Gemeinschaft lebt vom Mitmachen - Philipp Ralphs, Bürgermeister von Heeseberg

Shownotes

Philipp Ralphs ist Bürgermeister der Samtgemeinde Heeseberg – und jemand, der schon als Kind Verantwortung übernehmen wollte. Während andere Fußball spielten, organisierte er mit zwölf Jahren bereits Feste im Gesangsverein, saß im Festausschuss und lernte früh, dass Gemeinschaft vom Mitmachen lebt. Heute sagt er: Nicht Macht treibt ihn an, sondern die Freude daran, Dinge gemeinsam zu gestalten.

In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt Philipp Ralphs von seiner Kindheit in einem Dorf, in dem Großeltern, Nachbarn und Freunde wie eine große Familie waren. Besonders seine Stiefoma Heidi und sein Opa Erwin haben ihn geprägt – mit Herzlichkeit, Haltung und dem Selbstverständnis, dass Ehrenamt einfach zum Leben dazugehört. Er spricht darüber, warum diese Werte bis heute sein Handeln bestimmen und weshalb er überzeugt ist, dass Kinder auch heute noch ein ganzes Dorf brauchen, um gut aufzuwachsen.

Außerdem berichtet Philipp Ralphs, wie aus seiner Leidenschaft fürs Organisieren schließlich der Weg in die Kommunalpolitik wurde. Er erzählt von mutigen Ideen, großen Dorffesten, seinem Einstieg in den Gemeinderat und davon, warum das Leben auf dem Land für ihn bis heute etwas ganz Besonderes ist. Es geht um Zusammenhalt, kurze Wege, Familienfreundlichkeit und die Frage, weshalb gerade kleine Gemeinden so viel Gestaltungskraft besitzen.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Folge ist der Alltag eines Bürgermeisters. Philipp Ralphs beschreibt, warum er sich selbst als „Problemmanager“ versteht, weshalb jeder Tag anders verläuft und warum es ihm wichtig ist, auch außerhalb des Rathauses ansprechbar zu bleiben – auf dem Fußballplatz, im Sportheim oder beim Dorffest. Er erklärt, weshalb Vertrauen heute mehr Kommunikation braucht als früher und warum Zuhören für ihn zu den wichtigsten Aufgaben seines Amtes gehört.

Sehr persönlich wird das Gespräch, als Philipp Ralphs über den Abschied von seinen Großeltern spricht. Er erzählt von ihrer Pflege, den gemeinsamen letzten Monaten und davon, wie diese Zeit seinen Blick auf Familie, Verantwortung und das Leben verändert hat. Es ist ein bewegender Abschnitt über Dankbarkeit, Abschied und die Bedeutung von Gemeinschaft – gerade dann, wenn das Leben schwer wird.

Natürlich geht es auch um die Samtgemeinde Heeseberg. Philipp Ralphs erzählt, warum Familien hier gute Bedingungen finden, weshalb ihm Vereine, Feuerwehr und Ehrenamt so wichtig sind und was er sich für die Zukunft seiner Heimat wünscht: mehr miteinander reden statt übereinander, mehr Verantwortung füreinander und ein Dorfleben, das Menschen verbindet.

Mehr Informationen zur Samtgemeinde Heeseberg gibt es hier: https://www.samtgemeindeheeseberg.de/ https://www.facebook.com/philipp.ralphs https://www.instagram.com/philippralphs/


„Mensch, Bürgermeister!“ ist der Podcast, der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Menschen zeigt. Abseits von Terminen, Sitzungen und Schlagzeilen erzählen sie, was sie bewegt, antreibt und manchmal auch zweifeln lässt. Es geht um Verantwortung, Heimat, Familie, Entscheidungen – und um die Frage, wie Politik vor Ort menschlich bleiben kann.

📣 Aufruf – Mitmachen erwünscht Sie sind ebenfalls Bürgermeisterin oder Bürgermeister und möchten zeigen, wer Sie jenseits des Amtes sind? Dann melden Sie sich bei uns und werden Teil von „Mensch, Bürgermeister!“. Wir freuen uns auf ehrliche Gespräche, persönliche Einblicke und Ihre Geschichte. Kontakt: hallo@podcast-factory.de bzw. https://mensch-buergermeister.de

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Transkript anzeigen

00:00:01: Mensch Bürgermeister.

00:00:05: Mensch Bürgermeister!

00:00:07: Heute mit Philipp Ralfs, Bürgermester der Sandgemeinde Heeseberg Seine erste Erinnerung, ein Fußballspiel.

00:00:15: Deutschland gegen Kroatien in deiner Zeit einen Moment der Hängen bleibt.

00:00:20: Aufgewachsen ist er beim Menschen, die geprägt haben – eine Oper, der beim Bundesnachrichtendienst gearbeitet hat eher still und eine Stiefoma, die das Gegenteil war.

00:00:29: Sie haben ihn mitgenommen im Gesangsverein, so früh dass sogar die Satzung geändert werden musste.

00:00:35: Mit zwölf Jahren sitzt er im Festausschuss stellvertretender Vorsitzender, organisiert Wandertage, feiern Gemeinschaften Und heute ist er Bürgermeister in Heseberg, in Niedersachsen untersagt.

00:00:47: Nicht Macht tragt mich an, sondern die Freude daran Dinge zu gestalten!

00:00:50: Ich bin Olaf Brinkmann und begrüße Philipp Ralfs bei.

00:00:52: Mensch-Bürgermeisterschön dass sie da sind.

00:00:55: Schön das ich da sein darf.

00:00:56: Herr

00:00:56: Ralf's ihre erste Kindheitserinnerung ein Fußballspiel.

