Gemeinsam geht mehr – Daniel Kietz, Bürgermeister von Riegel am Kaiserstuhl

Shownotes

Daniel Kietz wollte eigentlich nie Bürgermeister werden. 27 Jahre lang arbeitete er als Elektroingenieur, entwickelte Elektronik und Software, bevor ihn seine Heimatgemeinde Riegel am Kaiserstuhl auf einen völlig neuen Weg brachte. Heute führt er die rund 4.000 Einwohner zählende Gemeinde – und sagt über sich selbst: „Ich kann hier der Daniel sein.“

In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt Daniel Kietz, warum ihn Besuche bei Jubilarinnen und Jubilaren besonders berühren. Menschen, die ihn seit seiner Kindheit kennen, öffnen ihm ihre Haustür – und oft auch ihr Leben. Aus diesen Begegnungen entstehen Geschichten über Flucht, Neuanfang, Heimat und ein Miteinander, das ihn bis heute beeindruckt.

Daniel Kietz spricht darüber, warum ihn der Schritt ins Bürgermeisteramt zunächst völlig absurd erschien, weshalb am Ende doch das Bauchgefühl entschieden hat und welche Rolle seine Familie dabei spielte. Außerdem erzählt er, welche Gemeinsamkeiten es zwischen der Entwicklung technischer Produkte und der Führung einer Gemeinde gibt – und warum Verwaltung viel kreativer ist, als viele Menschen vermuten.

Außerdem geht es um Riegel am Kaiserstuhl: um römische Geschichte, eine außergewöhnlich lebendige Kulturszene, die Kunsthalle Messmer, den Michaelsberg mit seinem weiten Blick über den Oberrheingraben und um einen Ort, in dem Menschen aus 65 Nationen zusammenleben.

Ein besonderes Thema dieser Folge ist das bürgerschaftliche Engagement. Daniel Kietz erklärt, warum eine starke Gemeinde nicht nur von der Verwaltung lebt, sondern vor allem von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Er berichtet von der Initiative „BEreit“, von Bürgerdialogen, einem ehrenamtlich betriebenen Café und davon, wie aus guten Ideen konkrete Projekte für das Zusammenleben entstehen.

Mehr Informationen zur Gemeinde Riegel am Kaiserstuhl gibt es hier: https://www.gemeinde-riegel.de https://www.instagram.com/ihr_buergermeister_fuer_riegel https://www.facebook.com/kietzfuerriegel


„Mensch, Bürgermeister!“ ist der Podcast, der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Menschen zeigt. Abseits von Terminen, Sitzungen und Schlagzeilen erzählen sie, was sie bewegt, antreibt und manchmal auch zweifeln lässt. Es geht um Verantwortung, Heimat, Familie, Entscheidungen – und um die Frage, wie Politik vor Ort menschlich bleiben kann.

📣 Aufruf – Mitmachen erwünscht Sie sind ebenfalls Bürgermeisterin oder Bürgermeister und möchten zeigen, wer Sie jenseits des Amtes sind? Dann melden Sie sich bei uns und werden Teil von „Mensch, Bürgermeister!“. Wir freuen uns auf ehrliche Gespräche, persönliche Einblicke und Ihre Geschichte. Kontakt: hallo@podcast-factory.de bzw. https://mensch-buergermeister.de

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Transkript anzeigen

00:00:01: Mensch Bürgermeister.

00:00:05: Mensch Bürgemeister.

00:00:06: Heute mit Daniel Kiez, Bürgemeister von Riegel am Kaiserstuhl.

00:00:12: Seine Lieblingstermine sind die Jubilaspesuche.

00:00:15: Wenn Menschen ihren achtzigsten, neunzigsten oder sogar hundertsten Geburtstag feiern klingelt er an der Haustür und manchmal entsteht dabei ein kurzer Moment des Zögens denn viele kennen ihn schon sein ganzes Leben.

00:00:27: sie haben erlebt wie er als Kind durch den Ort gelaufen ist.

00:00:30: und wenn dann die Tür aufgeht überlegen manche kurz Hallo Daniel oder doch guten Tag Herr Bürgermeister!

00:00:37: Und warum ihm genau diese Begegnungen besonders wichtig sind, das erzählt er uns jetzt.

00:00:41: Ich bin Olaf Brinkmann und ich begrüße Daniel Kiez bei Mensch-Bürgermeisters.

00:00:44: Hallo Herr Kiez, schön dass Sie da sind.

00:00:46: Hallo Herrn Brinkman.

00:00:47: Erkiez.

00:00:48: wenn bei so einem Jubilaspesuch die Tür aufgeht und jemand kurz überlegt ob er sie jetzt mit Daniel oder Herr Bürgemeister ansprechen soll?

00:00:54: Was geht Ihnen in solchen Momenten durch den Kopf?

00:00:57: Also so ein Moment ist natürlich für mich auch sehr spannend und nicht nur für den Jubilat, denn eigentlich ist es ja immer das erste Date zweier Menschen.

00:01:04: Vor allem wenn wir uns halt schon sehr lange vom Seen her kennen und jetzt der erste Besuch.

