneinander zu trennen um eben meinen Kindern weitestgehend wo es geht diese öffentliche Wahrnehmung zu reduzieren ja und sie ihm nicht in die Rolle zu bringen.
00:23:44: Und das wurde aber auch wenig verstanden weil viele gefragt haben warum bringst du dich bei ihre Kinder mit?
00:23:47: Wo ist denn Ihre Frau?
00:23:48: Sondern nee, meine Frau ist zu Hause bei meinen Kindern und die fühlen gerade ein Privatleben.
00:23:55: Heute sind sie dreifacher Großvater – Sie haben es eingangs glaube ich schon gesagt –.
00:23:59: verändert das denn den Blick auf die Zukunft einer Stadt?
00:24:04: Ja also man sagt ja damit dass ich Großväter bin drei Enkelkinder habe sieht man in der nächsten Generation wächst voran.
00:24:09: Das macht mich sehr stolz und sehr glücklich erst mal in den Kinder sich dazu entschließen auch selber Eltern sein zu wollen.
00:24:16: Und auch diese Verantwortung, da sind wir bei den Worten immer das was ich selbst für mich gesagt habe.
00:24:21: Sie wollen die Verantwortung als Eltern übernehmen mit der wie wir wissen gesellschaftlich viele andere heute auch schon hardern.
00:24:27: und das bezogen auf mein Amt sagt mir immer wieder alles was wir tun.
00:24:31: Da hab' ich so einen schönen Begriff meinen Alerns Engeltoglichkeit.
00:24:36: Wir müssen nicht nur kurzfristige Erfolg haben.
00:24:39: Die Menschen erwarten eigentlich vom Politik dass Erfolge unmittelbar und sofort spürbar sein sollen.
00:24:45: Wer unmittelbar auf die Statue schafft kurzfristige Lösungen, aber eigentlich wirklich erfolgreiche Politik ist engetaukliche Politik.
00:24:52: Es engetaugliches Handeln dass wir unsere Gesellschaft, unsere Städte und unser Zusammenleben darauf ausrichten das es auch noch für unser Enkel ein gutes Leben sein kann.
00:25:03: dann wirkt es oft in der Zeit zwischendurch und wirkt wirklich nachhaltig.
00:25:07: Und an diesem Ziel und vielen anderen arbeiten Sie rund sechzig Stunden pro Woche.
00:25:13: Wann oder wie merken sie jetzt wird's zu viel?
00:25:17: Gut, ja also ich sag mal, sechzigstunde Woche ist das was man im Prinzip uns um Abend auch bereit sein muss aufzubringen.
00:25:22: Die Wochenenden sind selten frei und in Summe dann haben sich vier Abendtermine.
00:25:26: Also von da ist es dass Das ist aber etwas was ich auch von vorher eigentlich gesehen habe Dass man das doch eine hohe Arbeitsgelastung auf mich zukommt.
00:25:34: Man braucht ringsrum sich herum, Leute die ehrlich reflektieren.
00:25:38: Die sagen du hör mal zu ich merk grad wieder bei dir jetzt wird's grad viel.
00:25:41: Scheit mein Gang zurück ja?
00:25:43: Du musst erstmal oder meine Frau sagt auch mal zu Hause darf ich dich jetzt gerade als mein Ehemann sehen oder bist du jetzt grade immer noch?
00:25:49: der Bürgermeister schreibt mal kurz ab.
00:25:50: also man braucht ehrliche Reflektion weil ich sage immer das System nimmt was es kriegt.
00:25:58: wenn ich im System siebzig Stunden gebe dann mehr siebzehnte Stunden nicht reichen wenn ich in acht die Stunden gebe wenn auch sie Stunden nicht reichen.
00:26:04: Aber ich habe für mich festgestellt, auch im Rahmen Selbstrefektion die Sechzehstunden kann man schaffen.
00:26:08: Dabei kann man auch gesund bleiben und achte sehr auf das was man mir dazu ringsherum an Reflektionen
00:26:13: gibt.".
