Investieren statt verwalten – Florian Eiben, Bürgermeister der Stadt Norden
Shownotes
Florian Eiben ist Bürgermeister der Stadt Norden – und jemand, der bewusst neue Wege geht. Als er 2021 zur Wahl antrat, verzichtete er auf das klassische Politikerbild und setzte stattdessen auf Authentizität. „Mit Herz und Mut für Norden“ lautete sein Motto. Statt aus der Verwaltung kommt er aus der sozialen Arbeit – und genau diese Erfahrungen prägen bis heute seinen Blick auf die Menschen und auf seine Stadt.
In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt Florian Eiben, warum Gespräche für ihn wichtiger sind als Paragrafen und weshalb ihn seine Zeit bei der AWO gelehrt hat, die unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten kennenzulernen. Er berichtet, warum er seine Aufgabe vor allem darin sieht, Menschen zusammenzubringen, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Sehr persönlich wird das Gespräch, als Florian Eiben von seiner Familie erzählt. Seine Tochter kam nur acht Wochen nach seinem Amtsantritt zur Welt und begleitet ihn bis heute gelegentlich zu offiziellen Terminen. Er erklärt, warum er Familie und Beruf nicht voneinander trennen möchte, weshalb Kinder selbstverständlich zum Arbeitsalltag dazugehören dürfen und wie seine Tochter lange glaubte, ihr Papa fahre als Bürgermeister den ganzen Tag Karussell.
Natürlich geht es auch um die Stadt Norden. Florian Eiben nimmt die Hörerinnen und Hörer mit auf einen Spaziergang durch seine Heimat – vom historischen Marktplatz über das Teemuseum bis nach Norddeich. Er erzählt, warum ihn die Lebensqualität, die Vereinskultur und die Menschen jeden Tag aufs Neue begeistern und weshalb er überzeugt ist, dass eine Stadt vor allem von Gemeinschaft lebt.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Folge ist die Zukunft der Kommune. Florian Eiben spricht offen darüber, warum er heute so stark in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Freizeiteinrichtungen investiert. Er erklärt, weshalb mutige Investitionen wichtiger sein können als eine schuldenfreie Bilanz und warum gute Bildungs- und Lebensbedingungen für Kinder aus seiner Sicht die wichtigste Aufgabe einer Kommune sind.
Außerdem berichtet Florian Eiben, warum ein Bürgermeister niemals ein Einzelkämpfer sein kann. Es geht um Teamarbeit mit Verwaltung, Politik, Ehrenamt und Wirtschaft, um den Wert eines offenen Rathauses und um die Bedeutung transparenter Kommunikation. Er erzählt, weshalb Social Media, ein eigener WhatsApp-Kanal und regelmäßige Informationen für die Bürgerinnen und Bürger heute selbstverständlich zu seiner Arbeit gehören. Zum Abschluss spricht Florian Eiben über soziale Gerechtigkeit, Kinderarmut, Teilhabe und seine Vision für das Jahr 2036. Er wünscht sich eine Stadt, in der Kinder gute Chancen haben, Menschen gerne zusammenleben und sich alle mit Stolz zu ihrer Heimat bekennen. Es ist ein Gespräch über Mut, Verantwortung und die Überzeugung, dass gute Kommunalpolitik immer beim Menschen beginnt.
Mehr Informationen zur Stadt Norden gibt es hier: https://www.norden.de/ https://www.instagram.com/florianeiben/ https://www.facebook.com/florian.eiben
Transkript anzeigen
00:00:01: Mensch Bürgermeister.
00:00:05: Mensch
00:00:05: Bürgemeister.
00:00:07: Heute mit Florian Eiben, Bürgemeister der Stadt Norden In seiner Stadt wird sich mancher noch an sein Wahlplakat erinnern Denn es hat für Gesprächsstoff gesorgt.
00:00:18: Er im Schneidersitz verschränkte Arme Kein Partei-Logo dafür die Aufschrift Mit Herz und Mut Für Norden.
00:00:26: Ihm war klar wenn ich antrete dann authentisch so wie Ich Bin Ich mache es anders.
00:00:32: Heute wird er uns berichten, wie das geht?
00:00:33: Ich bin Olaf Brinkmann und ich sage hallo Herr Alben.
00:00:36: willkommen beim Mensch Bürgermeister!
00:00:37: Moin Herr Brinkman!
00:00:38: Moins Herr Albin.
00:00:40: jetzt wollen wir das aber auch wissen.
00:00:41: was heißt es konkret?
00:00:42: ich mache das anders.
00:00:43: Naja ich glaube ich bin vom Typ her ein anderer wie sonst früher Bürgemeister immer waren wie man sich die vorgestellt hatte Und habe einfach gesagt ich will mal dieses übliche Verdächtige einfach mal anders machen und kreativer rangehen an Ja, die Fragestellung, die Herausforderungen, die es bei uns in der Stadt gibt und einfach ein bisschen anders denken.
00:01:02: Ich komme halt aus dem sozialen Bereich.
00:01:04: ich habe immer viel mit Menschen zu tun gehabt und das ist so der Spirit den man aufnimmt dass man durch viele Gespräche immer mitkriegt wo etwas nicht so richtig läuft oder wie man auch anders denken muss.
00:01:13: Ich bin nicht außer klassischen Verwaltung und daher hab' ich gesagt wir machen jetzt mal alles anders und so ging's mit dem Wahlplakat los
00:01:20: Genau, und Sie waren bei der AWO-Geschäftsführer des Kreisverbandes Norden und Geschäftsführers der Sozialstation.
00:01:26: Wie prägt das denn Ihre Arbeit als Bürgermeister?
00:01:30: Ich habe in der Zeit immer viele Gespräche geführt mit Menschen die im Ehrenamt unterwegs sind.
00:01:34: Ich hab Lebenssituationen, da haben wir uns in einer Stadt kennengelernt durch Kunden von uns in der ambulanten Pflege viel Haushalte gesehen Und ja die Erfahrung, die ich da gesammelt habe.
00:01:44: Dass es ja verschiedenste Lebensläufe bei den Menschen gibt und dass es verschiedene Blickrichtungen gibt.
