Heimat statt Hauptstadt - Steffen Sauerbier, Bürgermeister von Roßleben-Wiehe
Shownotes
Schon als junger Mann hat sich Steffen Sauerbier bewusst für seine Heimat entschieden – und dafür, genau dort etwas zu bewegen. Heute ist er Bürgermeister von Roßleben-Wiehe und gestaltet die Entwicklung seiner Region aktiv mit.
In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt er, warum er geblieben ist, während viele andere gegangen sind. Und wie aus frühem politischem Interesse ein konsequenter Weg in die Kommunalpolitik wurde. Es geht um den Einstieg in den Stadtrat mit Anfang 20, um das Hineinwachsen in Verantwortung – und darum, sich Respekt zu erarbeiten in einem Umfeld, das zunächst skeptisch war.
Steffen Sauerbier spricht über die besondere Nähe zu den Menschen vor Ort: über Gespräche im Supermarkt, auf dem Sportplatz oder bei Veranstaltungen. Und darüber, warum genau diese Nähe seine Arbeit ausmacht – und manchmal auch herausfordernd ist.
Außerdem gibt er Einblicke in das Leben als Bürgermeister in einer kleineren Stadt: zwischen Familienalltag, spontanen Anliegen und dem Anspruch, die Region so zu gestalten, dass Menschen gern bleiben oder zurückkehren. Es geht um Perspektiven für junge Menschen, um Zusammenhalt – und um die Frage, wie man den Blick stärker auf das lenkt, was gut läuft.
Steffen Sauerbier steht für eine Politik, die nahbar ist und auf Beteiligung setzt. Für ihn beginnt Veränderung genau dort, wo man lebt.
Mehr Infos zur Stadt Roßleben-Wiehe gibt es hier: https://www.rossleben-wiehe.de/ Steffen Sauerbier auf Instagram: https://www.instagram.com/steffen_sauerbier/ Steffen Sauerbier auf Facebook: https://www.facebook.com/steffen.sauerbier
„Mensch, Bürgermeister!“ ist der Podcast, der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Menschen zeigt. Abseits von Terminen, Sitzungen und Schlagzeilen erzählen sie, was sie bewegt, antreibt und manchmal auch zweifeln lässt. Es geht um Verantwortung, Heimat, Familie, Entscheidungen – und um die Frage, wie Politik vor Ort menschlich bleiben kann.
📣 Aufruf – Mitmachen erwünscht Sie sind ebenfalls Bürgermeisterin oder Bürgermeister und möchten zeigen, wer Sie jenseits des Amtes sind? Dann melden Sie sich bei uns und werden Teil von „Mensch, Bürgermeister!“. Wir freuen uns auf ehrliche Gespräche, persönliche Einblicke und Ihre Geschichte. Kontakt: hallo@podcast-factory.de bzw. https://mensch-buergermeister.de
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Transkript anzeigen
00:00:01: Mensch
00:00:05: Bürgermeister
00:00:07: Heute mit Steffen Sauerbier, Bürgemeister der Stadt Rosleben-Wir.
00:00:12: Es gibt Lebensläufe, die wirken im Rückblick fast logisch und seiner ist so einer.
00:00:17: Frühpolitisch geprägt durch die Familie Interesse für gesellschaftliche Themen ein Studium der Politikwissenschaften.
00:00:24: Er hätte in der großen Politik arbeiten können aber er entscheidet sich bewusst für seine Heimat in Thüringen.
00:00:31: Mit dreiundzwanzig zieht er in den Stadtrat ein.
00:00:34: Heute ist der Bürgermeister von Rossleben Vier Und jemand der zeigen will etwas bewegen.
00:00:39: das beginnt genau hier vor Ort.
00:00:41: Ich bin Olaf Brink und begrüße Steffen Sauerbier bei Mensch Bürgermeister.
00:00:44: Schön, dass Sie da sind!
00:00:45: Hallo
00:00:46: Herr Briemann!
00:00:47: Herr Sauer bier viele in ihrer Generation sind damals weggegangen.
00:00:51: sie sind bewusst geblieben.
00:00:52: was bedeutet Ihnen denn diese Heimatverbundenheit ganz persönlich?
00:00:56: Naja ich bin ja aufgewachsen.
00:00:58: das ist quasi Verbundenheit mit meiner Region.