00:01:09: also mir geht's da glaube ich genauso wie dem Jubilar dass ich immer sehr gespannt bin was passiert gleich?

00:01:14: Und Sie sagen sind Ihre Lieblingstermine warum?

00:01:17: Die Hauptpotivation liegt eigentlich darin, dass ich als Bürgermeister für meine Menschen hier am Ort da sein möchte.

00:01:23: Es ist unglaublich spannend mal eine Stunde Zeit zu haben um in das Leben der Menschen einzutrauen, die man vom Sehen her wirklich schon sein ganzes Leben lang kennt.

00:01:33: Also da hat man eine unglaubliche Vielfalt und man denkt ja immer, die neunzigjährigen sind die Ureinwohner des Ortes und man lernt dann ganz schnell dass hier viele Menschen wohnen, die im Krieg aus Pommern und Schlesien hierher geflüchtet sind und was da manchmal für ein Vita im Raum steht.

00:01:50: also das ist oft schon ganz beeindruckend und gibt mir oft ein neues Bild von den Menschen den ich eigentlich glaube, gekannt zu haben.

00:01:59: Ja und die Sie seit Ihrer Kindheit kennen ganz viele davon zumindest.

00:02:03: wie besonders ist es denn Bürgermeister im eigenen Heimatort zu sein?

00:02:07: Es ist schon, man kann sagen, sehr, sehr besonders.

00:02:11: Man hat eine starke Verbundenheit zu allem und das ist ja auch die Hauptmotivation warum ich genau hier Bürgemeister bin.

00:02:19: in Schulen jetzt als Bürgermeistern, die man als Kind schon gegangen ist.

00:02:22: In der Kirche, in der er mal schon Ministerin war und das ist alles eine wunderaubliche

00:02:26: Verbundenheit.".

00:02:28: Jetzt stand aber Bürgemeister werden ja nie auf ihrer Liste haben sie uns gesagt warum eigentlich nicht?

00:02:33: Ja Sie kennen das wahrscheinlich die Entscheidungen im Leben.

00:02:37: Die trifft man ja oft irgendwie spontan und wenn man viele Menschen fragt warum sie diesen oder jeden Beruf vergriffen haben ist ganz oft so dass ne Person dran schuldest also sei es ein Lehrer oder sei es auch ein Vater.

00:02:48: Es gibt ja viele Bürgermeisterkollegen, die Bürgemeister geworden sind weil in der Familie schon einer war und meiner Familie war nie ein Bürgereister das werden.

00:02:56: vielleicht ist das eine Begründung dafür.

00:02:58: Und Sie waren siebenundzwanzigjahrelang Elektroingenieur.

00:03:01: was hat Ihnen an diesem Beruf gefallen?

00:03:04: Also ich war nicht nur sieben und zwanzig Jahre Elektro-Engineur sondern ich war in der Tat beim gleichen Arbeitgeber.

00:03:11: Der Beruf ist natürlich extrem spannend, ich habe Elektronik entwickelt, Software entwickelt.

00:03:15: Ich habe Projekte geleitet und immer neue Herausforderungen.

00:03:18: Ich hatte viele tolle Kollegen und vor allem auch ein Arbeitgeber der sehr wertschätzend mit seinen Mitarbeitenden umgegangen ist.

00:03:25: Also alles Dinge die einem beim Arbeitgebern halten und die unglaublich spannend im vielfältigen Leben

00:03:32: sind.".

00:03:34: In den Gemeinderat gewählt worden war das dann der Moment, wo Sie gemerkt haben gestalten vor Ort macht mir Spaß?

00:03:40: Also im Moment glaube ich gab es nicht.

00:03:43: Denn auf dem Land wird man ganz häufig dadurch, dass man gefragt wird zweimal ablehnt und beim dritten nicht mehr absagen kann.

00:03:52: Und es war eher so, ich habe das gerne gemacht und am Anfang merkt man dann wie herausfordernd es ist und wie groß die Vielfalt ist.

00:03:59: Der Moment, wo ich es gemerkt habe dass es Spaß macht kam tatsächlich durch meine Arbeitskollegen die in der Kantine oft gesagt hatten ja schon wieder ein kommunales Thema.

00:04:08: Wurde dann auffällig so und dann hat ihr Vorgänger nach sechzehn Jahren aufgehört.

00:04:13: andere sind wieder auf sie zugekommen und haben gefragt ob sie kandidieren würden und ihre erste Reaktion war das ist doch absurd.

00:04:21: warum?

00:04:22: Dazu muss man vielleicht die Situation noch genauer beschreiben, denn es war ja so dass nicht nur mein Vorgänger nicht kandidiert hat und es gab keine Kandidaten.

00:04:30: Und dann kamen zwei dieser Dauerkandidaten, die nicht ernst zu nehmen sind... ...und da fragt man doch schnell mal jemand ob's nicht der oder eine oder andere machen wollte?

00:04:39: Ich weiß ja nicht wieviel man noch gefragt hat außer mir!

00:04:43: Auf jeden Fall was für mich zunächst absurd weil das wäre spontan eine völlig neue Lebenssituation und das hält man natürlich erst mal für Absurd.