00:26:15: Was Sie haben uns auch erzählt in der Corona-Zeit war das anders?
00:26:18: Nicht so viele Termine!
00:26:19: Nicht viel am Wochenende unterwegs.
00:26:21: War das besser oder schlechter, wenn Sie jetzt zurückgucken?
00:26:25: Also die Öffentlichkeit war weniger es waren nicht unbedingt... Die Wochenenden waren freiheitlich stimmt klar weil einfach die Öffigrechtstermine weggefallen sind.
00:26:32: Aber es war auch nicht gut.
00:26:33: Dieses Amt braucht auch diese Sechzehstunden, weil man spricht ja heute oft davon das Politik sich im Blasen begibt, dass man sich in Elfenbeinentürmen zurückzieht und Corona hat das quasi sozusagen mit erzeugt.
00:26:44: also dieser Distanz des Ansträgers zu den Bürgerinnen und Bürgern wurde systemisch automatisch größer.
00:26:52: Und übermerken Sie wenn sie das bewusst reflektieren.
00:26:54: da fehlt was.
00:26:55: Es fehlt an Rückmeldungen.
00:26:57: Ich merke nicht mehr das was wir tun.
00:26:58: Was macht das mit dem Menschen?
00:26:59: Jetzt ist Corona durchgestanden.
00:27:02: Gott sei Dank!
00:27:02: Und Sie haben schon gesagt, Ludwigs Felde wächst seit Jahren stark.
00:27:06: die jungen Familien kommen?
00:27:07: Warum ist das so?
00:27:08: was, glauben sie?
00:27:09: Ja also wir haben eine Lage gegründet.
00:27:11: Das muss man ganz klar sagen.
00:27:12: Also wir liegen ja sehr verkehrsgünstig.
00:27:15: Man redet mal gerne von den Speckkürteln von Berlin ich bevorzuge dem Begriff des Herzkranzes.
00:27:22: Wir haben verschiedene Abfahrten, wir haben eine relativ gute Zugangbindung.
00:27:25: Das heißt verdienen in einer Wachstumsregion insgesamt – das ist ja nicht fast was mit uns solitär hier bei uns und bis fällig passiert, sondern der gesamte Berliner Raum ist ein wachsender Raum.
00:27:34: Und da wir gute Voraussetzungen haben, gepaart mit einem auch sehr guten Arbeitsplatzangebot.
00:27:38: Wir haben massive Investitionen auf, große Gewerbeparks mit erfolgreichen Unternehmen wie sagen wir uns ca.
00:27:45: siebzehntausend Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze ungefähr um die Zehntausend Verkehrspindler mittlerweile jeden Tag.
00:27:52: Das heißt, wir haben gute Grundlagen, um hier diese Entwicklung weiter auch gestalten zu dürfen.
00:27:58: Wir müssen aufpassen dass das Tempo nicht so hoch ist, dass wir die Menschen auf den Weg mitnehmen und sie sich immer noch als Liebesfelder, liebes Felder gesehen und auch Gebärschen zu
00:28:06: fühlen.".
00:28:07: Sie haben ja vorhin vom Thema Enkeltauklichkeit gesprochen.
00:28:10: Sie sprechen auch oft über Bildung und Chancen für junge Menschen.
00:28:13: Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?
00:28:15: Also ich sage mal wieder, wir sind in Deutschland ein Rohstoffabendsland.
00:28:19: Unser Rohstoff den wir haben, den traben wir zwischen den Ohren.
00:28:22: Das ist so... Man sieht uns aus immer noch als das Volk der Dichter und denke ob das doch so ist.
00:28:27: Lass sich jetzt mal im Raum stehen.
00:28:28: Alleine Pisa gibt es da nicht unbedingt rechts sondern gibt uns eher einen Handlungsauftrag.
00:28:32: Wir müssen um zukunftsfähig, um eng getaukey zu sein unsere nächsten Generationen die nächsten Generatione das Thema Bildung ermöglichen.