00:01:01: das ist Vertrauen.
00:01:02: es sind viele Freunde.
00:01:04: Ich bin gerne mal sicherlich in der Fremde.
00:01:07: Es gibt viele schöne Ecken in dieser Welt, aber auch in Deutschland natürlich.
00:01:11: Aber ich bin auch gern wieder zu Hause weil hier habe ich mein vertrautes Umfeld und das ist meine roter
00:01:17: Sicherheit.".
00:01:18: Und Politik hat bei ihnen ja schon frühen Rollen gespielt.
00:01:21: Ihre Eltern waren sehr interessiert.
00:01:23: Sie sind damit aufgewachsen?
00:01:25: Wann haben sie dann gemerkt?
00:01:26: Das ist mein Weg!
00:01:28: Ja, ich würde sagen nach Abschluss meines Abiturs hat sich es dann in diese Richtung abgezeichnet.
00:01:33: Dass ich da eine Interesse habe und stand ja dann ohnehin die Entscheidung an wie orientiere ich mich beruflich?
00:01:41: Und dann war das eine Option, die es zum Schluss auch geworden ist!
00:01:46: Genau, wir haben ihr Abi gemacht.
00:01:49: Dann wäre Dienst und anschließend Politikwissenschaften in Jena studiert.
00:01:53: Und trotzdem war für sie klar, Sie wollen nicht in die Forschung, nicht in große Politik sondern ganz praktisch in Ihrer Heimat vor Ort mit Menschen arbeiten!
00:02:02: Warum?
00:02:02: Ja also das stand eigentlich ziemlich zeitig für mich fest auch natürlich in den Anfangszeiten des Studiums.
00:02:07: da ist ja viel Ich sag mal, Trocknis recherchieren notwendig.
00:02:11: Ja.
00:02:12: Wissenschaftliches Arbeiten notwendig und das ist jetzt nicht unbedingt das gewesen was ich mir hätte vorstellen können mein ganzes Leben zu praktizieren sowie dass sie vielleicht eine oder andere Hochschullehrer tut.
00:02:20: Nein also für mich war schon von rein klar, aber die sind auch für meine Verankerung im gesellschaftlichen Leben Zuhause, dass das eher das ist was ich möchte
00:02:28: So und dass Sie das möchten haben sich schon früh gezeigt.
00:02:31: mit gerade mal dreiundzwanzig Jahren wurden sie das jüngste Stadtratsmitglied.
00:02:35: Wie fühlt sich das denn an wenn man so jung Verantwortung
00:02:37: übernimmt?
00:02:38: Ja, wie fühlt sich das an?
00:02:39: Das war natürlich eine Situation die ist erstmal neu.
00:02:43: Ich habe dann irgendwann darüber nachgedacht wenn ich in praktische Politik einsteigen will, dann fangen wir am besten unten an.
00:02:50: Ich war vor Ort wie gesagt so sehr verankert und hab mich politisch parteipolitisch orientiert weil da meine Zeitpunkte auch mal einfacher waren, sich dann politisch betätigen über eine Organisation und hat mich der SPD zugewandt.
00:03:03: Und die haben natürlich dann auch als Nr.
00:03:05: neunundneunzig die Gemeinderatswahlen, Stadtratswahlen anstanden und wir haben dann dann
00:03:09: Nr.,
00:03:10: neun- neunzig aus der Stadtrecht verlieben bekommen mich gefragt ob ich nicht mehr vorstellen könnte zu kandidieren.
00:03:15: und das konnte ich mir vorstellen und habe es dann auch getan bin gewählt worden.
00:03:18: dann fühlt man sich natürlich erstmal gut dass dann doch wie sagen mal so viele Leute sie vorstellen könnten dass ein relativ unbeleckter junger Mann hier vielleicht auch Interessen vertreten kann.
00:03:29: und da bin ich da reingegangen wenn man dann mit einer ganzen Reihe von ehemaligen Lehrern in einem Gremium sitzt, die natürlich der Natur nach auch deutlich älter sind.
00:03:37: So wie die ganzen anderen natürlich auch.
00:03:39: Dass man dann vielleicht erstmal ein bisschen argwünscht beögt wird ist vielleicht auch klar.
00:03:43: und dann habe ich einfach begonnen mich weiterzubilden.