00:04:52: Und

00:04:52: wann wurde dann aus diesem Nein einen viel leicht?

00:04:55: Wann wussten Sie endgültig, ich will das!

00:04:57: Schwierig also.

00:04:59: es ist ja oft so ein Gedanken der gesät wird, der lädt zum Nachdenken ein und wenn man's nicht selber macht, dann macht sie das Unterbewusstsein in der Nacht.

00:05:07: Also irgendwie reifen solche Gedanken in einem und wenn ich auf mein Leben zurückblickt sind viele meiner Entscheidungen die ich im Leben getroffen habe einfach spontan auch entschieden.

00:05:17: Also die Kenntnis vielleicht, da steht auf einmal eine Möglichkeit vor einem.

00:05:20: Dann heißt grad ausgehen oder rechts abbiegen und so war es an vielen Stellen.

00:05:24: also ich meine liebe Frau vor vierzig Jahren kennengelernt habe was so die Entscheidung Elektrotechnik zu studieren.

00:05:31: und dann kam eben auf einmal dieser Gedanke geradeaus weiter im Leben oder links oder rechts Abbiegen als Bürgermeister.

00:05:37: Kommt die Entscheidung dann mehr aus dem Bauch?

00:05:39: Oder doch eher Kopfunvernunft?

00:05:42: Als Ingenieur würde ich jetzt gerne sagen, Kopf und Vernunft.

00:05:45: Am Ende des Tages würde ich sagen, war es wirklich der Bauch?

00:05:49: Und sie hat mir auch gefragt, wann ich gemerkt habe, dass ich es wirklich möchte.

00:05:53: Da gab's tatsächlich einen Zeitpunkt nämlich als Gegenkandidat noch auf die Matte trat... ...und gegen mich angetreten ist und ich dann gemerkt hab, oh das passt mir eigentlich gar nicht!

00:06:05: Von daher, das war schon, wo ich für mich realisiert habe okay Jetzt willst du das

00:06:10: wirklich?!

00:06:11: Sie haben damals auch ihre Familie gefragt, ob sie das machen sollen.

00:06:14: Was haben denn Ihre Frau und Ihre Kinder dazu gesagt?

00:06:17: Ja ich habe drei tolle Kinder die er oft mal für einen guten Rat gut sind.

00:06:22: in dem Fall war es leider nicht wirklich hilfreich weil eine Tochter hat natürlich sich damit auseinandergesetzt jetzt die Tochter des Bürgermeisters sein zu müssen.

00:06:31: Das ist für eine junge Frau vielleicht schwierig.

00:06:35: Die andere Tochter die hat gesagt du hast super Papa das musst du machen das passt zu dir.

00:06:40: Und mein Sohn hat es neutral formuliert und gesagt, ist dein Leben entscheidst doch selber.

00:06:48: Ja, ich denke am schwersten war es wahrscheinlich für meine Frau die ja auch hier im Ort aufgewachsen ist und die eigentlich auch nicht gerne in der Öffentlichkeit steht und trotzdem mich bestärkt hat in dem Gedanken immer auch zu mir steht also das aber ich glaube für sie war es wirklich am Schwersten.

00:07:05: Sie haben schon erzählt, Sie haben früher Produkte und Software entwickelt.

00:07:07: Heute gestalten sie eine Gemeinde?

00:07:09: Gibt es da Gemeinsamkeiten?

00:07:11: Da gibt's komischerweise sehr viele Gemeinsamenheiten.

00:07:13: also entwickeln und gestalten hat ja beides damit zu tun sich Herausforderungen zu stellen sei es Herausforderung die man bewusst plant oder die direkt auf einen zukommen.

00:07:24: Und das hat man natürlich auch im Bürgermeisteramt ganz stark, also Corona kann man als gutes Beispiel nennen was einfach da war.

00:07:31: Aber auf viele Dinge wie jetzt das kein Geld mehr entkassen ist es eine alles Herausforderung mit dem er einfach flexibel und relativ umgehen muss.

00:07:40: Man denkt ja auch immer Verwaltung ist reine Bürokratie und da geht immer alles nach Plan X und vorhersehbar.

00:07:46: aber ich habe schnell gelernt dass ein Großteil von Verwaltungen auch darin besteht sich schnell und flexibel mit neuen Problemen auseinander setzen zu müssen.

00:07:55: Und Sie sagen, in der Entwicklung macht man Fehler um daraus zu lernen.

00:07:59: Aber in der Verwaltung muss möglich von Anfang an alles stimmen?

00:08:04: Warum sagen sie das und war das für Sie eine große Umstellung dann?

00:08:08: Also ich sage es deswegen weil ich gelernt habe dass Verwaltung zuverlässig und vor allem auch berechenbar für die Menschen sein muss.

00:08:15: Das heißt wenn man hier was entscheidet und man sagt mal schaut mal ob's gut geht und es geht da nicht gut.

00:08:20: Es versteht keinen Mensch.

00:08:21: Das merkt man jetzt auch in der Politik Wenn da Entscheidungen getroffen werden, die wieder zurückgezogen werden.