00:01:07: Ich glaube gar nicht direkt das Spiel als solches.

00:01:09: Ich habe heute noch im Kopf, es war spät wir dürfen lange wach bleiben.

00:01:13: ich war acht Jahre was ganz besonderes für alle für die ganze Familie und irgendwie auch für alle Freunde hab' ich im Nachhinein mitbekommen.

00:01:21: also ist da ja das Gefühl da passiert gerade etwas Großes dass müssen alle mitkriegen?

00:01:25: Ich habe noch die Umgebung so ein bisschen auch im Kopf wie unser Wohnzimmer aussah.

00:01:28: der blaue Teppich Gelsenkirchener Barock sagt man glaube ich und auch der Fliesentisch waren alle mit dabei Und so ist das zu einem besonderen Moment geworden zwischen Euphorie und Drama.

00:01:39: Christian Wörns die rote Karte, dass es das Bild was mir vom Fußballspiel über ist... ...und dann haben ja das Drama seinen

00:01:45: Lauf.".

00:01:46: Die sagen trotz einer schweren Zeit in ihrer Familie war ihre Kindheit mega schön!

00:01:51: Was hat denn Ihre Kindheit so besonders gemacht?

00:01:53: Ich habe das Sprichwort im Kopf.

00:01:56: Man braucht ein ganzes Dorf, um Kinder zu erziehen und da möchte ich sagen dass es wirklich im positivsten Sinne für uns kann man das heran ziehen.

00:02:04: Wir wohnen in einer Straße wo zweimal Oma-Opa dabei waren Wo der Onkel gelebt hat Freunde gelebt haben Der Patenonkel.

00:02:11: Somit war man wohl behütet.

00:02:13: Ich kann mich an keinen Mangel erinnern.

00:02:14: Ich kann nicht auch an keine unüberwindbare Hürde erinner'n.

00:02:18: Somit muss sich sagen wir hatten alles was wir brauchten Und ich glaube das war schön.

00:02:21: ist

00:02:23: Ihr Opa Erwin, ich habe schon gesagt ihr ein stiller Mensch.

00:02:26: Ihre Stiefoma Heidi das Gegenteil?

00:02:28: was haben sie denn von den beiden fürs Leben mitgenommen?

00:02:31: Wenn ich es ganz so labb sagen möchte und muss dann denke ich das ganze Handwerkszeug was man heutzutage so braucht um vernünftig durch eine leben zu gehen auch verantwortungsbewusst Bei meinem Opa ja, der war eher still wie ihn gewohnt.

00:02:45: Aber wenn er sie dann getan hat ... Dann hatten sie Gewicht gestanden im Raum und die waren zu befolgen.

00:02:50: am Ende.

00:02:51: Bei meiner Stiefuhr war mehr Temperament aber auch Herzlichkeit.

00:02:54: Da konnte man sich reiben von daher die gegenteilige Personen in dem Fall.

00:03:01: Von ihm also tatsächlich dieses Haltung bewahren und von ihr hilfsbereit sein das war immer ganz wichtig.

00:03:07: Herzlichkeit mit Humor ich glaube dass trägt sich bis heute durch bei mir.

00:03:13: Ja,

00:03:14: genau und Ihre Stiefoma Heidi war es ja auch die sie früh ins Ehrenamt geführt hat.

00:03:18: wie wichtig war denn dieser Einfluss für ihren Weg?

00:03:21: Also mein Opa war tatsächlich auch im Ehrenamte unterwegs aber er war nicht der Werbung dafür gemacht hat.

00:03:27: das war tatsächlich dann meine Stiefommer die gesagt hat dass ist was das müssen wir alles machen.

00:03:32: da war ehrenamt auch wirklich ihre.

00:03:35: Das hat sich ja leider teilweise ein bisschen geändert heute sodass man Dinge tun muss.

00:03:39: Damals war es der absolute Wille und dann war ganz klar, wenn in der evangelischen Kirche zum Beispiel der Weihnachtsbaum geschmückt werden musste, dann warst du mit dabei für die Frauen hier für Tische und Stühle stehen.

00:03:51: Das waren ganz alltägliche Dinge.

00:03:53: im Gesangverein gab's gar nichts was sie nicht gemacht hat.

00:03:55: vielleicht ist die Regierung nicht das hat sie nicht getan aber ansonsten war ihren Amt Alltag.

00:04:01: es war ein schöner Alltag und da kam er einfach nicht weg das bekam man dazu

00:04:07: Und in diesem Gesangsverein waren sie mit zehn Jahren und mit zwölf Jahren schon stellvertretender Vorsitzender im Feste-Ausschuss.

00:04:14: Wahnsinn!

00:04:15: Wie kam es denn dazu?

00:04:16: Was hat sich damals so fasziniert am organisieren?

00:04:20: Ich glaube, wenn ich's von heute betrachte, Drückwirk – und so versteht man's ja meistens – sagt man mir zumindest immer, ich hatte viele Ideen für das gesellschaftliche Thema in so einem Verein.

00:04:32: Die wollte ich immer schon umsetzen, auch in dem jungen Alter.

00:04:35: Weil ich es natürlich A mitgekriegt hat aber B auch immer ein bisschen selbstbewusst gesagt habe Ich kann das vielleicht hier und da ein bisschen besser oder würde Dinge anders machen Und da bin ich recht dankbar.

00:04:46: Das Vereinsumfeld die Leute haben mich wirklich machen lassen, sie haben mich unterstützt.