00:03:47: Ich hab Seminare belegt zum Kommunalen Haushaltsrecht.
00:03:51: Ich hatte mich absolviert über sechs Wochenenden.
00:03:54: Also sehr intensiv mich auch versucht vorzubereiten auf das was da auf mich zurollt.
00:03:58: So bin ich dann da rein.
00:03:59: Alles Weitere war dann mehr oder weniger freischwimmen und sich Respekt verschaffen.
00:04:04: Das ist ja in dem Alter denn immer nicht selbstverständlich, dass man ernst genommen wird Vor
00:04:07: allem wenn da Lehrer sind die einen noch kennen aber da gab es keine größeren Schwierigkeiten.
00:04:11: Nein also ich hatte auch meinen Vater saß auch im Kremium zwar für eine andere Fraktion Aber das war natürlich auch so ein bisschen jemanden an der mich mich orientieren könnte damit er mir dann nochmal das eine oder andere gesagt hat, wie was funktioniert.
00:04:24: und ja dann habe ich in der Fraktion auch die Ratschläge bekommen.
00:04:27: Das war nicht das Problem aber am Anfang ist es natürlich erst mal Nölland und etwas ungewohnt und ja... Aber es hat funktioniert!
00:04:35: So um zwei tausend neun wurden sie stellvertretender Bürgermeister- und Stadtratsvorsitzende und heute sagen Sie selbst mein Weg war vorgezeichnet.
00:04:44: Ist das eher ein Gefühl von Bestimmung oder die konsequente Entwicklung?
00:04:48: Sie haben mir ein bisschen erzählt, was Sie gemacht haben dafür.
00:04:50: Na ja Ich würde mal sagen, dass es sich am Ende irgendwie nach und nach so ergeben hat.
00:04:56: Hat sicherlich mit bestimmten Punkten auch in diesem Wertegang zu tun.
00:05:00: Bestimmung weiß ich nicht.
00:05:01: damit kann ich nicht so viel anfangen.
00:05:02: das hat ja eine esoterische Komponente.
00:05:05: Ich glaube eher schon, dass ich dann nachdem die Entscheidung getroffen hatte mich für den Stadtrat zu bewerben.
00:05:12: Dass dann natürlich wieder war auch Erfolg des Zweitausendvier Und dass das Ganze dann am Ende eine Konsequenz glaube ich, angenommen hat.
00:05:21: Dass das mehr oder weniger eine Entwicklung dahin war und dass ich dann am Ende immer nur noch den nächsten Schritt gegangen bin sowie eben nach, also im Jahr zwölf, als Bürgermeister dabei
00:05:29: anzutreten.".
00:05:31: Und Sie waren schon immer sehr aktiv im Ort Fußball- und Karneval?
00:05:34: Was hat Ihnen denn dieses Engagement für Ihre heutige Arbeit mitgegeben?
00:05:37: Naja, man hat natürlich darüber erst mal eine Menge Kontakte... geknüpft, hat viele Freunde Bekannte.
00:05:44: Dadurch hat letztendlich irgendwo ein Gefühl dafür bekommen was geht eigentlich in den Menschen vor?
00:05:49: Was wollen sie?
00:05:49: Was haben sie für Probleme und was haben Sie für Wünsche?
00:05:52: Und das ist natürlich immer schwierig wenn man das aus dem Büro heraus machen möchte ohne den Kontakt zu den Leuten zu haben.
00:05:58: Den hatte ich von Anfang an.
00:05:59: also bind einen Teil dessen und das ist glaube ich sehr wichtig um zu wissen Welche Bedürfnisse bestehen denn eigentlich bei den Menschen?
00:06:05: Und was sind deine eigenen Bedürfenisse, die unterscheiden sich ja nicht entscheidend von denen der anderen und das ist glaube ich sehr gute Schule gewesen.
00:06:13: Ich habe dadurch natürlich auch eine ganze Menge Unterstützer gehabt bei dem Weg, den ich gegangen bin und dass es, ich glaube viel Wert mit den Leuten im Gespräch zu bleiben und das is' auch das was die Grundlage ist und was wichtiges.
00:06:25: alles andere funktioniert nicht.