00:08:27: Das ist offensichtlich gerade eines der größten Probleme das die Menschen umtreibt und es war eine extrem große Herausforderung.

00:08:34: also das ist heute auch noch eine für mich und ich glaube vor allem was auch von meinem Mitarbeitenden eine große herausforderung als ich da kam mit dem thema.

00:08:42: jetzt probieren wir mal dies.

00:08:43: jetzt probier man mal dass macht doch so überlegt ihr selber was.

00:08:48: also da habe ich glaube viel gelernt Und ich hoffe, meine Mitarbeiter nehmen es mir in dem Fall nicht übel und gehen den Weg einfach auch mit mir.

00:08:56: Ich glaube eine gute Mischung macht's an der Stelle.

00:08:59: Wenn wir jetzt aus Ihrem Wohnhaus rausgehen Herr Kiez wenn Sie Ihr Wohnhaus verlassen oder in den Supermarkt gehen sind sie eben nicht nur Mensch sondern auch Bürgermeister.

00:09:09: wie sieht das aus im Alltag?

00:09:11: Wie erleben Sie das?

00:09:12: Also ich erlebe es überwiegend positiv.

00:09:16: Es soll ja auch Kollegen geben, die das als unangenehm empfinden.

00:09:18: Aber es ist ja auch mit einem Beweggrund gewesen, das Amt zu machen und es ist Bestandteil meines Amtes.

00:09:25: Ich muss auch sagen meine Bürgerinnen und Bürger gehen da sehr verantwortungsvoll damit um.

00:09:30: Also ich kann tatsächlich in den Supermarkt gehen einzukaufen ohne zwanzig neue Aufgaben mitzubringen.

00:09:36: Und wenn's denn mal welche sind dann ist sie auch ganz schön.

00:09:38: Das passt ganz gut.

00:09:39: Ich sage immer der Unterschied zu meinem früheren Arbeitsleben ist er Wenn ich dort gestempelt habe war Freizeit Und wenn ich hier die Türe abschließt, bin ich halt im Dienst und das bin ich in der Bewusstsein.

00:09:48: Ich mach's auch gern!

00:09:49: Stichwort Freizeit.

00:09:51: Sie sind seit vielen Jahren im Musikverein aktiv und spielen Tuba, Gitarre, Klarinette, Saxophon Auch wenn sie selbst sagen keinst davon perfekt.

00:09:59: woher kommt denn diese Vielfalt und diese Begeisterung für Musik?

00:10:03: Also die Begeistungen von Musik die kommen sicherlich von meinen Eltern Die bei dem Gesangverein waren möglichen Talente ihrer Kinder eigentlich immer gefördert haben.

00:10:13: Mein Vater hat mich da wirklich fast zwangsweise zum Musikverein hingeschleppt, wofür ich ihm heute noch sehr dankbar bin.

00:10:20: und es ist ja unglaublich toll.

00:10:22: also Musik zu machen finde ich was ganz besonderes denn junge Menschen alte Menschen egal welche Bildung machen zusammen Musik und nur wenn alle irgendwie im gleichen Takt spielen und gemeinsam aufeinander achten dann kommt hinterher etwas Tolles raus.

00:10:36: Und neben Effekt ist die Zuhörerinnen und Zuhörer haben davon auch noch was.

00:10:41: Also von daher ist das eigentlich ein unglaublich schönes Hobby, und die Vielfalt ist es vielleicht so dieses Entwicklergehen alles mal auszuprobieren, was im Umkehrschluss heißt man in sich halt von nix richtig Zeit und deswegen die mangelte Perfektion.

00:10:56: Wie viel Zeit?

00:10:56: Sie haben es eben schon gesagt, also Stempeln und Freizeit ist jetzt nicht mehr.

00:11:00: Sie sind Bürgermeister auch wenn sie das Haus verlassen oder im Supermarkt sind.

00:11:04: Wie viele Zeit haben Sie denn fürs Musikmachen unter andere Hobbys?

00:11:08: Also ich habe glaube ich mehr Zeit als ich mir das vorher vorgestellt hatte.

00:11:12: Ich nehme ja die Zeit auch... Wenn man mal schaut was man seiner Freizeits sonst noch so alles macht, sind soviel unnütze Dinge dabei.

00:11:19: Dann sage ich immer solange ich für solche unnötze Dinge Zeit hab da habe ich auch für schöne Hobbis Zeit.

00:11:25: sehr ausgewogen.

00:11:26: Und Herr Kitz, Sie sagen über sich ich kann in meinem Ort der Daniel sein.

00:11:30: was steckt hinter diesem Satz?

00:11:31: Was meinen Sie damit?

00:11:33: Ich meine damit dass ich hier meine Freundschaften pflegen kann die früher schon hatte.

00:11:39: ich glaube zusammengefasst kann man sagen ich muss mich nicht verstellen.

00:11:42: ja es ist ja oft so wenn man in den Ort kommt man wird gewählt als Bürgermeister kommt von auswärts sie dahin dann ist mal die Person Bürgemeister und ich stelle hier halt fest ich bin hier beides.