00:01:49: Das hab' ich immer mitgenommen.
00:01:50: also viel mit Menschen zu tun haben, zu arbeiten und einfach die Sorgen und Nöte von vielen verschiedenen Menschen wahrzunehmen.
00:01:57: das hat mich so ein bisschen geprägt und das nehme ich einfach somit in meine Arbeit.
00:02:00: aber mit rein
00:02:04: Im Herbst wollen Sie bei der Kommunalwahl wieder antreten.
00:02:07: Was hat sich denn in diesen Jahren für Sie persönlich verändert, also nicht politisch sondern als Mensch?
00:02:13: Also ich habe meine Stadt mit ganz anderen Augen kennengelernt.
00:02:16: Ich lebe im Norden jetzt sechzehn Jahre und ich wusste schon immer, dass es im Nordenteu ist, dass wir eine gute Vereinslandschaft haben.
00:02:24: In diesen vier Jahren hat man so intensiv diese Stadt kennengelernt, gesehen die Menschen kennengelernen und kriegt einen ganz anderen Blick dafür.
00:02:31: Also es ist einfach klasse zu sehen wie wir die Vereine ihrer Arbeit machen.
00:02:35: ich bin bei Newdo gewesen Ich bin beim Boxen gewesen Das heißt als Mensch habe ich mich ausprobiert bei Sachen Die in der Stadt alltäglich sind und stelle fest Es ist aber alles gar nicht alltäglich oder nicht selbstverständlich.
00:02:44: Und das von Ja war so klasse Sieht seine Stadt ganz anders.
00:02:48: Natürlich hat man auch Paragrafen im Kopf, sieht was nicht rechtmäßig ist, wo ein Schild steht und was da nicht stehen darf.
00:02:54: oder man fragt dann schon wie der vielleicht eine Baugenehmigung ausgesehen hat wenn man ein gewisses Gebäude sieht.
00:02:58: also ja man hat das alles so im Kopf.
00:03:00: Haben sie blaue Flecken vom Judo- und Boxen mitbekommen?
00:03:03: Oder waren sich stärker?
00:03:05: Ja ich habe beim Boxen zum Glück nur zugeguckt bei Judo Das war mit Kindern und Jugendlichen hab gesagt heute habt ihr die Chance mich mal alt.
00:03:12: oder Ihr habt heute alle die Chance den Bürgermeistern auf die Batte zu legen.
00:03:16: großen Respekt davor.
00:03:17: nach drei Stunden Training, also was die Kids jede Woche da mitmachen.
00:03:21: Hut ab!
00:03:22: Also... Die Lunge hat gelitten ich war sehr außerarten aber es hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht und zum Glück keine blauen Flecken und die waren alle nett mit mir.
00:03:32: Wie merken Sie das denn im Alltag?
00:03:33: Ich trage Verantwortung für eine ganze Stadt.
00:03:38: Naja man merkt das schon.
00:03:40: Ich glaube so dass Sinnbildlichste war wie es ist wenn meine Frau noch mal besonders wahrgenommen hat.
00:03:47: Das eine ist ja beim Einkaufen, man kommt in viele Gespräche, man beschäftigt sich, man ist zu Hause, aber im Gedanke doch noch bei Arbeiten und Problemen und so was... Aber vor zwei Jahren hatten wir die schlimmen Hochwassersituation und da hat man das dann gemerkt.
00:04:04: Im Fernsehen, da standen so viele Kolleginnen und Kollegen vor der Kamera, man hat die Situation gesehen.
00:04:08: Da ist meine Frau ganz bewusst einfach nochmal geworden mit Das könnte uns hier ja jetzt genauso treffen, dann wärst du da auch unterwegs.
00:04:15: Und das war bei ihr so der Klick mit oh!
00:04:18: Da kommt noch mal was anderes auf einen zu.
00:04:20: Weil das andere ist ja toll die Menschen sind offen sie sind nett.
00:04:24: Ja aber solche Situationen Gasmangelage, das Hochwasser also da merkt man schon wie viel Verantwortung man hier einfach trägt für die Menschen, die sich ja auch darauf verlassen dass in solchen Situationen wir gut handeln.
00:04:37: ihre Tochter wurde acht Wochen nach Amtsantritt geboren, jetzt ist er vier.
00:04:43: Sie weiß auch was der Papa macht?
00:04:44: Ja also sie weiß das Papa Bürgermeister ist und am Anfang hat sie gedacht irgendwie... Papa fährt den ganzen Tag dann nur auf dem Jahrmarkt Karussell, weil das erste Mal als sie so bewusst die Arbeit von Papa gesehen hatte war hier gerade tatsächlich maglich.
00:04:59: Ich glaube Fingstmarkt oder B-Smarkt war.
00:05:02: Dann sah sie halt die ganzen Karuscells und hatte dann die niedliche Vorstellung ach Papa ist bei der Arbeit der Marktplatz.
00:05:06: ach da sind die Karusells.
00:05:08: Papa fahrt die ganze Zeit an Karusell.
00:05:10: Das hat sich damit verbunden.
00:05:12: Und Sie nehmen Ihre Tochter ja manchmal sogar mit zu Terminen?
00:05:16: Warum machen Sie das?
00:05:17: Es hat sich dann so ergeben, wie die Lebensrealität bei jedem.
00:05:21: Meine Frau war am Arbeiten und ist in der Frege tätig.
00:05:24: Ich musste Wochenende raus.
00:05:26: Passte der Bürgermeister-Terminkalender nicht mit der Lebensführung zu Hause.
00:05:30: Oma konnte nicht aufpassen, Babysitter dann nicht da und dann kommt unsere Kleine einfach schon mal zum alten Geburtstag.
00:05:36: Da freuen sich die Menschen.
00:05:37: oder wir hatten auch schon eine Kundgebung.
00:05:39: also mir war es auch wichtig zu zeigen auch ein Bürgemeister hat die Hürden einer jeden Familie mitzutragen.
00:05:44: auch wir müssen uns ja organisieren und gucken Und für mich gehört das immer mit dazu.
00:05:49: dass habe ich vorher halt in einer Arbeit bei AWO gemacht.
00:05:53: Kinder gehören zu den Mitarbeitern und Familie.