00:04:50: Ich bin mir sicher Es gab das wachsame Auge was mich angeguckt hat Was mich beäugt hat und aufgepasst hat Dass es auf wirklich läuft in eine gewisse Richtung.

00:04:59: Aber ich hatte die Freiheit.

00:05:01: Und dann kam es zu einer Sitzung tatsächlich.

00:05:04: Das war hier damals im Dorf, so die Gemeinde hatte einen Ausschuss wo alle Vereine teilgenommen haben und da wurde eben das gesellschaftliche Leben geplant.

00:05:10: und da habe ich mal gesagt ach Mensch den Ausschuss den hätte ich gerne mal als Vorsitzender das würde ich gern mal entmachen.

00:05:16: das soll ich mit zwölf gesagt haben.

00:05:18: Zwei tausend elf hat's dann übrigens geklappt hab ich den Ausschluss übernommen.

00:05:22: Wann haben Sie denn gemerkt dass organisieren?

00:05:25: Dass ist mehr als nur ein Hobby das is was was mich wirklich erfüllt.

00:05:28: War das in der Zeit?

00:05:29: Also ich habe ja von dem doppelten Boden erzählt im Verein, den ich meine gespürt zu haben.

00:05:35: Rückwirkung zumindest.

00:05:36: Damit versteht man das wahrscheinlich dann doch noch nicht so ganz.

00:05:40: in der Abiturzeit da hab' ich mich auch um unsere Abifäden gekümmert und natürlich auch um den Abschlussball.

00:05:46: Und dann hängt zum ersten Mal wirklich das eigene Geld mit drin.

00:05:50: und der doppelte Boden ist auch nicht so dick bei diesen Veranstaltungen Da habe ich das erste Mal gemerkt, okay hier geht es in der herausfordernde Richtung.

00:05:59: Aber es macht verdammt viel Spaß.

00:06:01: und wenn dann die ürwitzigsten Dinge auch funktionieren auf diesen Feiern da gab es tatsächlich einige Dann kann man ja eigentlich nur zufrieden sein.

00:06:09: Jetzt werde ich aber neugierig was war denn das zum Beispiel?

00:06:13: Ich kann mich erinnern Das ist vor allem im Kopf geblieben wir haben am Valentinstag eine Abifähle gemacht Haben sie auf sechshundert Leute ausgelegt.

00:06:21: Es wurden dann über zwei tausend, das heißt alle Sicherheitskräfte und alles was wir so organisiert haben.

00:06:26: ringsherum hat ein bisschen Stress.

00:06:27: Wir haben das alles hinbekommen ist es alles gut gelaufen Und wir hatten die ürwitzige Idee zum Lied Loffes in sie.

00:06:34: er gibt es freigetränkelt da sind ja dann auch gleich ganze drei Minuten und wir hatten dann eine Theke im Raum.

00:06:40: Wir hatten am Anfang des Lieds immer so vier fünf sechs Meter Platz dahinter Und nach dem Lied nur noch so sechzig, siebzig Zentimeter.

00:06:48: Das heißt man hat uns für diese Freigetränke auch ein bisschen nach hinten gedrückt und solche Ideen haben wir durch alle feiern gebracht.

00:06:55: aber es hatte immer geklappt.

00:06:56: doch wenn's manchmal grenzwertig war ist das immer gut gegangen.

00:06:59: Aber Sie waren ja auch schon seit der dritten Klasse Klassensprecher immer vorne dabei immer engagiert.

00:07:04: War das für Sie selbstverständlich oder gab es dann auch mal Momente wo Sie gesagt haben?

00:07:08: So einen Zweifeln?

00:07:10: Interessiert habe ich mich dafür schon immer.

00:07:12: Tatsächlich auch in der Schule war dann noch irgendwann Schüler-Sprecher, mich da einzusetzen zuzuhören was geht, was geht eben nicht und wo kann man eventuell ein bisschen nachsteuern?

00:07:21: Natürlich gab es auch Zweifel.

00:07:23: also im Jahr zwei tausendzehn mit zwanzig bin ich dann im Chorwesen habe ich ein bisschen das praktische verlassen und bin auch dahin die Administration übergegangen.

00:07:32: ins Präsidium des Niedersächsischen Chorverbandes war dann da auch Vizepräsident für das ganze Bundesland.

00:07:38: Und da merkt man mit zwanzig, Mittezwanzig irgendwann ach der Freundeskreis macht irgendwie was anderes an den Wochenenden.

00:07:44: Teilweise auch an den Abenden.

00:07:46: und da fragt man sich natürlich schon einmal ist das so richtig?

00:07:50: Was du hier tust?

00:07:53: Du wendest viel Zeit für andere auf Für die Sache, die dir am Herzen liegt.

00:07:56: keine Frage Aber verpasst du vermeintlich irgendwas zu Hause, bei deinen Freunden.

00:08:02: Und was macht das später mit dir?

00:08:03: Was macht es mit den Freunden?

00:08:04: Die Freunde sind da!

00:08:05: Das ist übrigens die gute Nachricht daran.

00:08:07: Heute muss ich sagen dieser Blick über einen Tellerrand von unserem kleinen Dorf meistens nach Hannover dann eben.

00:08:12: Da war die Geschäftsstelle aber auch übers ganze Land.

00:08:15: Ich glaube dass der berühmte Blick über den Tellerrant der mir heute viel hilft.

00:08:20: Und ihr Opa hat gesagt, du musst Chef sein.

00:08:24: Nicht nur mitmachen!

00:08:25: Wie sehr begleitet sie dieser Satz heute noch?

00:08:27: Wie groß war da der Einfluss?

00:08:31: Das hat er tatsächlich einmal gesagt.