00:11:53: Das ist für manche Bürgerinnen und Bürger manchmal auch nicht ganz einfach, beides auseinanderzuhalten.

00:11:59: Aber es funktioniert eigentlich sehr gut, manchmal zum Leidwesen meiner Mutter wenn sie dann sagt da hättest du dich doch wieder mehr als Bürgermeister verhalten müssen oder nicht als Daniel.

00:12:09: Oh okay!

00:12:10: Ja

00:12:12: aber sie hat ja dann oft auch recht.

00:12:14: Was bedeutet Ihnen das?

00:12:15: Dass das so ist?

00:12:16: Also es bedeutet mir schon sehr viel weil das Amt bringt natürlich so schönes auch ist eine große Anspannung mit sich.

00:12:23: Man braucht den Ausgleich und wenn man den ausgleich nicht haben kann, wenn man vor die Türe geht.

00:12:29: Wenn man halt überall wo man hinkommt der Bürgermeister ist dann ist das natürlich schwieriger als wenn man einfach sagen kann ich ziehe jetzt Hemd und Krawatte aus, zieh eine Shorts und ein T-Shirt an und dann nimmt jeder wahr dass man halt auch ne andere Person ist.

00:12:43: Das ist also unglaublich schön so empfindlich auf jeden Fall.

00:12:47: Sie haben vorhin schon gesagt, als es um die Instrumente ging gerne viel ausprobieren.

00:12:52: Sie beschreiben sich auch als jemand der sich schnell in neue Themen einarbeitet.

00:12:56: das passt ja auch ganz gut zusammen.

00:12:57: Hilft Ihnen diese Eigenschaft denn auch als Bürgermeister?

00:13:00: Ja ich glaube sogar dass dieser Eigenschaft so eine Grundvoraussetzung fast für das Amt ist Weil man eine unglaubliche Vielfalt an Themen eigentlich hat, die ständig auf einen zukommen und wird konfrontiert.

00:13:11: Man kann sich nicht auf alles vorbereiten Und es ist ja auch gut irgendwie kompensiert so etwas meine schlecht ausgeprägtes Langzeitgedächtnis.

00:13:19: Ja das ist durchaus ganz gut.

00:13:21: Ich habe also dieses wirklich schlecht ausgepregt Hat aber auch den Vorteil dass ich negative Dinge schnell vergesst und deswegen auch nicht nachtragend bin.

00:13:29: Insofern hat's zwei Vorteile

00:13:31: Bürgermeister sein ist toll, haben uns schon ganz viele ihrer Kolleginnen und Kollegen bei Mensch-Bürgermeisters erzählt.

00:13:37: Aber es gibt ja auch Frustmomente – wie ist das bei ihnen?

00:13:39: Was motiviert sie?

00:13:40: Was ist toll?

00:13:41: Und was frustriert Sie?

00:13:43: Also frustrierte...was mich frustrierten ist eigentlich in wesentlichen schlechten Stimmungen.

00:13:49: also wenn's streit gibt.

00:13:50: ich bin so ein harmoniesüchtiger Mensch und wenn es irgendwelche Themen gibt wo man sieht da gibt's Streitunstimmigkeiten dann erzeugt es viel Frustration vor allem auch dann, wenn es auf unbmangelhafter Kommunikation passiert.

00:14:05: Also ich bin ja der Meinung, dass achtzig Prozent aller Probleme die wir so zwischenmenschlich haben einfach nur ein falsches gegenseitiges Verständnis ist.

00:14:12: man hört was anderes als der andere sagt Man erzählt's dann weiter Es verbreitet sich am Stammtisch und das sind so Themen also die belasten mich auch muss ich ganz ehrlich zugeben.

00:14:23: aber ich glaube das sind sowas Frustthemen vielleicht eines der wenigen Was mich motiviert, das sind so als kleine Themen.

00:14:32: Wenn ich mal mehr Themen vom Tisch wegbekomme als neue drauf.

00:14:36: Das sind die ganz kleinen Glückshäkchen, die man da sitzen kann.

00:14:40: und was aber eine Hauptmotivation ist für mich wenn ich sehe wie viele Menschen sich hier bei uns im Ort engagieren also sei es in Vereinen oder in der Feuerwehr auch privat.

00:14:52: Das ist unglaublich schön wie man sieht wie die Menschen mitziehen und das ist eigentlich von mir auch so eine Hauptmotivation.

00:14:58: Über das Thema Engagement bei den Bürgerinnen und Bürgern sprechen wir gleich noch jetzt erst mal Riegel.

00:15:05: Wenn ich jetzt Riegl noch nie besucht habe, was macht Ihren Ort besonders?

00:15:10: Für Sendezeit hab' ich denn...

00:15:11: Ach alles, was Sie wollen!

00:15:13: Also aus Sicht eines Besuchers ist Riegle einfach ein kleiner schöner vor allem sehr lebendiger Ort.

00:15:20: Wir haben eine sehr vielfältige Gastronomie eine große römische Vergangenheit, die an vielen Stellen auch noch sichtbar ist.

00:15:28: Wir haben hier die überregional bekannte Kunsthalle Mesmer.

