Politik am Frühstückstisch - Jan Edo Albers, Bürgermeister von Jever

Shownotes

Schon als Kind hörte Jan Edo Albers am Frühstückstisch, was im Rathaus entschieden wurde. Heute trifft er diese Entscheidungen selbst – als Bürgermeister seiner Heimatstadt Jever.

In dieser Folge von „Mensch, Bürgermeister!“ erzählt er, wie aus kindlicher Prägung ein klarer Lebensweg wurde. Und warum er sich ganz bewusst für Politik und Verwaltung entschieden hat. Es geht um die besondere Situation, dort Verantwortung zu tragen, wo er aufgewachsen ist: für Orte, mit denen er Erinnerungen verbindet, und für Menschen, die er persönlich kennt. Das schafft Nähe – und macht Entscheidungen manchmal auch schwierig.

Jan Edo Albers gibt Einblicke in einen Alltag, der selten planbar ist. Zwischen Terminen, spontanen Anliegen und vollen Schreibtischen bleibt oft wenig Raum für das, was man sich morgens vorgenommen hat. Und trotzdem geht es genau darum: den Überblick behalten, Entscheidungen treffen und für die Stadt da sein.

Jan Edo Albers managt eine Stadt mit Geschichte, Charakter und dem Anspruch, sich weiterzuentwickeln, ohne das Eigene zu verlieren. Es geht um die Frage, wie man eine Innenstadt lebendig hält, Menschen anzieht und Zukunft gestaltet – ohne die Wurzeln aus dem Blick zu verlieren.

Mehr Infos zur Stadt Jever gibt es hier: https://www.stadt-jever.de/ Jan Edo Albers auf Instagram: https://www.instagram.com/janedoalbers/ Jan Edo Albers auf Facebook: https://www.facebook.com/janedoalbers


„Mensch, Bürgermeister!“ ist der Podcast, der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Menschen zeigt. Abseits von Terminen, Sitzungen und Schlagzeilen erzählen sie, was sie bewegt, antreibt und manchmal auch zweifeln lässt. Es geht um Verantwortung, Heimat, Familie, Entscheidungen – und um die Frage, wie Politik vor Ort menschlich bleiben kann.

📣 Aufruf – Mitmachen erwünscht Sie sind ebenfalls Bürgermeisterin oder Bürgermeister und möchten zeigen, wer Sie jenseits des Amtes sind? Dann melden Sie sich bei uns und werden Teil von „Mensch, Bürgermeister!“. Wir freuen uns auf ehrliche Gespräche, persönliche Einblicke und Ihre Geschichte. Kontakt: hallo@podcast-factory.de bzw. https://mensch-buergermeister.de

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:05: Mensch Bürgermeister!

00:00:07: Heute mit Jan-Edo Albers, Bürgemeister von Jefa.

00:00:13: Er ist mit einem kleinen Bruder aufgewachsen, zweieinhalb Jahre jünger.

00:00:17: In einer Familie in der über Politik nicht nur gesprochen wurde sondern in der Politik zum Alltag gehört hat.

00:00:23: Sein Vater war stellvertretender Bürgermeister von Jefa und nach dem Frühstück saß die Familie oft noch zusammen am Tisch – da gab's Tee- und Geschichten aus dem Rathaus.

00:00:33: heute!

00:00:34: Ist er selbst Bürgermeister der Stadt, in der er geboren wurde und sagt von sich, dass er diesen Weg sehr zielstrebig gegangen ist.

00:00:41: Ich bin Olaf Brinkmann, herzlich willkommen!

00:00:43: Jan Edo Albers bei Mensch-Bürgermeisterschön, dass Sie da sind.

00:00:48: Herr Albers, wenn jemand morgens um acht ihr Büro im Rathaus betritt – was würde ihn an ihrem Arbeitsplatz?

00:00:55: vielleicht überraschen.

00:00:56: Na, ich denke die Häufchen, die sich da immer noch befinden obwohl man ja eigentlich am Abend vorher alles abgearbeitet haben soll aber das gelinken nicht mal.

00:01:05: im Ausnahmefall würde ich

00:01:06: behaupten.

00:01:07: Also gibt es immer stapelweise Papier bei Ihnen oder?