00:08:32: wenn du so mitmachst dann muss doch was zu sagen haben sonst macht es keinen Sinn.

00:08:36: Es ist eigentlich komplett konträr zu dem wie er gelebt hat.

00:08:39: das muss ich sagen ja also das hatte mir mitgegeben irgendwann einmal Das hat sich natürlich eingebrannt.

00:08:47: Also das ist was, das vergisst man nicht, das werde ich auch nicht vergessen.

00:08:51: wird jetzt aber sagen dass ich heute nicht mehr die Brechstange auspacken um irgendwo vorne mit dabei zu sein.

00:08:55: Es ist so, dass ich gern mit Rat und Tat zur Seite stehe Auch rings um mich herum auch wenn ich kein Amt oder Verpflichtung habe kann man mich fragen Und ich bin während dabei Aber ansonsten sehe ich das recht gelassen Möchte aber tatsächlich sagen dieser Satz der hat mich in der Anfangszeit gut begleitet und vielleicht doch an die andere Stelle gebracht wo man heute sagen würde, wo ich sonst nicht hingekommen wäre.

00:09:18: Aber ansonsten mit thirty-six glaube ich ist der Drang da auf vorbei zu sagen jetzt musst du überall Chef sein.

00:09:28: Was hat sie denn damals gereizt sich politisch einzubringen?

00:09:32: Auf dem Dorf wirst Du ja irgendwie beobachtet.

00:09:34: Ich glaube so kann man das sagen.

00:09:37: Der Junge hat Abitur, er hat eine Ausbildung gemacht.

00:09:39: es heißt er nicht gleich studieren gegangen und das ist ja schon mal was Bodenständiges.

00:09:45: Mein Nachbar hat mal gesagt, er ist sogar Kartoffeln.

00:09:48: Auch als junger Mensch.

00:09:51: Ich hatte also damals das große Glück, dass eine Instanz im Dorf gesagt hat, der könnte uns weiterhelfen und muss da mitmachen.

00:09:58: Der macht ja auch schon was in den Verein.

00:10:00: Man hat mich schlicht gefragt, ob ich Lust zu habe?

00:10:03: Und das war dann schließlich auch der Eintritt eben diesen Ausschuss von dem ich gesprochen hab aufzübernehmen.

00:10:09: Den hat man mir gleich anvertraut Und so war ich ja in meinem Thema, wo ich eigentlich zu Hause war im Ehrenamt auch gleich politisch dann eben zugange.

00:10:18: Vereinsleben, kulturelles Leben, feiern Feste alles was das ringsherum macht dass den Pfeffer gibt für so ein Dorf denke

00:10:25: ich mal Genau weil sie sagen das Dorf und wie wir leben das interessiert mich.

00:10:30: Was genau meinen Sie damit?

00:10:33: Also ganz schlichtig.

00:10:33: Ich treibe mich jetzt seit thirty-six Jahren hier rum!

00:10:37: Ich bin hier geboren, ich lebe hier seit thirty six Jahren und lebe gerne hier.

00:10:42: Hab viel erlebt, bin groß geworden in diesem Dorf mit allem was es kann... Was ist aber auch nicht kann?

00:10:47: Und ich denke wir haben da ein großes Glück dass wir hier in einem Land leben, wo man auf seinen Dörfern eben, wenn man sich engagiert auch noch viel mitgestalten kann sogar bestimmen kann und am Ende auch beeinflussen kann.

00:10:58: In eine Richtung die für alle gut sind, vermeintlich erst mal für sich selbst aber oft ist es ja so das man tatsächlich seine eigene Meinung auch bei den anderen wiederfindet.

00:11:07: Das meinte ich mir auch nicht so, aber so soll es auch sein und darum bin ich eigentlich ganz froh, dass ich auf so ein Dorf lege, wo mich kennt und ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen der Verantwortung tragen müssen Und das ist in einem Dorf sehr viel einfacher als in einer großen Stadt.

00:11:22: Ich glaube, hier sind die Absprachewege sehr viel kürzer und da kommt man gemeinsam sehr viel einfach zum Erfolg.

00:11:29: Der Ort ist überschaubar und gleichzeitig aber lebendig!

00:11:32: Was macht denn das Leben auf dem Land für Sie so besonders?

00:11:36: Für mich ist es genau die Mischung.

00:11:38: also wenn ich aus der Haustür gehe dann kann ich mit meinem Hund tatsächlich ab Minute eins in den Feldmarkt gehen und sehe lange erst mal nichts.

00:11:47: Das heißt, da ist viel Ruhe.

00:11:49: Trecker, aktuell Mähdrescher.

00:11:52: Das ist beruhigend.

00:11:53: und auf der anderen Seite haben wir auch hier auf dem Dorf Ortsapps.

00:11:57: Da kann man gucken am Wochenende es viel los, auch unter der Woche.

00:12:01: das heißt ich kann genau das Gegenteil haben und zwar direkt vor der Haustür meistens zu Fuß nach Hause gehen eventuell mit dem Fahrrad aber auch mit dem Auto.

00:12:09: Und die Mischung ist es dies am Ende ausmacht hier auf den Dorf zu leben.

00:12:14: Und Sie sind selbst Familienvater, warum glauben Sie gerade für Familien ist das ein guter Ort?

00:12:20: Ich habe es ja selber erlebt.

00:12:21: Das hatte ich vorhin auch gesagt und du brauchst zum ganzen Dorf für eine Erziehung.

00:12:26: Ich glaube dass können wir heute noch.

00:12:28: Wir kennen uns hier.

00:12:29: Wir wissen wer kann was, wer kann etwas nicht und wer hilft wann.