00:15:31: wir haben ein kleines Kunsttheater, die Komedi im Sommer in Badesee und so mehr Tagesbesucher, die gerne hierher kommen.

00:15:39: da haben wir auch einen Hotel- und Campingplatz.

00:15:41: also gerade für die Menschen, die die Region Kaiserstuhl diese weinen Erlebnisregionen näher kennen lernen möchten

00:15:48: So dann haben sie mich schon Was is dem ihr Lieblingsplatz?

00:15:51: ein Riegel?

00:15:52: Und warum?

00:15:52: Also wir haben viele Plätze, die Lieblingsplätze und auch Kraftworte sein können.

00:15:57: Die viele verschiedene Perspektiven bieten.

00:16:00: für mich das schönste Platz ist eigentlich auf unserem Hausberg der Michaelsberg an der Kapelle oben weil dort hat man einen wunderschönen Ausblick in den Oberrheingraben Schwarzwald von Gesen und man sieht vor allem den gesamten Ort in seiner ganzen Vielfalt.

00:16:15: Und man kann Ruhetanken an dieser Stelle.

00:16:17: Die Verwaltung, viele Menschen begegten in der Verwaltung ja nur dann wenn sie was brauchen.

00:16:22: Was wird denn dabei aus ihrer Sicht oft übersehen?

00:16:25: Ja nicht nur werden Sie etwas brauchen sondern auch wenn ihnen was fehlt zum Beispiel Plätze in der Kita oder der Abfall wird nicht gelehrt.

00:16:34: aber ich glaube ist es völlig normal.

00:16:37: also meiner Sicht wird da auch deutlich dass wir halt einfach für die Daseinsvorsorge den Menschen da sind Also für Dinge die für die Menschen einfach selbstverständlich sind.

00:16:45: Ich mache ein Wasserhahn auf Da kommt Wasser raus.

00:16:48: Abfall wird gelehrt, Kinderbetreuung wird angeboten ist alles selbstverständlich und erst dann wenn es nicht mehr da ist dann fällt's auf.

00:16:56: also das ist sowas mit dem können wir leben und eigentlich sehr sogar gut wenn die Menschen sich bei uns nicht melden wenn sie Verwaltung nicht auf dem Schirm haben weil das bedeutet er auch dann läuft.

00:17:07: Sie haben vorhin schon von Vielfalt gesprochen.

00:17:09: Sie sagen in Riegel leben Menschen aus fünfundsechzig Nationen zusammen.

00:17:13: Wie gelingt denn dieses miteinander?

00:17:15: In Riegl?

00:17:16: Ich glaube, dass es gar nicht auch in anderen Orden nicht so selten.

00:17:19: Dass es so viele Nationen gibt und ich glaube auch das ist nicht unbedingt die Vielfalt der Nationen sondern die Vielfalte der Kulturen.

00:17:28: Also ich hatte ja vorhin schon mal erwähnt wenn ich das in Jorn oder Jubilare besucht gehe dann aus Schlesien nach dem Krieg hierher kommen mussten.

00:17:36: Auch das ist ja Vielfald.

00:17:39: Aus unserer Sicht ist er auch ein Norddeutscher Der hat zur Vielfaltung beiträgt der andere Kultur hat Und wir haben eigentlich ein ganz gutes Miteinander hier.

00:17:48: Wir haben einen tollen Helferkreis, gerade in dieser Flüchtlingszeit.

00:17:52: Menschen die sich um den Geflüchteten gekümmert haben und heute ist es auch so dass die Gefluchteten selbst ganz viele sind hier in Arbeit obwohl sie unser Schulsystem und alles nicht genossen haben und die Hilfe des Staates gebraucht haben um soweit zu kommen sind hier in normalen Arbeitsverhältnissen, helfen auch mit beim Blutspenden vom Roten Kreuz in der Küche oder Gartenarbeiten.

00:18:15: Das ist einfach ein Geben und ein Nehmen und das funktioniert an ganz vielen Stellen einfach ganz toll.

00:18:20: Man muss es nur zu schätzen wissen dass diese Vielfalt halt einen Vorteil bringt.

00:18:25: Sie haben eben schon von der Kulturszene gesprochen.

00:18:28: Die ist in Riegel außergewöhnlich stark, die Künstlerdichte höher als in Berlin.

00:18:33: Wie kommt sowas in einem Ort mit rund viertausend Einwohnern überhaupt zustande?

00:18:39: Also wo genau du Ursprung dafür legt das weiß ich selber nicht genau.

00:18:43: aber wir haben sehr viele künstlerateliers hier und die erlebe ich sehr offen.

00:18:49: oftmals sind ja künstlern schon Menschen die für sich irgendwie sind Aber die pflegen ein sehr gutes Miteinander.

00:18:55: Es gibt so eine praktischen Stammtisch unter den Künstlern und die wirken halt auch in die Bürgerschaft hinein.

00:19:00: Die sind hier sichtbar, es gibt einmal im Jahr die Regler Kunsthage wo alle Ateliers geöffnet sind und es gab zur Corona-Zeit noch eine Straßengalerie in der die Künstler großformatige Bilder an die Häuserwände gemacht hat.