00:06:27: Und passend dazu sagen Sie, Ihre Mission ist es, Rostleben-Wir zu einem Ort zu machen an dem Menschen gern leben bleiben oder auch zurückkommen.
00:06:35: Warum ist Ihnen das so wichtig?
00:06:36: Naja wie gesagt ich lebe ja auch hier und möchte dass diese Region sich weiterentwickelt.
00:06:42: Ich möchte auch ein ganz normales Leben führen mit den Dienstleistungen in unmittelbarer Nähe und ich möchte natürlich auch das meine Kinder letzten Endes eine Perspektive, also eine Möglichkeit haben sich anders zu entscheiden als es vielleicht viele meiner Altersgenossen in den Neunzigern tun mussten.
00:06:56: Sondern eben hier die Möglichkeit haben, sich eine Familie aufzubauen, sesshaft zu werden.
00:07:00: Vielleicht nach einem Aufenthalt woanders während des Studiums oder der Ausbildung aber dann doch wieder her.
00:07:07: kommen, dass das was mich umtreibt.
00:07:10: Und wie gesagt ich habe ja viele Freunde von vielen Bekannten denen es ja ähnlich geht und da lohnt sich's zu kümmern und das ist am Ende etwas was mich antreibt hat sich ein bisschen was in diese Richtung getan.
00:07:20: Wo ich denke noch nicht ausreichend haben wir noch ein bisschen so viel Arbeit vor uns.
00:07:24: Und angenommen Ich komme morgen zu ihnen und klingel bei Ihnen an der Tür Herr Sauerbier Was machen wir?
00:07:29: Gibt's was in Ihrer Stadt das Sie mir unbedingt zeigen wollen?
00:07:32: Ach ich glaube da gibt´s eine ganze Menge!
00:07:34: Mir würde einem fallen die Kloster Schule rausleben.
00:07:36: Ich habe es mit dem Abitur verlassen.
00:07:38: Das ist eines der ältesten Internatsgymnasien Deutschlands, also auch ein besonderes Angsamble an Gebäuden und einem großen Park etc.
00:07:49: Dann haben wir einen Schloss WIE, das ist auch ein ortsbildprägendes Gebäude in welches wir uns kümmern und sanieren nach und nach um es hoffentlich an einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.
00:07:59: Und dann haben wir eine ganze Menge Natur zu bieten, die uns struht.
00:08:02: Wir haben einen Radweg dort der sich über zwei Hundert Kilometer knapp zweieinhalb Kilometer auch an unserer Stadt vorbei schlängelt.
00:08:09: Wir hatten diese Modellbahn in Wien und das ist ein Highlight, ein touristisches Highlight was man sich angucken kann.
00:08:15: also es gibt eine ganze menge bis hin zu Wanderwegen in der hohen Schrecke.
00:08:18: Es gibt hier die Möglichkeit eine ganze Woche und länger zu verbringen wenn man das möchte.
00:08:23: Wenn wir jetzt spontan machen wollten ja dann wie gesagt Anlaufpunkte, weil auch die Klosterschule direkt neben dem Rathaus sich befindet.
00:08:30: Das Rathaus war ja auch meine Schule.
00:08:32: Mein Büro ist damals mein Klassenzimmer gewesen.
00:08:34: Nein!
00:08:35: Doch das sind auch so Sachen, die sich da manchmal fügen... Also da gibt es eine ganze Menge, die man sich angucken kann und wo man verweilen kann.
00:08:44: also da mangelt uns nicht am Plätzen.
00:08:46: Also, dass Sie sitzen jetzt in Ihrem Büro und das war früher Ihr Klassenzimmer.
00:08:51: Ernsthaft?
00:08:51: Ja ich bin eingeschult worden im Jahr two-und achtzig an einer anderen Stelle im Ort.
00:08:56: Hundert Meter Luftlinie.
00:08:57: und dann war es so, dass die Grundschule in zwei Gebäude aufgeteilt werden.
00:09:00: Erste und zweite Klasse waren wie gesagt in dem Gebäudewohnen, wo ich eingeschuldet wurde.
00:09:04: Und die dritte und vierte Klasse haben wir in dem Gebäude, den mich als Bürgermeister meinen Sitz habe oder mein Büro habe... ...und in dem Raum des Bürgemeisters Zimmern quasi jetzt bildet, das war mein Klassenraum.