00:28:40: Die müssen den Zugang zur Bildung ermöglichen weil das ist der Grund die Basis auf deren definiersten Generationen auch eine lebenswerte Zukunft aufbauen können, auf Wohlstand gestalten können.
00:28:50: und die Bildung wird es nicht gehen.
00:28:52: Das ist das Eine?
00:28:53: Aber Zusammenhalt ist für Sie ein ganz wichtiger Begriff.
00:28:56: Warum beschäftige ich Sie dieses Thema so sehr?
00:28:59: Ja, das Eine ist eben das was wir mit Bildung machen.
00:29:01: aber eine Gesellschaft würde dann erfolgreich sein können wenn sie auch über demokratischen Prozessen agiert und am Ende auch gemeinsame Aufgaben definiert und auch Kompromisse akzeptiert.
00:29:13: Ich sage für mich immer, wir leben in einer Zeit, in der das Streben nach Indibulismus immer größer wird.
00:29:19: Ja und ich habe für mich mal so ein Wort-Höse formuliert.
00:29:24: Gemeinwohl ist nicht die Menge des Meinwohls sondern es ist ein Aushandlungsprozess.
00:29:29: Wir können nicht auf jede individuale Forderung eingehen auch wenn das muss ich auch kritisch anmerken Politik in der Vergangenheit gerne den Eindruck erwecken wollte, dass man könnte das.
00:29:40: Man könnte auf jeden Individualwunsch eingehen und man könnte jedem individualen Interesse gerecht werden.
00:29:45: Und daran kommt dann im Ende eine Überforderung eines Gesamtsystems die wir jetzt auch spüren in der sozusagen diese Handlungsunfähigkeit mündet die von den Bürgern auch wieder wahrgenommen wird.
00:29:55: also wir müssen uns oft gemeinsam mit Ziele auch mit Bürgerinnen und Bürgeren verständigen und das ist eben dann auch oft ein Kompromiss.
00:30:02: und Kompromis bedeutet dass Individuum der Einzelbürger auch in der Lage ist, von einem einzelnen Interesse mal ein Stück weit zurückzutreten und sagen nee ich verstehe das es doch etwas Wichtigeres gibt nämlich als Gemeinwohl.
00:30:15: Und wir müssen das Gemeinwohl wieder viel stärker in unser Handeln einfliessen lassen und auch zu reflektieren was ist eigentlich Gemeinvol?
00:30:24: Wie wird das über?
00:30:25: Das am Ende des Gemeinwol die ja der Garant auf die Demokratie bleibt.
00:30:30: Demokratie heißt ja dass man Übermehrheiten zu Entscheidungen kommt.
00:30:34: Und wenn wir das immer wieder über Universalismus in Frage stellen, dann werden wir die Aufgaben nicht lösen können?
00:30:41: Das ist eine Frage von Ehrlichkeit und auch eine Frage vom Konflikt aushalten zu können.
00:30:46: am Ende aber wenn man den Bürgern erklärt was das gemeinsam mit Ziel ist, dann wären sie bereit sein auf diesem Weg zu gehen.
00:30:53: Sind die Menschen heute ichbezogene als früher?
00:30:57: Ich meine im ersten Augenblick ja weil sie natürlich auch in ihrer eigenen Umgebung, in den sozialen Medien ihre eigenen Wünsche in den Vordergrund stellen.
00:31:07: Und sich oft auch in Communities wiederfinden, indem diese wünschende Rolle spielt.
00:31:10: Ich kann mir ja heute aussuchen mit wem ich über gleiche Meinungen diskutiere.
00:31:14: Ich suche meine Community und dort stimmt mir zu.
00:31:16: also ist es vor richtig!
00:31:17: Und ich kann diejenigen, die da gegensprechen auf meiner Diskussion ausgrenzen weil ich das eben mir auswählen kann auf digitalem Wege auch wo ich hingehe.
00:31:27: Und das müssen wir verändern.