00:12:33: Und wir haben uns ganz nebenbei als politische Gemeinde auf die Fahnen geschrieben zusammen mit den Reden Kindererziehung ist ein unserer Aushängeschilder.

00:12:41: Wir haben moderne Kindergärten, wir bauen gerade an der Grundschule so dass wir bis zum zehnten Lebensjahr eigentlich den Familien hier sagen können auf dem Dorf zusammen mit dem Glasfaseranschluss.

00:12:52: Hier bist du erst mal sicher für zehn Jahre und dann unterhalten uns über die weiterführende Schule, die da natürlich mit Bus und Co zu erreichen ist.

00:12:59: ich denke das ist für Familie, für die ersten zehn Jahre schon mal eine extreme Sicherheit.

00:13:05: Sie sagen, ein Bürgermeister ist an vielen Tagen ein Problemmanager.

00:13:09: Was bedeutet das konkret?

00:13:10: Wie sieht so'n typischer Bürgemeister-Tag bei Ihnen aus?

00:13:14: Den Begriff ProblemManager benutze ich gerade deswegen gerne weil er für mich schon aussagt dass es gar keinen Alltag gibt für einen Bürgereister.

00:13:21: den kann man sogar nicht beschreiben.

00:13:23: aus meiner Sicht zumindest.

00:13:25: Was tatsächlich bei mir eine Besonderheit ist, mein Körper funktioniert vor acht um uns offensichtlich nicht.

00:13:31: Darum steige ich in den Bürgermeistertag immer so um acht kurz nach acht ein.

00:13:34: vorher funktioniert es einfach nicht.

00:13:36: das wird nicht gut Das wissen aber auch alle und da ist das ganz gut abgeklärt.

00:13:42: Ja danach unterhalte ich mich meistens zuerst mit Kollegen und Kolleginnen dann E-Mails lesen post machen also die Dinge die man sich wahrscheinlich auch vorstellt die einem Bürgemeister tut Und dann wird es meistens Nicht unruhig, aber oft vorher zumindest mal nicht planbar.

00:13:57: Viele Termine draußen, aber auch Termine drin viele Besprechungen tatsächlich Aber einfach auch draußen zuhören.

00:14:05: Büro Tage gibt es auch.

00:14:07: Ich glaube der spannendste an unserem Job ist man weiß tatsächlich abends immer erst was war am tag eigentlich das spannendste und was war das wichtigste?

00:14:15: Und gibt's Momente wo sie denken heute wars besonders herausfordernd?

00:14:21: Ich glaube den einen Moment nicht wirklich, meistens sind es dann wenn sich die Momente einander rein und das auch noch in Wochen wo's wirklich voll ist.

00:14:29: Wo man dann sagt okay Es geht jeden Tag von morgens bis abends und manchmal dann eben auch Bis in die Nacht möchte ich sagen wenn andere dann schon wieder zu Hause sind Dann ist man noch dabei.

00:14:40: Und wenn sich das dauernd wiederholt Wenn dass In der ganzen Woche so ist ich glaube dann sagt man schon einmal an dem nächsten ruhigen tag Das war eben gerade mal ganz herausfordernd.

00:14:49: Meistens ist aber und das ist gut daran, man weiß wofür man es tut.

00:14:53: Wenn diese Herausforderungen farsam kommen dann hat man ein großes Projekt gehabt oder große Themen und wenn die dann abgearbeitet sind ich glaube dann ist das auch ein gutes Gefühl.

00:15:03: Und Sie sagen von sich vielleicht sollte ein Bürgermeister anders sein?

00:15:07: Aber Ich bin wie ich bin!

00:15:08: Sie gehen zum Fußball sie treffen Freunde sitzen auch Mal in der Kneipe.

00:15:12: warum es ihnen diese Nahrbarkeit so wichtig

00:15:15: Den Bürgermeisteramt heftet, glaube ich manchmal noch so was Verstaubtes an.

00:15:19: Und es wird ja sicherlich hier und da auch mal nachgesagt, dass der Bürgereister in seiner Amtsstube, der da sitzt... ...und das möchte ich auf keinen Fall vermitteln weil es schlicht einfach nicht so ist.

00:15:29: also neben Bürgemeister heißt man noch Philipp Reifs.

00:15:31: den gab's schon vor dem Bürgermeister.

00:15:33: er isst jetzt nur Bürgerveister.

00:15:35: Das bedeutet aber eben nicht Dass der Philipp da irgendwie weg ist ist es ganz wichtig, den Leuten da auch zuzuhören und zwar in einer Umgebung die eben nicht das Rathaus ist.

00:15:44: Und auch nicht die offizielle Sitzung!

00:15:46: Ich bin davon überzeugt dass man im Sportheim oder auf dem Fußballplatz oder bei den Vereinen wenn man selber dabei ist sehr viel andere Dinge hört und sie auch anders hört als in diesen offiziellen Formaten und darum ist es einfach wichtig dass man weiter da bleibt weibt und ganz selbstverständlich dazu gehört.

00:16:04: Sie haben ja auch kein Diensthandy, Herr Ralfs.

00:16:06: Nur ihr Privatis und sind eigentlich immer erreichbar!

00:16:10: Wo ziehen sie denn für sich die Grenzen?

00:16:12: Und wie gelingt es ihnen trotzdem abzuschalten?

00:16:15: Ich habe's tatsächlich versucht mit einem zweiten Handy und einer zweiten Nummer... ich scheitere da an mir selber.

00:16:20: Ich kann offensichtlich mit zwei Handys nicht umgehen, sodass das tatsächlich so ist.