00:05:56: Und die Lebensabläufe, da muss Arbeit irgendwie mit drin sein.
00:05:59: Und dann ist es für mich normal.
00:06:00: Dann bringe ich auch das Kind einfach mit zur Arbeit, wo's geht.
00:06:03: Ich hab immer das Glück gehabt, meine Mitarbeiter, wo wir gearbeitet haben in der Verwaltung, ist es natürlich einfacher als wenn ich im Supermarkt arbeite, im produzierenden Gewerbe oder so was.
00:06:14: Aber da, wo die Möglichkeiten sind, soll man einfach die Kinder aufmitbringen?
00:06:18: Das zeigt den Kindern einfach auch, was die Eltern machen.
00:06:20: Das bringt einen näher zusammen Und das hat man so in den Sechziger-Siebzigerjahren, in den Familienbetrieben auch immer gemacht.
00:06:27: Kinder gehören mit dazu, Familie gehört dazu, Arbeit ist nicht alles und das zu integrieren – und so haben wir es dann halt auch!
00:06:32: Da muss meine Tochter durch.
00:06:34: Nee ihr macht da Spaß und ich glaube für die Menschen ist das einfach schon gerade bei den alten Geburtstagen oder wenn ich zu einer Mitgliederversammlung kamen.
00:06:42: Die freuen sich alle, dass ein junges Kind dabei ist.
00:06:44: Es ist eine tolle Stimmung und passt.
00:06:47: Was bedeutet es denn für sie mit ihrer Tochter, ihr Kind nicht abzuschirmen vor ihrem Job sondern ist wirklich
00:06:54: mitzunehmen?
00:06:56: Naja ich sag mal... Ich lebe in einer wunderbaren Stadt und will, dass meine Tochter sich hier wohlfühlt und Norden hat etwas mehr als twenty-fünfzehntausend Einwohner.
00:07:05: Es ist überschaubar wie es im ländlichen Raum ist.
00:07:07: man kennt sich halt und dann brauche ich da auch kein Geheimnis drum machen wer meine Tochte ist.
00:07:11: und ja sie gehört einfach zum Leben mit dazu und ich finde auch man darf auch ruhig sehen das es junge Bürgermeister oder jungen Bürgemeisterinnen gibt wo Kinder mit dazugehren.
00:07:20: es ist ein Job wie bei allen anderen auch Und ich bin vom Typ her jemand, ich mag Menschen.
00:07:26: Ich komme gerne mit denen zusammen und ich glaube für meine Tochter bringt das eine ganze Menge dass sie sehr offen dann auch mit Sachen erwachsen wird und ne gesunde Distanz zu Menschen hat aber auch offen dem gegenüber ist.
00:07:38: Jetzt haben Sie grad schon gesagt Norden is wunderschön.
00:07:41: jetzt schauen wir mal in die Stadt.
00:07:43: Jemand der noch nie in Norden war ich zum Beispiel wo würden sie mit mir hingehen?
00:07:47: was zeigen sie mir?
00:07:48: Oh,
00:07:48: da kann ich Ihnen ganz viel zeigen.
00:07:49: Ich glaube wir würden hier am Markt starten und ich würde mit Ihnen in unser T-Museum erstmal gehen einfach um Ihnen als erstes die T-Zeremonie beizubringen und zu zeigen.
00:07:58: so sieht das alte Rathaus aus.
00:08:01: Das ist einfach ein Juwel weil wir haben zum Beispiel die Teelkammer.
00:08:04: Wir haben die Telacht, dass es die älteste Genossenschaft weltweit, die sich gegründet hat.
00:08:10: Da würde ich Ihnen einmal die Telkammer zeigen Und wir würden über einen neuen Weg einmal durch die Fußgängerzone gehen, wo wir wirklich das Glück haben dass wir viele Inhaber geführte Läden haben.
00:08:20: Wir haben ein Leerstand von sieben Prozent oder sowas.
00:08:23: also noch eine intakte Innenstadt und unsere Kaufleute sind da auch so aktiv hinterher, dass es so bleibt.
00:08:29: Wir würden dann natürlich nach Norddeich gehen damit ich ihn zeigen kann wie unser Deck ist, der Strand, was in den letzten Jahren investiert worden ist, Freibadbau... Das wären die ersten markanten Punkte die ich Ihnen zeige.
00:08:43: Welchen Tee würden Sie mir empfehlen?
00:08:44: Natürlich Onno Bernstee, der auch im Norden hergestellt wird.
00:08:48: Aber dicht gefolgt ist.
00:08:50: es gab neulich mal eine Umfrage in einer der Facebook Gruppen.
00:08:54: Welcher ist der beliebteste aus frisische Tee?
00:08:57: Das muss man dann einfach wissen in der Tee Frage, da können ganze Familien kaputt gehen.
00:09:02: Ob es dann Thiele Silber ist oder der Grüne Bünding oder halt Onno Behrens.
00:09:07: Jeder ist auf seiner Art einmalig und ich mag am liebsten mit den Onno-Behrenstee, der auch im Norden reingesteckt wird.
00:09:13: aber da muss man auch zu sagen die neue Sorte, die sie gemacht haben weil... Onno Behrens hat sich an seine Wurzeln, an seine Tradition noch mal wieder erinnert und ihre Tee-Sorten zusammengefasst.
00:09:22: Eine neue Sorte rausgebracht die sehr lecker ist und hat dann das Layout auch gemacht.
00:09:27: es wird mit Norden jetzt auf der Teeverpackung geworben.
00:09:30: Das ist natürlich ein besonderes Geschenk an die Stadt Norden dass man sagt wir sind hier in Norden Wir bringen den Norder Tee raus und jeder kann es dann jetzt auch sehen.
00:09:38: Ja großartig Wenn sie Norden als Gefühl beschreiben.
00:09:42: was macht das Leben in dieser Stadt aus?
00:09:45: Das Leben unserer Stadt als Gefühl.
00:09:50: Die Menschen, das ist das Lebensgefühl.
00:09:52: Es ist warm und freudig zu Frieden stellen.
00:09:54: Also man hat immer... Ich glaube immer mit dem Lächeln durch die Stadt.