00:09:16: Also spielt manchmal das Leben nicht.
00:09:18: Wahnsinn!
00:09:18: Sitz ich jetzt schon viel länger und viel länger als ich vielleicht dort in der Schule war.
00:09:22: aber ja so dürft man sich wieder manchmal her.
00:09:25: Ja das nenne ich Heimatverbundenheit Next Level.
00:09:28: Herr Sauerbier Sie sind gern unter Menschen haben sie vorhin gesagt haben sie uns auch im Vorgespräch gesagt und es stört sie nicht beim Einkaufen angesprochen zu werden oder abends noch Termine zu haben.
00:09:38: ist das etwas woran man sich gewöhnt?
00:09:41: Oder ist das was was man einfach mitbringen muss?
00:09:43: Also ich würde sagen, es ist ein bisschen was von beidem.
00:09:46: Man gewöhnt sich sicherlich an vieles auch daran aber man muss natürlich die Bereitschaft mitbringen sich darauf einzulassen.
00:09:51: also wie gesagt ich bin ja viele Jahre Ratsmitglied gewesen bevor ich in diese Funktion gekommen bin und da ist man natürlich hin und wieder auf bestimmte Sachen im Freizeitbereich beim Sport oder auch beim Karneval wie gesagt angesprochen worden.
00:10:03: das hat sich dann am Ende so ergeben und so entwickelt.
00:10:06: Aber man muss ihnen bereit sein drauf sich einzulassen und irgendwann negativ sehen, weil dann macht es keinen Sinn, so einen Posten zu begleiten.
00:10:14: Bei sieben Tausend Einwohnern kennt nahezu jeder jeden und dann ist das auch normal dass die Leute nicht zu mir ins Büro kommen sondern ich sage mal mich auf der Straße ansprechen wenn sie mich treffen oder eben im Supermarkt oder an welcher Stelle auch immer auf dem Sportplatz.
00:10:25: ja da muss man mit umgehen können und damit habe ich überhaupt kein Problem da bin ich mehr oder wenn ihr auch so reingewachsen ist.
00:10:31: also vorbei ein bisschen
00:10:33: So, und Action haben sie auch zu Hause?
00:10:35: Sie leben mit ihrer Frau und den Kindern als Patchwork-Familie.
00:10:38: Wie viele Kinder sind es?
00:10:40: Und was bedeutet ihnen Familie im Alltag?
00:10:42: Also wir sind eine Patchworkfamilien, ich hab Zwillinge.
00:10:46: Meine Frau hat eine große Tochter und dann haben wir noch ne jüngere Tochter.
00:10:50: das ist die jüngste Gemeinsam.
00:10:52: Aber ich sag mal Patchwork Leben ist jetzt... Nicht mehr so, dass aktuelle, weil die großen, also quasi die älteste von meiner Frau ist schon zweiundzwanzig.
00:11:02: Hat ein Freund des Außerhauses und die Zwillinge sind jetzt fast zwanzig und machen natürlich auch ihr eigenes Ding und haben auch die letzten Jahre nicht bei mir gelebt.
00:11:10: Und die Kleine ist noch da, die vierzehnjährige mittlerweile ja auch nicht mehr klein.
00:11:14: Also das war schon eine Herausforderung gewesen in den letzten Jahren aber ich glaube wir haben das alles in allem ganz gut hingekriegt.
00:11:23: Ich sage mal, bei diesem zeitintensiven Job ist es ja wichtig, dass da der Rückhalt da ist.
00:11:28: Ansonsten wäre das schwierig.
00:11:30: Bin froh, dass es so ist und sicherlich gibt's immer wieder Ansprüche, denen ich manchmal nicht gerecht werde.
00:11:35: Leider Harbour würde sagen alles in einem haben wir das ganz gut im Griff.
00:11:39: Erinnern Sie sich noch an den Moment als sie erfahren haben?
00:11:41: Es sind Zwillinge.
00:11:42: wie war das?
00:11:42: Ohja!
00:11:43: Ich sehe mich noch in der zivilen Schule ins anderes Haus stehen also bevor.
00:11:49: Mittlerweile wurde das abgeordneten, war ich fünf Jahre lang Dezent an der Zwiedenschule in Sonnershausen.