00:16:25: Mein privates Handy ist auch mein Diensthändig.

00:16:27: jeder hat diese Nummer.

00:16:29: Ich glaube man kann sie auch schnell ergugeln und dann erreicht man mich.

00:16:33: Aber ja, man muss sich selber trainieren zu sagen und jetzt heute Abend oder ab dieser Zeit ist man eben mal nicht erreichbar.

00:16:39: Und dann gibt es natürlich Hobbys.

00:16:41: Ich habe meinen Garten für mich entdeckt.

00:16:42: der ist groß da will Hecke geschnitten werden, da wird Rasen gemähen werden.

00:16:46: Es gibt also Situationen wo ich definitiv nicht erreichen kann.

00:16:50: Sie machen etwas, Herr Ralfs.

00:16:52: Beziehungsweise haben sie etwas was ich mir, ich glaube seit fünfzehn Jahren Vornehmer aber immer noch nicht gemacht habe und mich dann am nächsten Morgen immer wieder ärgere.

00:17:01: Sie haben ein Notizbuch am Bett Schreiben nachts Gedanken auf.

00:17:05: Was sind das für Gedanken in diesen

00:17:07: Momenten?

00:17:07: Das sind vielfältige Gedanken!

00:17:09: Das hat nicht nur mit der Arbeit zu tun.

00:17:10: Das sind auch mal private Gedanken, das sind Gedanken aus dem Ehrenamt die mehr da kommen.

00:17:15: Ich hab nen unfassbar leichten schlaf ich höre also viel auch in der Nacht Und da ist es, glaube ich wichtig den Gedanken sofort loszuwerden und ihn aufzuschreiben.

00:17:24: Das rührt aus meinem vorherigen Beruf.

00:17:26: Da musste ich viele Gedanken zusammen haben jetzt wahrscheinlich noch mehr und dann kommen die in dieses Heft.

00:17:33: Meistens ist der Gedanke, den ich dabei habe das muss jetzt da schnell rein Dann ist es aus deinem Kopf und nächsten Morgen gucken wir einfach mal Manches ist ganz gut und anderes darf auch gerne in diesem Notizbuch bleiben.

00:17:43: dann

00:17:45: Was haben sie denn beruflich vorher gemacht?

00:17:48: Ich war tatsächlich bei einer Saatgutfirma hier auch in der Samtgemeinde, die Saatsucht macht.

00:17:53: Da war ich zuständig für die Getreideproduktion national-international und habe da also die Produktion organisiert dass wir eben auch weiterhin Brot und Brötchen auf den Tisch bekommen.

00:18:03: Sie sind auch bei der Feuerwehr aktiv und fahren auch Einsätze mit.

00:18:06: wie muss ich mir das vorstellen wenn jetzt das Telefon klingen würde?

00:18:09: In diesem Augenblick sind sie im Bereitschaft gerade.

00:18:12: Also tatsächlich ist ja eine freiwillige Feuerwehr bei uns, aber ja wir haben auf unserem Handy jeder eine App und wenn die dann piept oder den Ton macht, den man eingestellt hat.

00:18:22: Wir haben übrigens auch diese Räne auf dem Rathaus.

00:18:24: also hier kannst du dich nicht ausreden Hier bekommst du den Einsatz auf jeden Fall mit.

00:18:28: Dann renne nicht nur ich denn rennen auch Kollegen zu der jeweiligen Feuerwehr hier bei uns.

00:18:34: Und ja dann sind wir innerhalb von wenigen Sekunden Feuerwehrleute.

00:18:38: Dann hoffe ich, dass wir jetzt noch bis durch die Folge kommen.

00:18:41: Danach darf dann der Alarm gehen.

00:18:42: was bedeutet Ihnen denn dieses Engagement bei der Feuerwehr?

00:18:46: Also ich bin mit zehn Jahren in die Jungfeuerwehr eingetreten zusammen mit meinem ganzen Freundeskreis.

00:18:50: das war also ein Gemeinschaftsprojekt.

00:18:52: Technik ist natürlich unfassbar interessant in diesem Alter.

00:18:56: Wettkämpfe dazu in diesem alter.

00:18:58: Das heißt es war selbstverständlich, dass man dabei bleibt auch in die aktive Feuerwehr geht.

00:19:02: Ich glaube hier auf dem Dorf Ufsuhilfe wenn Nachbarschaftshilfe nicht mehr geht Bei Feuer, okay.

00:19:07: Ist das grundsätzlich mal was anderes?

00:19:09: Und ich glaube, dass ist eine der für densten Aufgaben die man so machen kann anderen Leuten zu helfen selbstlos zu helfen und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

00:19:18: Ich gebe zu es hat ein bisschen gelitten seitdem ich Bürgermeister bin dann ja auch gleichzeitig Dienstherr Das versuche immer ganz rigoros nach hinten zu kehren.

00:19:26: Ich bin dann einfach Feuerwehrmann.

00:19:28: aber Es ist natürlich und da muss man ehrlich sein Die Ausbildung ist genauso umfänglich wie bei Berufsfeuerwehren oder in großen Städten ist zeitintensiv.

00:19:36: Mein Job ist es aber auch.

00:19:38: Und Ihr Job?

00:19:38: Ihr Arbeitsplatz ist ja nur siebenhundert Meter von zu Hause entfernt, aber trotzdem fahren Sie oft mit dem Auto.

00:19:45: Warum?

00:19:46: Das ist tatsächlich eine oft gestellte Frage die mir begegnet.

00:19:50: Mein Sohn behandelt das übrigens auch im Kindergarten.