00:09:58: Weil es einfach so schön ist, die Menschen hierzusehen, dass es einfach überschaubar.
00:10:01: Das Lebensgefühle ist einfach unbeschwert hier.
00:10:05: Man hat alle seine Sorgen aber wenn man mal bewusst nach guckt, man fühlt sich hier gut.
00:10:09: Der Mensch steht in Kontakt, wenn man über den Marktplatz geht Allgemein durch die Stadt geht, überall trifft man jemanden, den man kennt.
00:10:16: Man grüßt sich ob klein oder groß.
00:10:19: Das ist so das Schöne.
00:10:20: Norden ist wunderschön.
00:10:21: Sie haben aber auch gesagt oder sagen Die Stadt Norden wurde runtergespart und jetzt ist die letzte Chance etwas zu verändern.
00:10:29: Was meinen sie damit konkret?
00:10:31: Wir haben in Norden dasselbe Problem wie im vielen Kommunen Wie im Land wie im Bund Dass Infrastruktur immer teuer war Und man muss immer ausgeglichener aushalten haben.
00:10:39: Oder gucken wie viel Geld habe ich zur Verfügung um was in die Hand zu nehmen und wieder intakt zu bringen.
00:10:44: Das ist wie zu Hause bei uns allen auch, wer ein Eigenheim hat weiß du musst viele kleine Reparaturen machen sonst kommt irgendwann eine große Teure weil ich das Geld aber nicht mehr für die kleineren habe dann kommt irgendwann die groß.
00:10:56: und Norden hatte es in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren immer das Problem dass wir mal ganz knappe Haushalte hatten, dass wir nie über viel Geld verfügt haben und dass man immer gute Lösungen auch für diese Zeit gefunden hat.
00:11:09: Wir haben aber die Zeit der Niedrigzinsphase, wo das Geld nichts kostete.
00:11:12: Das kann man sich ja heute gar nicht mehr vorstellen, dass es dritten gab, dass du den Kredit aufgenommen und hast sogar noch Geld gekriegt weil du Schulden gemacht hast.
00:11:19: Die haben wir hier nicht effektiv genutzt um günstig die Infrastruktur wieder auf dem Weg zu bringen.
00:11:24: Und ich habe damals im Wahlkampf schon immer gesagt auch in der letzten Ratsperiode als ich Ratsmitglied war, wir müssen mutig sein.
00:11:31: Investitionen in Schule, in Bildung, in Straße, in Infrastruktur – Ja!
00:11:35: Das kostet viel Geld.
00:11:37: Aber man muss die Laufzeiten sehen.
00:11:38: So eine Schule finanziere ich über dreißig bis fünfzig Jahre und dann relativiert sich ja auch das, was ich an Summe in die Hand nehmen muss um das Gebäude einen Schuss zu bringen oder den Neubau zu machen.
00:11:49: Also da habe ich ja aufs Jahr gesehen nur relativ wenig Anaufwendung, die ich trage.
00:11:54: Und wenn wir jetzt die Chance nicht nutzen – Ja!
00:11:56: Das Geld wird teurer.
00:11:57: aber jetzt ist noch einmal die Chance dass wir etwas auf dem Weg bringen können durch die Bundesprogramme, durch Geld, durch Infrastrukturfördermittel, die aufm Weg gebracht werden.
00:12:06: Wenn wir diese Zeit jetzt nicht nutzen, glaube ich, wenn wir in den dreißiger Jahren nicht mehr die Chance dazu haben.
00:12:11: Dass wir finanziell die Möglichkeit haben, diese Infrastruktur zu reparieren und vor allem da bin ich ja auch bei welcher dann wieder meine Tochter denke was bringt es?
00:12:20: Wenn ich meiner Tochter sage Die Stadt hat keine Schulden Dafür sind die Schulen hin, die Brücken und die Wege sind kaputt.
00:12:27: Dann ist es doch keine Lebenswerte statt mehr oder keine Stadt wo ich mich wohl fühle, wo die Lebensqualität gut ist Und das muss man aufwiegen.
00:12:34: aber dafür kann ich sagen hey wir sind Schulden frei.
00:12:37: Ja so und da muss man einfach gucken.
00:12:39: und gerade die Investition in Schule in Kindergärten in die Lebens Qualität.
00:12:45: Wir als Erwachsene reden darüber dass wir zu einem Arbeitsplatz kommen wollen der vernünftig ausgestattet ist gerne arbeiten, wo man sich wohlfühlt und die Rahmenbedingungen stimmen.
00:12:56: Und wieso gilt dieser Anspruch dann nicht gleichzeitig auch für unsere Kinder?
00:13:00: Die müssen doch eine vernünftige Kindertagesstätte haben, die vernünftig ausgestattet ist, wo sie sich wohlfinden.
00:13:06: So muss ich es bei Schulen haben!
00:13:07: Ich glaube jeder von uns kann sich daran erinnern zu seiner Schuldzeit... Das Schlimmste waren immer die Toiletten, da haben sich viele nicht hingetraut.
00:13:14: Und das ist so.
00:13:15: auch mein Anspruch mit... Nee, das will ich nicht!
00:13:17: Ich möchte nicht dass Kinder später sagen meine Schule, die war in einem baulichen Zustand wo man gesagt hat, da hätte es gar nicht mehr hingehen können sondern man soll froh sein, man muss ein gutes Arbeitsumfeld haben und ich glaube das fördert die Kreativität und auch das Interesse auch an Bildung.
00:13:31: Da wo ich mich wohlfühle dann fällt mir das lernen einfacher usw.
00:13:35: Also das ist meine Forschung davon, dass man sagt wir müssen in diese Infrastruktur investieren.
00:13:40: Das heißt konkret, was haben Sie getan oder was tun sie?
00:13:43: Also wir machen gerade so viele einmalige Sachen die man eigentlich auch im Leben eines Ratzern nur so einmal in so einer Lebensdauer hat.
00:13:52: Wir haben jetzt aktuell gerade drin, dass wir eine Schule neu bauen wollen.
00:13:56: Eine Grundschule.
00:13:57: dieser Neubau wird dann für die nächsten dreißig bis fünfzig Jahre halten und wird knapp neunzehn Millionen kosten.