00:19:14: Gibt's mittlerweile glaube ich über vierzig?

00:19:16: Und das hat auch schon dazu geführt dass Menschen sich selbst als kunstbar nausend bezeichnen Bilder eines Künstlers gekauft haben, sich zu Hause aufgehängt haben.

00:19:26: Und ergänzt wird es natürlich durch die Kunsthalle Messer, die wir hier haben und von daher ist das einfach ein gutes Miteinander also eine Gemeinschaft, die irgendwann gewachsen ist und die selbst dazu beiträgt dass sie einfach gut zusammen hier weiter lebt.

00:19:40: Sie sagen Kultur ist für sie mehr als ein schönes Extra.

00:19:45: warum?

00:19:46: Ja, das ist möglicherweise so ein typisches Land Thema denn man verwechselt oft mal Kunst und Kultur.

00:19:55: Man denkt hier, Kultur sind die Kunstschaffenden und es ist vielleicht noch der Musikverein oder der Gesangvereine dann warst du mit der Kultur.

00:20:02: Und es gibt auch oft zwischen den Vereinen, also Sportvereinen so einen, ich will nicht sagen Littbewerb aber wo man schon der eine auf den anderen schaut wer da wie auch unterstützt wird.

00:20:14: Ich glaube dass wir hier auf dem Land vor allem Kultur falsch verstehen Denn Kultur ist aus meiner Sicht ja eigentlich unsere Identität.

00:20:24: Also wie gehen wir miteinander um?

00:20:26: Welche Werte vermitteln wir beispielsweise im Sportverein oder im Turmverein, oder im Boxclub unseren Kindern?

00:20:33: Die gehen wir mitneinander um.

00:20:35: und auch wie wird Riegel von außen wahrgenommen.

00:20:38: Und da behaupt ich, da haben wir eine recht schöne gute Kultur die von außendurch wahrgenommen wird.

00:20:44: das führt dem Umkehrschlüsse zu dass sehr viele Touristen nach Riegl kommen.

00:20:49: Die Touristen gehen in unsere Restaurants.

00:20:51: Wenn ich in unser Restaurant schaue, dann sind siebzig-achtzig Prozent der Gäste keine Einheimischen.

00:20:58: Was anders drumherum auch wieder heißt hätte ich diese Touristen und die Kultur nicht, dann hätte ich auch keine Gaststätten und ich wäre um einiges ärmer.

00:21:06: Und so ist das ganze im Kreis, indem alle eigentlich von der Kultur hier leben und jeder Teil dieser Kultur ist.

00:21:13: Ich habe vorhin schon gesagt, wir sprechen auch noch über das Thema Engagement.

00:21:17: Sie sagen ganz klar der Staat kann ja nicht alles übernehmen.

00:21:21: Bürgerinnen und Bürger müssen sich auch selbst einbringen.

00:21:24: Warum ist Ihnen dieser Gedanke so wichtig?

00:21:26: Also zum einen ist mir der Gedankel deswegen wichtig weil die Gesellschaft stärker ist wenn sie aus sicher raus lebt anstatt alles von oben irgendwie machen zu lassen oder irgendetwas fehlt.

00:21:37: jemand anders zu fragen ob was macht Das merkt man hier ganz stark in Regel.

00:21:42: Und ein zweiter ist natürlich ein ganz praktischer Grund, wenn wir kein Geld mehr haben können wir immer mehr dazu beitragen den Bürgern bei allem irgendwo zu helfen.

00:21:53: und es tut mir dann auch schon weh, wenn unsere Kommunalaufsicht unsere Haushalte nicht genehmigen will weil wer zunächst freiwillige Leistungen streichen soll also gerade die Leistungen die dieses Engagement gesellschaftliche Leben überhaupt ermöglichen.

00:22:07: und in diesem Konflikt steht man halt leider als Kommune.

00:22:09: Und in Riegel gibt es sogar extra eine eigene Initiative für bürgerschaftliches Engagement.

00:22:14: Was passiert da ganz konkret?

00:22:15: Also wir haben vor vierzehn Jahren ein Projekt gestaltet, wo es darum ging die Frage wie können wir mit den Bürgern gemeinsam Riegl gestalten?

00:22:24: also so die typische Frage Bürger gestalten ihren Ort und daraus ist jetzt mittlerweile die Initiative bereit entstanden.

00:22:33: Das ist eine fest angestellte Mitarbeiterin, die nennt sich bei uns immer gerne Bereitssekretärin.

00:22:38: Die hier festangestellt ist und als Anlaufstelle für möglich engagierte Bürger wirkt.

00:22:44: Also es sind einfach zwei Themen.

00:22:45: das eine ist wenn ein Bürger ein Thema hat über das er meint dass man dringend sprechen muss dann kann er einen Bürgerdialog initiieren absolut niederschwellig also.

00:22:56: zum Beispiel die Nicht-Hundehalter beschweren sich über die Hundehalder gab es da schon den Bürgerdialog dazu.

00:23:03: Und aus dem Bürgerdialog entsteht ganz häufig ein Arbeitskreis, als die Bürger merken selber in diesen Dialogen wir können selbst was beitragen dass es besser wird.