00:31:29: Wir müssen das aufbrechen können und den Blick der Menschen weiten.
00:31:33: Das gelingt, denn man es organisiert ganz gut.
00:31:37: Es könnte ein ganz einfachen Ablegungsprozess nehmen wenn sie eine Bürgerbeteiligung machen zum Ausbau eines Platzes oder zur Entwicklung einer Kita oder wie auch immer.
00:31:45: Da geht es komischerweise, dass dann er sagt okay ich sehe das doch mein bis zu einem bisschen Grad auch meinen Wunsch hier mit einfießen konnte und damit kann ich ganz gut klarkommen.
00:31:55: Man hat mich nicht völlig... zur Seite geschoben.
00:31:57: Also das ist in der Kompromiss und das macht ihm mehr Arbeit als früher heute, wird in Partizipationen auf viel stärker gefordert aber man hat auch die Bereitschaft dazu.
00:32:06: sie wurde eben auch gelebt wenn sie angeboten wird und das wiederum sehe ich dann als Chance den Begriff des Gemeinwohls weiter auch leben zu können.
00:32:14: Aber er macht sehr viel mehr Arbeit, als es früher der Fall war.
00:32:17: Was heißt denn das konkret für Sie?
00:32:19: Was können Sie denn als Bürgermeister tun damit es wieder mehr Gemeinwohl mehr Zusammenhalt gibt?
00:32:24: also was kann man tun?
00:32:25: ja Man muss einfach die Menschen zusammenführen.
00:32:28: Ich habe vorhin gesagt, also die Menschen ziehen sich zurück in ihre Blase, in der sie auch mit ihren eigenen Argumenten bedienen werden.
00:32:34: Man muss also Kommunikationsformate finden indem man Menschen zusammen fühlt.
00:32:37: Wir machen... ich hab das Thema Partizipation von genanntes klingt immer so ganz vielsagen aber eigentlich meint dass wir über öffentliche Diskussionen die Menschen nachvollziehen können.
00:32:48: Da ist eigentlich das Medium egal.
00:32:49: Ich kann eine Bürgermeister-Sprechstunde digital durchführen und ich sehe immer auch irgendwie wie das, wie die Reflexion ist.
00:32:55: Dafür führen die Gespräche ungefähr fünf bis zwanzig Bürgerinnen, Bürger bringen sich mit aktiven Fragen ein.
00:33:01: Aber es hören viel mehr zu und man schafft damit Transparenz.
00:33:07: Und Transparens heißt Verstehen, verstehen wie groß die Komplexität ist und das steigert die Bereitschaft auch von der eigenen Maximalforderung zurückzugehen.
00:33:16: Das ist eben die Aufgabe und das generiert am Ende dann einen gemeinsamen Verständnis und das ist Zusammenhalt.
00:33:23: Und zum Schluss, Herr Igel.
00:33:24: Wenn wir uns in zehn Jahren wieder hier treffen bei Ihnen am Grill, woran würden Sie erkennen dass sich Ludwigs Felde so entwickelt hat wie sie es nicht wünschen?
00:33:34: Die Frage dürfen Sie in zehn jahren dann nicht mir stellen sondern wenn Sie durch die Stadt gehen und dem Menschen ihn sagen Wir leben gerne hier in Ludwicks Felde.
00:33:41: Wir sind jetzt zu Hause!
00:33:42: Wir haben ja eine gute Community, wir haben eine Stadt die sich toll entwickelt und Sie auch Teil einer aktiven Stadtgesellschaft sein.
00:33:49: Dann sage ich da war's gut
00:33:51: Das war ein gutes Gespräch.
00:33:53: Herr Ige, ganz, ganz lieben Dank für die spannenden Einblicke!
00:33:55: Danke schön.
00:33:56: Da geht auch.
00:33:56: Vielen Dank.
00:33:57: Das war Mensch.
00:33:57: Bürgermeister ich bin Olaf Brinkmann und ich freue mich wenn sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind.
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