00:14:04: Wir aber dann noch vier andere Schulen, in denen wir genauso investieren wollen und ich habe gesagt das wird der erste Schulneubau sein.
00:14:10: da werden noch welche folgen.
00:14:12: Wir investieren gerade in unsere Bibliothek.
00:14:14: Unsere Stadtbibliotheken, wenn wir erweitern, vergrößern zu einem dritten Ort machen und sie ausbauen dass es ein neuer Lebensort wird deswegen dann auch dritter Ort.
00:14:23: Auch da sind wir mit mit siebenhalb Millionen im Moment in der Investition.
00:14:26: Wir bauen neue Kindergärten.
00:14:27: die Stadt Norden hat, glaube ich das letzte Mal vor zwanzig Jahren oder so was ein Kindergarten überhaupt neu gebaut.
00:14:33: Also wir investieren komplett gerade in diese Infrastruktur.
00:14:36: Wir haben Freibad gebaut oder sind da mitten drinne.
00:14:39: Das war immer der Wunsch der Bevölkerung.
00:14:41: Vor über zehn Jahren ist das Freibat geschlossen worden.
00:14:43: aus Kostengründen War auch sehr, sehr marode und alt.
00:14:47: Ja, jetzt gibt es ein neues Freibad.
00:14:49: Wir haben in unser Theater investiert das wir... Unser Kino ist vor ein paar Jahren geschlossen worden und der Wunsch ist einfach da.
00:14:56: ich will trotzdem ins Kino gehen gerade als Kinder-und Jugendliche.
00:15:00: die müssen sonst jetzt dreißig Kilometer fahren.
00:15:02: Jetzt haben wir unsere Theater saniert werden dazu künftig dann auch wieder Kino anbieten können nicht sieben Tage die Woche über mehrere Stunden sondern temporär.
00:15:10: dass man sagt vereinzelt am Wochenende vereinzelte tage im Monat damit es auch voll wird.
00:15:16: Weil das Kino hat unter anderem auch geschossen, weil manchmal in der Vorstellung drei Leute waren.
00:15:21: Das klingt so als würden Sie sehr viel Geld in die Hand nehmen?
00:15:25: Geht man da als Bürgermeister abends dann auch manchmal mit Kopfschmerzen nach Hause vom Rechnen oder...
00:15:32: Ja, jetzt muss man sagen wir haben zwei-drei Vorteile gehabt.
00:15:38: also Die letzten Jahre gerade nach Corona haben sich unsere Haushalt gut entwickelt.
00:15:42: Wir haben gute Überschüsse erwirtschaftet.
00:15:45: Ich habe aufgebaut hier ein Fördermittelmanagement.
00:15:47: Das heißt, dass wir sehr gezielt und stark nach Fördernitteln suchen und entsprechende Ideen auch haben und sie auch einwerben konnten.
00:15:54: Und das Dritte ist es, dass im Bereich der Gewerbesteuer durch gute Firmen die wir hier haben und ein gutes Verhältnis was ich aufgebaut hab eine Möglichkeit gekriegt haben ja zusätzlich Gewerbssteuer hier zu generieren.
00:16:07: und man muss faires halber dazu sagen Wir haben im letzten Jahr das Glück gehabt den Eurojackpot zu knacken.
00:16:14: Also wir haben durch gute Konstellation und durch Rechtsprechung es hinbekommen, dass wir Steuerrückzahlungen aus dem Offshore-Bereich bekommen haben.
00:16:21: Wir haben etwas mehr als hundert Millionen Euro ausgezeigt, kriegt Rückwirkung Geld mit dem keiner geplant hat.
00:16:27: Und das ist das Geld was wir genau jetzt für diese Investition reinsetzen.
00:16:31: mal wie gesagt haben Dieses Glück, was wir jetzt einmalig hatten müssen wir vernünftig und nachhaltig anlegen.
00:16:37: Und ja deswegen wird halt in Kinder, in Gebäude, in Infrastruktur investiert um es auch einfach der Bevölkerung zurückzugeben.
00:16:44: Herr Alpen sie sagen Auch ein Bürgermeister ist kein Einzelplayer.
00:16:49: Was heißt das für Sie im Alltag?
00:16:51: Naja
00:16:51: Ja Der Bürgemeister ist der Kopf einer Stadt und gibt eine Richtung vor und schaut aber dass was wir umsetzen Das kann keiner alleine machen.
00:16:59: Also ich arbeite eng mit der Politik zusammen, das gehört dazu weil die müssen die Ideen und die Vorstellungen, die wir haben ja auch mittragen und auch beschließen und uns die Ressourcen zur Verfügung stellen.
00:17:09: Ich brauche aber genauso meine Mitarbeiter, die kreativen Ideen haben, die Lust haben, sie brennen für unsere Stadt oder auf Projekte umzusetzen oder auf projekte mitzukommen Und natürlich die Menschen, die sich in den Vereinen hier bei uns engagieren, die geben den Imput.
00:17:22: Also wir können noch so was Schönes bauen.
00:17:24: wenn die Menschen es nicht befüllen und leben dann auch nutzen funktioniert sich also Wir alle sind unsere Stadt und wir alle spielen im Team Norden und wir Alle können die Lebensrealität Die Lebenswirklichkeit in unserer Stadt gestalten.
00:17:37: und die Aufgabe des Bürgermeisters ist es diese Initiativen einzusammen zusammen zu führen und gemeinsam ja zusteuern zu gucken wie kriegen wir etwas umgesetzt?
00:17:45: Das ist einfach das Schöne, dass man jetzt wirklich nicht als Einzelkämpfer hier irgendwo antreten muss und sich irgendwie durcharbeiten muss sondern diese gute Mischung.
00:17:53: alle auch wollen und anpacken, wollen uns gut aufzustellen.
00:17:57: Das macht es dann halt aus dass wir wirklich das Team Norden sind und das merkt man einfach so die letzten Jahre wie sich ja auch die Stimmung in der Stadt verändert hat.
00:18:05: Man weiß, ich habe ein offenes Rathaus gemacht.
00:18:08: Ich bin für Ideen offen.