00:23:13: und der zweite Aspekt das fast noch der wichtigste ist gibt so viele Menschen die bereit sind sich zu engagieren etwas anzubieten was sie gut können für andere aber die Hemmschwelle einen Raum zu suchen mit Streiter zu suchen aufzurufen.

00:23:27: dies unglaublich hoch.

00:23:29: Und die können einfach zu meiner Bereitssekretärin gehen, die Idee schildern und werden dann unterstützt bei der Initiative.

00:23:37: Und da gibt es mittlerweile Umzählige davon.

00:23:39: also unser Mieteilungsblatt ich glaube das Hauptanteil der Inserate sind solche Angebote die Bürger für Bürger machen.

00:23:49: Das Thema ist immer wieder auch bei den Gesprächen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in den anderen Folgen von Mensch Bürgermeister ein ganz großes.

00:23:56: Wenn Sie da jetzt einen Tipp geben könnten, wie initiiert man sowas?

00:24:00: Was würden Sie sagen für mehr Engagement?

00:24:03: Einfach machen was sie brauchen.

00:24:04: Sie brauchen einen verlässlichen Ansprechpartner der idealerweise in der Verwaltung selbst angesiedelt ist.

00:24:12: Und dann kann das gut funktionieren.

00:24:14: also es gibt in den Nachbarkommunen auch schon mittlerweile viele Projekte die das auch so machen.

00:24:20: Auf anderen Wegen muss jeder auf das Potenzial zurückgreifen, dass er hat.

00:24:24: Aber die Zauberformel besteht wirklich darin des Engagementes vorhanden ist abzugreifen indem man einen niederschwelligen Einstieg ermöglicht.

00:24:34: Und dieses Engagement in Riegel.

00:24:36: gibt es da eine Geschichte, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

00:24:39: Das allererste Projekt da hatten wir ne Bürgerinnen-Riegel Die Lehrerin war früher immer gesagt hat sie möchte Irgendwann ein eigenes Kaffee für die Bürger eröffnen, indem man sich treffen kann.

00:24:53: Und das war das erste Projekt, das wir umgesetzt haben vor vierzehn Jahren und das Kaffe besteht heute noch ist eine feste Institution mit zig freiwilligen Kuchenbeckern.

00:25:03: da werden mittlerweile ZEGO-Kurse abgehalten.

00:25:06: also es sind ganz tolle Einrichtungen.

00:25:08: von diesen Beispielen gibt's unglaublich viele.

00:25:11: Das aktuellste ist gerade dass der Arbeitskreis Eltern ein Workshop initiiert hat, mit Jugendlichen um einen eigen organisierten Jugendtreff auf die Beine zu stellen.

00:25:20: Großartig!

00:25:21: Wir moderieren das Ganze und es entsteht dann aber so viel unter den Menschen da braucht man gar nicht viel dazutun.

00:25:29: Wenn wir uns jetzt in zehn Jahren wieder hier treffen würden Woran würden sie erkennen dass sich Riegel genau so entwickelt hat?

00:25:37: Wie Sie es sich wünschen?

00:25:38: Ja, das ist jetzt in der Tat eine spannende Frage.

00:25:41: Es gibt ja die Standardwünsche, die man hat als Bürgermeister nämlich gute Infrastruktur, gute Schulen, gute Kitas ausreichend Plätze... Aber was mir besonders am Herzen liegt, ist einfach dieses Engagement der Menschen einfach weiter zu fördern.

00:25:56: und ich glaube bei dieser Frage, die sie jetzt gestellt haben also wie soll's denn in zehn Jahren aussehen?

00:26:01: Also das Ziel fest im Blick.

00:26:03: Da vergisst man, glaube ich oft den Blick fürs Hier und Jetzt.

00:26:06: Dass wir uns hier im Hier-und-Jetzt befinden nur da findet ja das Leben statt also weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft.

00:26:13: Und wenn ich mal schaue wie viel Engagement wir heute schon haben Also infereinen, interfeuerwehr, inbereit und vor allem auch des viele nicht gesehene private Engagement Dann sind wir da unglaublich weit heute.

00:26:25: Ich glaub es sind viele Kommunen mittlerweile Aber wir haben sie auf dem Weg gemacht und ich schätze das sehr Und ich glaube, dass wir da sehr weit sind.

00:26:34: Ich wünsche mir, dass die Menschen heute das viel mehr schätzen und auch sehen.

00:26:41: Denn angesichts der Weltlage, die wir gerade haben, müsste es eine sehr gute Medizin.

00:26:45: Ein wunderbares Schlusswort!

00:26:47: Herr Kiez, ganz, ganz lieben Dank für das offene Gespräch.

00:26:50: Danke schön.

00:26:50: Herr Brinkmann, ich danke Ihnen – hat mich sehr gefreut.

00:26:53: Mich

00:26:53: auch.

00:26:53: Das war Mensch Bürgermeister.

00:26:55: Ich bin Olaf Brinkman und ich freue mich wenn Sie beim nächsten Mal wieder dabei sind.

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