00:19:52: der ist gegenüber und die sehen unsere Autos.

00:19:55: Da steht Papas Auto also das wird auch immer wieder prominent platziert.

00:19:59: Das hat zwei Gründe.

00:20:00: einmal was ganz Praktisches Manchmal brauche ich das Auto einfach im Tagesverlauf und dann wieder nach Hause gehen.

00:20:06: Das Hohlen ist unpraktisch, aber ja.

00:20:08: und da gibt es auch noch einen zweiten Grund.

00:20:10: Ich rede gerne dass es eins meiner Handwerkzeuge Und ich muss oder darf das ist ja auch noch was tolles für so ein Dorf Von meinem Zuhause an der Grundschule vorbei an der Physiotherapie dem Arzt und den Pflegedienst Und wie gesagt schrägen gegenüber ist.

00:20:25: in der Kindergarten nehmen uns die Apotheke.

00:20:27: natürlich trifft man da Menschen.

00:20:29: Es ist mir auch schon passiert, dass ich Termine versäumt habe.

00:20:32: Weil ich dann in diesen Gesprächen aufgehe die ich unfassbar gerne führe und manchmal oder meistens muss sich die Leider Gottes wirklich vermeiden indem mit dem Autofarbe.

00:20:43: So das Sie haben jetzt gerade schon gesagt es mussten sie oder müssen sie häufiger erklären warum das so ist?

00:20:49: Sie sagen heute muss man vieles mehr erklären als früher.

00:20:53: vertrauen ist nicht mehr selbstverständlich.

00:20:55: woran merken Sie das?

00:20:56: an Ihrem Berufseitag?

00:20:58: Also im Berufsheiltag merke ich es vor allem, das muss ich sagen seitdem ich Bürgermeister bin.

00:21:02: Ich glaube es liegt an diesem viel zitierten alle Informationen sind sofort verfügbar.

00:21:07: Feuerwehreinsatz haben wir gerade gesagt.

00:21:08: Wir sind noch im Feuerwehereinsatz und währenddessen ist auf Facebook Instagram schon die Meldung in der Zeitung dass gerade ein Feuerwehr Einsatz läuft.

00:21:16: Das nimmt jeder für sich mit bildet sich seine Meinung ist auch gut.

00:21:19: Das ist nicht schlechtes ist eine Demokratie.

00:21:21: aber Es fehlt dann oft die Nachfrage um seine eigene Information zu gestätigen.

00:21:26: Und da, glaube ich, sind wir gefragt immer mehr zu erklären.

00:21:30: Mehr Informationen zu geben – das gelingt nicht immer!

00:21:34: Aber wir haben das Problem bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen.

00:21:37: Glaube ich wird manchmal zu schnell geurteilt ohne zu wissen was teilweise kompliziert ist dieses Wissen zu erlangen.

00:21:45: Das will ich gar nicht von der Hand weisen.

00:21:48: Warum ist diese Entscheidung getroffen worden?

00:21:50: Oder warum sind Dinge wie sie sind

00:21:52: und wie gehen Sie damit um?

00:21:53: Wie reagieren Sie?

00:21:55: Natürlich dann mit der Erklärung, also ansprechbar sein ist meine ich da sehr wichtig auf jeden Fall das ganze ruhig und sachlich zu erklären.

00:22:03: Wir haben hier Apps eingeführt.

00:22:05: unser Sprachkanal jeder den haben will nach außen ist tatsächlich eine sogenannte Häselberg App in der wir Dinge erklären, in der werden auch bildlich veranschaulichen Und so ja meiner Meinung nach einen sehr einfachen Zugang auch in dieses Rathaus ohne wirklich hierzu sein geben.

00:22:23: Wir haben schon über Ihre Kinder gesprochen, Sie haben zwei kleine Kinder.

00:22:26: Was wünschen sie sich denn für deren Aufwachsen?

00:22:29: Also grundsätzlich sage ich mal von den Werten und allem was ich erleben durfte das was ich erlebt habe.

00:22:35: Ich mache es immer bei uns am Volksfest fest hier auch im Dorf.

00:22:38: Das darf ich mit organisieren als Vorsitzender des Vereins hier vor Ort.

00:22:42: Ich bin da groß geworden!

00:22:43: Ich wünsche mir dass meine Kinder sowas hier auch erleben können ganz nah vor der Haustür.

00:22:47: Da würde ich mich unfassbar freuen.

00:22:49: Kindergärten, Schule... Es ist alles hier!

00:22:52: Ich wünsche mir einfach dieselben Chancen die ich hatte für meine Kinder.

00:22:55: Und welche Werte wollen Sie Ihnen mitgeben?

00:22:57: Ich glaube Respekt ist ganz wichtig.

00:23:01: Wenn ich früher nicht Hallo gesagt habe im Dorf dann wussten es meine Eltern bevor ich zu Hause war und dann gab es die dementsprechende Ansage.

00:23:10: Ich grüße auch Leute in der Stadt.

00:23:12: da wird man immer komisch angeguckt.

00:23:14: Von daher halte ich Respekt für was ganz wichtig ist und eben auch dieses Gemeinschaftsgefühl.

00:23:19: Also mich hat eine Gemeinsschaft getragen früher, und ich bin davon überzeugt dass das auch heute noch funktioniert wenn man bereit ist etwas zu geben und das würde ich gern vermitteln, dass dieses Miteinander das Wichtigste ist und gerade auch für unsere Region die natürlich ein bisschen strukturell schwächer ist es nur miteinander geht und dass man diese Verantwortung die da auf der Straße liegt auch übernehmen muss.

00:23:41: Man muss ja nicht gleich Bürgermeister werden.