00:18:09: Meine Mitarbeiter haben da manchmal so mit Oh Gott was hat der Chef jetzt denn schon wieder für eine Idee?
00:18:14: womit kommt er denn da um meine Ecke?
00:18:16: Weil ich dann etwas gehört hab weil ich Ideen sehe weil ich gewisse Visionen auch hab, wie sich diese Stadt entwickeln kann.
00:18:22: Und das was ich dann so als Vision habe, was ich irgendwo gehört habe... Dafür brauche ich einfach auf Menschen die das dann umsetzen und auch wissen, wie ich ticke, wie es gesehen wird.
00:18:32: und ja deswegen ist das Ganze eine Riesenteamleistung einfach.
00:18:35: Wie's im Mannschaftssport ja auch so is'.
00:18:37: Ja.
00:18:38: Input für tolle Ideen unter Bürgermeistern gibt´s übrigens im Podcast Mensch-Bürgermeisters.
00:18:42: Ja
00:18:42: gut zu wissen!
00:18:44: Wie schaffen Sie es denn im Alltag auch mal was zu vertreten, was sie so vielleicht gar nicht entschieden hätten?
00:18:48: In die Situation kommt man als Bürgermeister ja auch.
00:18:51: Ich habe als Mensch eine Blickrichtung und eine Wahrnehmung für Situationen.
00:18:57: Und dann hab ich aber den Blick aus dem Amt.
00:18:59: Und ich kann nachvollziehen dass manchmal gewisse Sachen nicht unbedingt deckungsgleich sind weil... ...ich muss die gesamte Stadt im Blick haben über twenty-fünftausend Menschen, die hier leben und dafür Entscheidungen treffen, persönlichen Betroffenheit als Florian Eiben, als Mensch und nicht als Bürgermeister vielleicht auch manchmal anders sehen würde.
00:19:19: Und dann kommt hinzu gibt es Entscheidungen wo ich drüber gezwungen bin weil rechtliche Vorgaben durch Bund und Landheit sind wo wir nach Gesetz entscheiden müssen und das so umsetzen müssen.
00:19:28: wo ich dann auch manchmal sage also auf meinen Unrechtsgefühl ist da eigentlich da nicht richtig.
00:19:32: aber Ja, es ist nun mal so.
00:19:35: Es ist vorgespielt und demokratisch umgesetzt und das sind die Spielregeln, die wir uns hier im Land gegeben haben.
00:19:40: Und wir sind halt immer noch eine Verwaltung, die diese Spielregel auch durchsetzen muss.
00:19:45: oder es gibt etwas wo Politik entscheidet, wo ich dann gesagt habe Ich sehe das anders aber das ist ein demokratischer Prozess Die Mehrheit entscheidet etwas und da müssen wir auch gemeinsam dadurch gehen.
00:19:56: Die Erwartungshaltung habe ich ja auch an alle anderen, die vielleicht nicht meine Ideen so toll finden.
00:20:01: Wenn es eine Entscheidung gegeben hat, die eine Mehrheit getroffen hat, dann muss man sie umsetzen.
00:20:05: Aber das ist manchmal schwierig und man denkt naja... Ich hätte sie persönlich anders getroffen!
00:20:11: Es hat keiner gesagt dass Demokratie einfach ist.
00:20:14: Aber es gehört halt einfach dazu, dass man gemeinsam auch steuert und sagt okay Dann ist das so und das machen wir dann auch so
00:20:22: Halben.
00:20:23: Sie sagen die Vereine und das Ehrenamt sind das Herz der Stadt, die Wirtschaft das Rückgrat.
00:20:29: Wie wichtig ist das alles für das Funktionieren einer Stadt?
00:20:34: Das ist glaube ich das Wichtigste überhaupt!
00:20:36: Ja es ist einfach das was Spaß macht wo man sich morgen fühlt, wo man zusammenkommt...das ist in den Vereinen, dass ist die Geselligkeit, das ist Lebensqualität.
00:20:47: Klammer auf kommunalrechtlich gesehen sind, dass alles freiwillige Leistungen.
00:20:51: Also das was Spaß macht und was uns gefällt ist aber das erste wo wir kürzen müssen wenn wir kein Geld mehr haben weil wir ja nur Pflichtaufgaben wahrnehmen sollen.
00:20:57: Und die Wirtschaft ist einfach...und ich glaube das zeigt das auch wie wir hier in Norden ticken.
00:21:02: Das ging immer zusammen.
00:21:04: Wenn wir eine starke Wirtschaft haben die unterstützen die Vereine sie sponsoren und da wird viel Geld und Unterstützung angeboten die ich manchmal jetzt statt gar nicht liefern kann.
00:21:13: deswegen ist dieser Zusammenschuss dass das Rückgrat und das Herz funktionieren muss, eigentlich das Wichtigste.
00:21:19: Und es schafft dann ja auch Bindung.
00:21:20: Die Menschen aus den Vereinen fühlen sich dann mit Firmen hier vor Ort wieder identifiziert weil sie einen unterstützt.
00:21:26: Das gibt dann auch Mehrwert wie so auch Mitglieder bei diesen Geschäften einkaufen.
00:21:31: Ja, das schafft halt so das Lebensgefühl und ich muss da nur steuern.
00:21:34: Ich kann manchmal Vereine weiterhelfen, weil ich an Firmen- und Geldgeber verweisen kann.
00:21:39: Den Geldgebern kann ich sagen, unterstützt mal die Vereine, da ist eine Nische... Die fragen eigentlich nie, die brauchen aber einfach Unterstützung.
00:21:46: Beides funktioniert nur – ich glaube der Wirtschaft kann es nur gut gehen wenn die Lebensqualität in einer Stadt gut ist, wenn sie zu Friedenheit der Menschen gegeben ist und das führt zur wirtschaftlicher Stärke und damit die Menschen, die sich dann hier wohlfühlen, die braucht auch einen Arbeitsplatz.
00:22:03: Die brauchen finanzielle Sicherheit und das funktioniert nur, wenn ich eine intakte Wirtschaft habe und deswegen gehört beides zusammen und kann gar nicht ohne!