00:11:54: Und im Jahr zwei Tausend sechs hat mir die Mutter zur Zwillinge dann mitgeteilt am Telefon, dass es doch nicht nur Eins sei sondern Zwillenge.
00:12:01: da habe ich erst mal glaube ich nicht so ganz verstanden was jetzt gerade da mir vermittelt wurde.
00:12:07: Das hatte eine Weile gebraucht bis ich das Sack gelassen habe aber ja... Es war natürlich verdützt das ist klar und das dauert dann auch erst mal eine weile bis man das so verarbeitet.
00:12:16: Das
00:12:16: glaube ich Job!
00:12:18: Viel los, Familie viel los.
00:12:20: Wo findet man sie denn wenn Sie mal ganz für sich alleine abschalten wollen?
00:12:25: Ganz für mich alleine abscheiden das ist eigentlich eher selten und ich brauche es auch nicht unbedingt.
00:12:30: aber wenn dann sitze ich gerne auf meiner Terrasse in meinem Karten und ja gucke ein bisschen Fernsehen.
00:12:35: Ich habe da auch einen Fernseher hin oder ein bisschen Musik oder so was.
00:12:39: also aber das ist jetzt nichts was ich sage mal gezielt suche.
00:12:44: Eigentlich sportgarne, gehege mittlerweile Und
00:13:03: Sie haben uns auch erzählt, Doppelkopf spielen sie und da zeigt sich ja oft wie jemand tickt.
00:13:08: Wie spielen sie dann eher strategisch im Hintergrund oder mit vollem Risiko nach vorne?
00:13:13: Was macht Ihnen mehr
00:13:13: Spaß?".
00:13:14: Ich glaube nicht, dass ich da Risikospieler bin.
00:13:17: Doppelkörper ist ja schon durchaus ein strategisches Spiel.
00:13:19: Man hat einen Partner, den man erst mal finden muss und wenn man ihn gefunden hat dann sollte man es gemeinsam schaffen das Spiel zu gewinnen.
00:13:27: Das ist letztendlich auch ein bisschen ein Ausdruck, glaube ich, dessen, was ich gerne auch Dinge gemeinsam anfasse, gemeinsam löse weil das am Ende allein in aller Regel schwierig wird.
00:13:36: also das macht mir wirklich sehr viel Spaß und ich glaube wie gesagt Strategie bringt mehr als.
00:13:42: Und
00:13:43: wenn wir jetzt mal auf Ihre Stadt schauen, Herr Sauerbier.
00:13:46: Was wünschen Sie sich denn von den Menschen in Rosleben?
00:13:49: Ja ich wünsche mir dass man doch... öfter mal das positive aus der eigenen Region im Vordergrund hebt und nicht immer so, dass vielleicht was nicht so gut läuft.
00:13:59: Im vordergrund steht weil sicherlich das ist nicht weg zu diskutieren und es muss auch angehen und die Probleme die wir haben lösen.
00:14:06: aber mit einer positiven Sicht auf die eigene Stadt, auf die eine region lässt sich viel leichter für die Regionen werben als mit einer anderen Herangehensweise.
00:14:16: Und wir haben eine ganze Menge zu bieten, insofern glaube ich schon dass das auch begründet ist mit einer positiven Haltung von der eigenen Umgebung zu sprechen und das würde ich mir ja schon manchmal
00:14:25: wünschen.".
00:14:26: Was muss denn passieren?
00:14:27: oder wie kann es dann gelingen wieder mehr den Blick auf das positive zu lenken?
00:14:31: Ich glaube, indem man sich einfach immer wieder mal vor Augen führt.
00:14:33: Was läuft denn eigentlich richtig gut?
00:14:35: Das ist ja leider immer so, dass das oftmals als selbstverständlich wahrgenommen wird.
00:14:39: Währenddass was nicht so gut läuft natürlich immer den Vordergrund gerückt.
00:14:42: Das sehen wir in der großen Politik, das sehen wir vielleicht auch im privaten Bereich.
00:14:47: Immer wieder die Dinge mit, die eigentlich gut laufen für selbstverständliche Held.
00:14:52: Das ist nicht immer eigentlich so sondern basiert auf viel Arbeit und auch auf einen gemeinsamen Herangehen Und das lohnt sich glaube ich schon, sich immer wieder mal vor Augen zu führen.