00:23:44: Wir haben jetzt schon viel über Ihre Großeltern gesprochen.

00:23:47: Im letzten Jahr haben Sie Ihre Großaltern verloren, was hat denn diese Zeit mit Ihnen gemacht und wie sehr prägt sie das noch heute?

00:23:55: Also eine sehr intensive Zeit!

00:23:58: Das kann man tatsächlich sagen... Ich knall auf Fall in die Pflege tatsächlich.

00:24:04: Wir haben noch Opa's neunzigsten Geburtstag gefeiert und die Woche drauf ging es dann los mit den dauernden Krankenhausbesuchen.

00:24:10: zu Hause pflegen, das habe ich gemacht ein halbes Jahr.

00:24:13: Meine Stiefoma hat dann offensichtlich gemerkt, ihr Erwin ist gut betreut und hat sicherlich auch losgelassen.

00:24:20: Das konnten wir zuhause nicht mehr machen, das musste über einen Pflegeheim gehen aber auch das ist hier im Ort Gott sei Dank!

00:24:25: Auch da konnte ich oft hin Und so habe ich beide begleitet, ja wirklich bis zum letzten Alpenzug kann man sagen.

00:24:32: Das ist in vielerlei Hinsicht absolut prägend.

00:24:35: erstmal habe ich tiefen Respekt vor allen Pflegekräften und einen die mit Gesundheit zu tun haben in diesem Land vorher immer etwas abstrakt hier am absoluten lebenden Beispiel mitbekommen.

00:24:48: und auf der anderen Seite kann ich auch jeden verstehen der vor einer unfassbar großen Aufgabe steht, zu Hause seine Familie mit Lieder zu pflegen und zu sehen wie es eben nicht mehr geht.

00:24:58: Vielleicht beschreibt es das ganz gut?

00:25:00: Das macht was mit einem, das macht etwas mit dem ganzen Umfeld.

00:25:04: Tatsächlich ist es auch so, dass manche eigentlich verstehen, wenn man Hilfe nicht annimmt.

00:25:07: Aber man taucht in eine andere Welt ein und das ist was ich mitnehme, das prägt und das organisiert auch Sachen im eigenen Leben.

00:25:15: Man macht dann mit Mitte sechsunddreißig sich Gedanken noch übers Ende, regelt Dinge.

00:25:20: Und ich glaube, das kann ich eben nur empfehlen – das ist zumindest meine Erkenntnis -, dass man sich das genau anguckt, weil es eben unausweichlich ist.

00:25:28: Also die beiden fehlen, da kann man so sagen, da bin ich aufgewachsen, das waren meine Berater bis zum Schluss!

00:25:34: Ganz klar.

00:25:35: und heute ist es mir dann wichtig, meinen Kindern aufzuzeigen.

00:25:38: Ach hier guck mal Friedhof das gehört übrigens zum Leben dazu.

00:25:42: ich glaube da sind wir ganz gut unterwegs und das muss man sich behalten.

00:25:47: Schauen wir mal nach vorne.

00:25:48: im

00:25:48: Herbst Herr Rals steht die nächste Wahl an.

00:25:51: Sie wollen wieder antreten.

00:25:52: warum?

00:25:53: was motiviert sie?

00:25:55: Also der Satz der mir immer gar nicht gefällt wenn Kollegen sagen Ich bin noch nicht fertig Das ist übrigens die bittere Nachricht, die ich übermitteln kann.

00:26:03: Man wird übrigens nie fertig!

00:26:05: Denn das Leben geht weiter und irgendwer schreibt ja auch Gesetze meiner Meinung nach.

00:26:10: Vielleicht dass eine andere zu viel als es könnten ein paar weniger werden?

00:26:15: Ich habe einfach Lust.

00:26:16: Ich glaube, das ist das was ich schon beim ersten Mal mitgenommen hab.

00:26:18: Ich habe gesagt, ich treibe nicht hier seit thirty-six Jahren rum Verantwortung für die Heimat zu übernehmen.

00:26:24: Das wurde mir quasi in die Wiege gelegt dann weiter trainiert.

00:26:28: Da habe ich einfach Lust drauf, das möchte ich weitermachen und darum biete ich mich einfach als Option an weiter hin.

00:26:34: Und würde mich freuen wenn es klappt!

00:26:36: Und wenn Sie einen Wunsch frei hätten was würden sie sich von den Menschen in Heseberg wünschen?

00:26:41: Ich wünsche mir dass wir uns hier die Fähigkeit behalten.

00:26:43: Das wird tatsächlich miteinander reden nicht dieses typische übereinanderreden also mehr Fragezeichen vielleicht als Ausrufe zeichnen.

00:26:50: das wäre ganz toll damit wir eben wieder in diese Erklärung kommen in die gegenseitige Erklärungen wie wir hier Dinge gestalten und was machen.

00:26:59: Das wünsche ich mir, damit wir auch in Zukunft gut miteinander leben können – denn wir brauchen das!

00:27:03: Wir sind nicht so groß, wir kennen uns, hier kann keiner weg.

00:27:06: Das ist gut.

00:27:09: Und darum ist der Appell, denke ich, sprecht miteinander und helft wo es

00:27:13: geht.".

00:27:14: Herr Ralfs, wir sind am Ende dieser Folge.

00:27:16: Ganz ganz lieben Dank für das offene Gespräch.

00:27:18: Danke

00:27:18: schön!

00:27:19: Gerne, danke!

00:27:20: Das war Mensch.

00:27:21: Bürgermeister ich bin Olaf Pringmann und ich freue mich wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind.

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