00:22:11: Es heißt, Sie haben ein Bauchgefühl für diese Stadt.
00:22:16: Wo kommt dieses Bauch-Gefühl denn her?
00:22:17: Ich glaube das ich im Laufe meines Lebens immer verstanden habe dass ich Situation sehe und einen Bauch gefühlt dafür kriege wie die Schwingungen sind, wie Menschen sich fühlen was gebraucht wird und welche Zeit gerade ist also was für Herausforderung auf uns zukommt was in Zukunft kommt und was gerade wichtig ist.
00:22:37: Ich kann nicht erzählen, oder weiß nicht wo es herkommt.
00:22:39: Ich glaube das ist damit zu tun hat dass mein Nährboden Gespräche mit Menschen sind und die Nähe die man dazu hat Und ich mich in Lebenssituationen rein denken kann und das spüre wie es den Menschen geht und Dann halt so der riecher mit das könnte was werden oder nicht.
00:22:54: und Das was sie gerade gesagt haben ist das Zitat eines Ratsmitgliedes.
00:22:58: mal zu mir sagt er also Wir sind immer wieder überrascht.
00:23:02: Wir sehen manche Ideen von dir skeptisch oder wissen gar nicht, wie kommt der da jetzt drauf?
00:23:07: Und am Ende ist es dann aber doch ein toller Erfolg und du hast Sachen gesehen die andere nicht sehen.
00:23:13: das funktioniert.
00:23:14: und ja ich glaube einfach die Menschenkenntnis dass gespür für Situationen verleben weil ich mich damit irgendwie immer beschäftigt habe.
00:23:24: Ja, mein Bauchgefühl bei den Riechern ist dann so damit.
00:23:26: Wir müssen jetzt in diese Richtung und ich kann es manchmal gar nicht genau beschreiben wie das ist.
00:23:30: Vielleicht bin ich da einfach für empfindlicher als andere
00:23:33: Menschen.".
00:23:34: Vielleicht war das ja auch eine Bauchentscheidung.
00:23:37: vor ihrer Zeit?
00:23:38: Herr Alben gab es keine Pressestelle im Norden, kein Social Media.
00:23:42: Das hat sich geändert.
00:23:43: heute gibt es Präsenz, Kommunikation und Transparenz.
00:23:46: Warum ist Ihnen das so wichtig?
00:23:48: Weil's mir einfach wichtig war unsere Stadt wir machen so viel in den unterschiedlichsten Bereichen Und das darf man einfach kundtun.
00:23:54: Tourgutes und Rede auch drüber, es ist einfach so.
00:23:57: gerade die Social Media Auftritte waren wichtig.
00:24:00: dort erreiche ich heute unsere Nutzergruppen grad auf jüngere Menschen.
00:24:04: Das ist mir wichtig.
00:24:04: für mich ist statt da gelten die Kinder genauso wie die Senioren und Senioren.
00:24:09: alle muss man halt mitnehmen.
00:24:10: deswegen muss sich auch alle Kanäle bespielen um der Jugend auch zu zeigen dass es eure Stadt das entwickelt sich und er tut sich was und Es hat dann auch für mich mit Transparenz zu tun weil Ich muss Entscheidungswege verstehen können oder auch wissen, was so gemacht worden ist.
00:24:25: Wie entwickelt sich das?
00:24:26: Wie ist das zustande
00:24:27: gekommen?".
00:24:28: Ja und es kann ich halt gut über Social Media und über Presse machen.
00:24:31: Und das gab's halt vorher bei uns in der Verwaltung nicht die einzelnen Abteilungen.
00:24:34: Die Fachdienste waren dafür mit zuständig.
00:24:36: Ich weiß dass sich die einen Kolleginnen und Kollegen dann auch manchmal schwer mitgetan haben.
00:24:41: wie schreibe ich das denn genau, wie formuliert man das?
00:24:43: ja gerade beim Nachfragen von Zeitungen war es dann so.
00:24:49: Man fühlt sich dann da so nicht bei Wohl und das merkt man.
00:24:51: Deswegen haben wir gesagt, wir wollen das professionellisieren und zentralisieren um das einfach auch in einem Guss zu haben und ja gerade über Instagram oder Facebook dann dazu legen hey dass machen wir!
00:25:01: Wir haben Whatsapp-Kanal gemacht gerade um kurzfristigen Situationen auf die Menschen sofort zu erreichen haben über zwei tausend Follower die wir dann auch direkt erreichen.
00:25:09: das funktioniert.
00:25:10: man merkt schon dass man transparenter wird Und wir haben ein Printjournal dazu gemacht, Moin Norden.
00:25:16: Das haben wir zwei fünfundzwanzig auf den Weg gebracht mit jetzt zwei Ausgaben immer halbjährlich wobei einfach über Projekte in der Stadt berichten und auch Veranstaltungen sowas hinweisen.
00:25:28: Wo merken sie denn?
00:25:29: dass sich was verändert, wenn die Menschen wissen wofür ihr Bürgermeister steht und was in der Stadt passiert?
00:25:35: Man hat stärkere Akzeptanz.
00:25:37: Es hilft natürlich gerade bei Social Media in Diskussion reinzugehen.
00:25:40: man nimmt nochmal Schwingungen wahr.
00:25:42: wie stehen die Leute dazu?
00:25:43: sieht man das skeptisch oder nicht?
00:25:45: also man kriegt da auch noch mal ein Gefühl ob sie etwas gut finden oder nicht.
00:25:48: man kann besser kommunizieren kann es nochmal Erklären aus einer Sicht der Dinge, was wichtig ist und wir hören zum Beispiel im Gespräch nur, ich habe schon gelesen oder hattet ihr ja neulich mal gepostelt.
00:26:00: Wenn jetzt Sportler erhoben werden wird die Sportler nochmal darstellen und sowas.
00:26:04: also man kann Sachen viel besser den Fokus reinbringen und es führt glaube ich dazu dass Menschen ihre Stadt auch nicht als selbstverständlich wahrnehmen.
00:26:12: Also wenn man raus guckt wenn man durch mit offenen Augen durch die Stadt geht Jede Parkbank, die da steht wird auch Steuermittel bezahlt.