00:15:03: Ich glaube auch dann entwickelt sich der Blick auch besser für diese positiven Dinge wieder.
00:15:08: Auch wenn hier unsere Region also rein landschaftlich betrachtet ist es eigentlich sehr schön und das muss man sich ja recht auch mal wieder einmal vor Augen führen und nicht selbstverständlich nehmen weil man es nun jeden Tag sieht oder auch andere Dinge die wirklich gut funktionieren kann man sich einfach immer mal wieder auch sagen, okay es ist nicht so dass alles nur nicht läuft sondern es läuft vieles auch gut.
00:15:27: Man muss es sich immer einmal wieder vor Augen führen und nicht für Selbstverständlichkeit.
00:15:30: Okay!
00:15:31: Und wenn ich Sie jetzt frage drei Dinge die besonders gut laufen in Rosleben wie?
00:15:34: Welche wären das?
00:15:35: Naja, dann fällt mir als erstes ein wir haben eine sehr gute Kind der Tagestätteninfrastruktur Wir haben alle Schultypen von der Grundschule bis zum Gymnasium.
00:15:43: Wir haben eine gute Verkehrsanbindung.
00:15:44: Ich bin in einer Stunde in Leipzig, dreiviertelstunde in Erfurt.
00:15:47: Ich musste dort nicht wohnen Sondern ich kann auch die Ruhe auf dem Land genießen Und ich habe eine ganz aktive Bürgerschaft, die in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv ist.
00:15:56: Wo ich mich selbst auch einbringen kann wenn ich das möchte.
00:15:58: also es gibt viele Dinge die positiv vorzuheben sind und ich muss da nicht immer die Dinge die vielleicht schlechter laufen in vordergrund schieben weil dass niemanden hilft und die Probleme nicht
00:16:08: löst.".
00:16:08: Und sie gehen ja auch in Schulen und sprechen mit jungen Menschen.
00:16:12: Worüber reden Sie?
00:16:13: Was wollen Sie ihnen mitgeben?
00:16:14: Sind das die Punkte über die wir jetzt gerade schon gesprochen haben oder was sind die Themen?
00:16:17: Ja, gut.
00:16:18: Da geht es natürlich auch darum so ein bisschen die Arbeit an der Stadtverwaltung bzw.
00:16:22: auch die Arbeit eines Stadtrates beziehungsweise auch meine Arbeit vorzustellen.
00:16:27: was tun wir vor Ort?
00:16:29: Worum kümmern wir uns?
00:16:30: Was sind unsere Aufgaben?
00:16:31: also ich gehe in die Regelschule das ist quasi den Sekundarrufe in dem Sozialkundeunterricht im Raum des neunten Klassen.
00:16:38: Ich hatte auch schon aus dem Gymnasium Klassen bei mir zu Gast im Rathaus und haben dann quasi auch mal eine Rathäusführung gemacht und so.
00:16:44: Also es geht einfach darum mal zu zeigen was passiert dahinter drin.
00:16:48: Rathaus wenden eigentlich und welche Dinge kümmern wir uns.
00:16:51: Und sicherlich nimmt man dann auch mal einen oder anderen Hinweis von jungen Menschen mit, was würden die sich wünschen?
00:16:57: Ich bin ja mittlerweile auch in einem Alter wo das für mich vielleicht nicht mehr so greifbar ist wie es früher war als ich mit den zweiundzwanzig selbst in den Stadtrat gegangen bin und gesagt habe okay wer soll sich denn um die Belange der Jüngeren kümmern wenn ich nicht die Jüngern selbst, die am Ende am besten einschätzen können was sie denn wollen, was sie brauchen?
00:17:12: Das zu vermitteln ist ein bisschen.
00:17:13: das Ziel ist bisher auch glaube ich immer ganz gut angekommen.
00:17:17: Ich nehme dann auch natürlich das ein oder andere an Hinweisen mit, wo man da mal gucken kann.
00:17:21: Ist das umsetzbar?
00:17:23: Oder nicht?
00:17:24: Also macht schon Spaß!
00:17:25: Und was würden Sie jemanden sagen der sagt ich kann ja sowieso nichts verändern?
00:17:29: Das würde ich bestreiten und mich im Prinzip vielleicht als bestes Beispiel dafür herhalten lassen.