00:26:18: Dafür ist jemand in unserer Stadt zuständig.
00:26:20: Jede Straßenlaterne, jeder Baum der irgendwo ist das wird irgendwo geregelt und geordnet Und es ist unsere Aufgabe dass glaube ich auch den Menschen wieder zu erklären für was so eine Kommune für was der Staat zuständig ist und was wir da eigentlich machen.
00:26:34: Das kann man am besten zum Beispiel mit Bildern oder Videos machen.
00:26:38: Sie engagieren sich gegen Kinderarmut, gegen Altersarmut und für soziale Gerechtigkeit.
00:26:44: Was bedeutet denn Zukunft?
00:26:46: Vor diesem Hintergrund für Sie ganz konkret?
00:26:49: Also ich finde es nicht akzeptierbar, dass wir in einem Land leben wo Kinder morgens ohne Essen in die Schule gehen und in den Kindergarten gehen.
00:26:57: Es ist vielfältig!
00:26:59: Und ich habe für mich die Auffassung, dass ich es richtig finde das wir in Kindergärten, in Schulen, dass da jedem die gleichen Startbedingungen geben und dann heißt es, dass alle gleich sind.
00:27:09: Kinder sind Kinder unabhängig ihrer Eltern, die dahinter stehen.
00:27:12: Und wenn wir dann den Grundanspruch haben ich möchte dass sie Kinder vernünftig ein Frühstück bekommen das sie mittags versorgt werden da muss sich die Rahmenbedingungen schaffen gilt im übrigen auch für die Senioren.
00:27:22: auch da muss ich Teilhabe ermöglichen dass sie Teil der Stadtgesellschaft sind und auch da gibt es unterschiedliche Lebensbiografien.
00:27:30: aber ist es einfach wichtig Teilhaber möglichen das Individuum sehen und ja, jeder hat einen unterschiedlichen Lebensweg.
00:27:41: Aber es muss auch möglich sein in einer Stadt dass ich bei gewissen Grundbedürfnissen die nicht konsum sind, die nicht großes Freizeitweiten sind Dass sich da den Zugang geben ermöglichen Teil dieser Gesellschaft zu sein Und unabhängig von seinem Geldbeutel.
00:27:55: Das treibt mich so an, dass man einfach den Menschen sieht.
00:27:59: Das gilt genauso für Menschen mit Einschränkungen.
00:28:01: Es gibt nicht Menschen erster oder zweiter Klasse.
00:28:04: Wir sind alles dieselben Menschen Und wenn wir es ehrlich meinen und wir wollen, dass wir gut miteinander umgehen.
00:28:10: Dass alle die Ferien und gleichen Chancen haben.
00:28:12: Da müssen wir genau diese Bedingungen schaffen, dass alle auch diese Möglichkeit bekommen.
00:28:16: Ja eben!
00:28:16: Wenn Sie nicht Bürgermeister sind?
00:28:18: Wer sind sie dann?
00:28:18: Bleibt da Zeit für
00:28:19: Hobbys?!
00:28:20: Und wenn ja was machen Sie in Ihrer Freizeit?
00:28:23: Zeit für hobbys gibt's gar nicht mehr so... Ich genieße und ziehe meine Kraft einfach aus der Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen kann.
00:28:31: Dass ich mit Freunden die Zeit finde und wir sie sinnvoll nutzen.
00:28:35: Also das ist so der Ruhepool!
00:28:36: Ich freue mich wenn ich zu Hause dann einfach mal entspannt in meinem Garten sitzen kann, meinen Haus auch genießen kann und mit der Kleinen unterwegs bin.
00:28:44: Das isso der Nährbund.
00:28:46: Und ja sonst bin ich eigentlich ein ganz geselliger Typ und eigentlich so wie ich jetzt im Amt auch bin offen, nahbar und immer im Gespräch mit den Leuten.
00:28:55: Wenn Sie in Norden mal weggehen, wenn sie Zeit haben vielleicht mit Freunden.
00:28:58: Wo gehen Sie dann hin?
00:28:59: Oder wollen wir das jetzt gar nicht verraten?
00:29:04: Ja man findet mich einfach wie jeden anderen hier so in der Stadt an den unterschiedlichsten Stellen im Sommer gerne am Strand dass man unterwegs ist um im Wald spazieren abends einmal in einer Kneipe.
00:29:15: Da fehlen uns noch ein paar.
00:29:16: da müssen wir nochmal nachlegen Dass wir da wieder was finden.
00:29:19: aber ja da wo sich der norder auch normal auffällt
00:29:23: So, und zum Schluss richten wir den Blick noch nach vorne.
00:29:26: Norden im Jahr two-tausendsechsunddreißig also in zehn Jahren.
00:29:30: Wie wünschen Sie sich das Zusammenleben der Menschen in der Stadt?
00:29:34: Wie soll sich das anfühlen?
00:29:36: Ich wünsche mir dass die Menschen unserer Stadt sagen Wir leben hier gerne Und es ist einfach toll hier Norden zu sein Ist die richtige Wahl.
00:29:45: Hier können unsere Kinder gut aufwachsen, wir sind hier behütet aber nicht abgehängt.
00:29:50: der Glasfaseranschuss ist dann auch wirklich in jeder Straße dann irgendwann vorhanden.
00:29:55: im ländlichen Raum ist das ja nicht immer so ganz so.
00:29:58: da können wir nichts für Glasfasern und Breitbandausbau aus dem Landkreis zuständig.
00:30:02: Aber dass wir wirklich die gleichen Rahmenbedingungen haben und dass man einfach sagt Wir sind stolz hier in unserer Stadt und wir haben viel geschafft Und haben in den letzten zehn Jahren die richtigen Entscheidungen auf den Weg gebracht für unsere Kinder
00:30:13: Halben, ich habe Lust bekommen auf die Stadt Norden.
00:30:16: Ganz ganz lieben Dank für dieses offene klare und menschliche Gespräch.
00:30:20: Danke für Ihre Zeit
00:30:20: hier an!
00:30:21: Vielen Dank Herr Brinkmann.
00:30:22: Das war Mensch Bürgermeister.
00:30:24: Ich bin Olaf Brinkman Und ich freue mich wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind.
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