00:17:36: wie gesagt ich bin relativ jung in dieses ehrenamtliche Geschäft das muss mir auch sagen es ist ein Ehrenamt als Stadt- oder Gemeinderatsmitglied eingestiegen Einfach auch, weil ich einen Einfluss auf das haben wollte.
00:17:47: Wie sich meine Stadt, wie sich meine Umgebung, meine persönliche Umgebungen... entwickelt.
00:17:51: Und ich glaube schon, dass ich in den letzten, das sind ja mittlerweile, sechsundzwanzig, sieben und zwanzig Jahre fast doch eine ganze Menge mit begleiten konnte.
00:17:58: nicht alleine natürlich es geht alles nicht alleine aber ich habe doch mit vielen anderen zusammen noch eine ganze menge bewegt und wie gesagt wir kommen ja auch aus einer Umbruchsphase.
00:18:07: Das waren dann zwei Welten die da aufeinander pralten und bis heute ist natürlich sehr viel passiert.
00:18:13: Es ist noch sehr viel zu tun aber es ist auch sehr viel passiert und wir haben gemeinsam dadurch eine ganze Menge bezweckt.
00:18:18: und das ist glaube ich für mich ein lebende Beispiel dass man eben Veränderungen herbeiführen kann in deinem persönlichen Umfeld, wenn man sich beteiligt.
00:18:25: Aber trotzdem hören Sie öfter mit dir wollte ich nicht tauschen was antworten sie denn darauf?
00:18:30: und ist da vielleicht sogar manchmal etwas dran?
00:18:33: Was antworte ich darauf?
00:18:34: ja also diese Aussagen kommen dann schon mal und ich sage mir dann immer nirgendwo es muss jemand machen das ist das eine das andere aber auch dass es durchaus schön ist ihm zu sehen was entsteht wenn man dich einbringt.
00:18:48: Natürlich ist manchmal auch was dran, weil es nicht immer vergnügend steuerpflicht ist, sage ich immer.
00:18:54: Weil wir natürlich auch uns einerseits an Verwaltungsbürokratie manchmal aufreiben, die uns andere, sagen wir mal, wenn sie ja gegeben haben oder aber bald auch der eine oder andere Bürger ansprüche stellt, die wir in der Lage sind zu erfüllen beziehungsweise manchmal auch vielleicht sich im Ton vergreift.
00:19:15: Das sind dann nur etwas unangenehmere Geschichten, die kommen schon mal vor.
00:19:20: Der Ton ist insgesamt sogar rauer geworden, das ist eigentlich ein bisschen schade weil ich finde man kann viele Probleme auf eine sachliche Art und Weise lösen indem man vernünftig miteinander umgeht.
00:19:32: wir sind alles erwachsene Menschen und dann sollte es kein Problem sein sich auf Augenhöhe gegenüberzutreten und sie bestenfalls nicht, ich sag mal in sozialen Netzwerken auf Deutsch gesagt ausquetschen sondern miteinander sprechen sich auch die Meinung sagen selbstverständlich aber auf eine vernünftige Art und Weise.
00:19:48: dann macht das alles auch.
00:19:50: Sinn und man kann vielen Menschen auch vieles besser erklären im Dialog.
00:19:55: Und da stehe ich immer zur Verfügung, aber alles in allem motiviert einen eben immer wieder wenn man sieht es entsteht was.
00:20:00: Es entsteht etwas Neues ist wird was saniert.
00:20:02: insofern ist das mein Antrieb und lässt die ganzen wie ich dass wir vorhin im Zusammenhang mit was wünsche ich mir von den Menschen wünschen ist es ja mehr.
00:20:09: nicht anders überwiegt am Ende dann doch der positive Blick auf die Dinge weil man ja doch als was schafft.
00:20:15: und meine Reaktion auf solche Aussagen
00:20:18: Ja Herr Sauerbär und wir beide haben jetzt auch was geschaffen, nämlich eine spannende und superinteressante neue Folge von Mensch Bürgermeister.
00:20:24: Vielen vielen Dank für das offene und ehrliche Gespräch.
00:20:27: Danke
00:20:27: schön!
00:20:29: Das war Mensch Bürgammeister.
00:20:30: ich bin Olaf Prinkmann und ich freue mich wenn sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind.
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