00:01:10: So

00:01:10: sieht das aus!

00:01:10: Ja also ich habe wieder Vorlargesystem und natürlich kommen Sachen zum Unterschreiben rein Und dann wird erst einmal beiseite gelegt weil wieder was wichtigeres kommt und dass am abend frei zu räumen ist ausgeschlossen.

00:01:24: Sie haben als Kind beim Tee nach dem Frühstück gehört, was ihr Vater von seiner politischen Arbeit erzählt hat.

00:01:30: Gab es da einen Moment in dem sie gedacht haben, das möchte ich später einmal machen?

00:01:35: Oder war das eher ein Gedanke der später kamen?

00:01:39: Der Gedankel kam eigentlich später.

00:01:41: Das hat mich immer fasziniert wenn er so erzählt hat und das hat offensichtlich den nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

00:01:47: aber die Entscheidung oder diesen Moment, den gab's dann erst zu einem späteren Zeitpunkt.

00:01:52: Können Sie noch sagen wann das war?

00:01:54: Das ist später gewesen, das war im Rahmen des Referendariates.

00:01:57: Da habe ich dann festgestellt bei Praktika und der Ausbildung dass da tatsächlich die juristische Tätigkeit mit dem politischen Interesse was ich eben von Kindheit an habe auch gut verbinden kann in der Position des Hauptverwaltungsbeamten hier in einer Stadt natürlich am liebsten in meiner Heimatstadt und ich bin sehr glücklich dass das so am Ende gekommen ist.

00:02:23: Sie sagen ja von sich, ich bin durch und durch Jefa Rana.

00:02:26: Was bedeutet Ihnen denn diese Verwurzlung in Ihrer Heimatstadt?

00:02:31: Das hat natürlich eine sehr enge Bindung sozusagen die da ist zu den Orten über die ich dann mitentscheiden darf wo ich Veränderung herbeiführen darf weil ich eigene Erfahrungen mit diesen Orten vielfach gemacht habe dort eben los geworden bin und auch zu den Menschen eine enge Verbindung.

00:02:52: Viele kenne ich von Kindheit an oder sie sind mir im Laufe des Lebens über den Weg gelaufen, das ist ein Vorteil weil man dann dieses berühmte Netzwerk hat und mal auch relativ zügig durch einen Telefonat zur unkonventionellen Lösungen kommen kann.

00:03:10: aber es hat auch ne Kehrseite denn Sie müssen manchmal eben auch Leuten, die sie gerne mögen und diese gut kennen sagen.

00:03:17: Nein das geht so nicht wie du dir das vorgestellt hast.

00:03:19: Das ist also mitunter auch ein bisschen

00:03:20: schwierig.".

00:03:21: Okay ihr zweiter Vorname Edo zieht sich durch die Familie.

00:03:26: Ihr Vater hieß Edo, ihr Sohn heißt Edo Alexander.

00:03:30: der Name geht auf den letzten männlichen Regenten des jefer Landes zurück.

00:03:34: wenn man so einen Namen trägt fühlt sich das manchmal ein bisschen an wie eine kleine historische Verpflichtung?

00:03:41: Also es spricht erst mal dafür, dass da in der Familie eine enge Verbundenheit und Traditionsbewusstsein sozusagen da ist.

00:03:50: Aber eben auch eine enGE Verbindung der Familie zu der Stadt Jefa weil sonst kommt man ja auf solch eine Idee gar nicht erst und vor allem eben auch zur Geschichte der Stadt.

00:04:00: also das spürt man schon und das ist etwas was mich dann auch zusätzlich motiviert Das will ich so auf jeden Fall sagen.

00:04:10: Beispiel, wenn ich außerhalb des Oldenburger Landes mich vorstelle muss sich den Namen Edu immer erklären.

00:04:17: Dann sage ich immer das frisische Kurzform von Eduart und das kommt dann eben vom letzten männlichen Häubdling je fass'n.

00:04:25: und wenn ich auch noch erzähle dass ich inzwischen der Bürgermeister dieser Heimatstadt bin.

00:04:31: ja dann merkt man schon wie cool das eigentlich ist und ich bin da doch manchmal auch ein bisschen stolz.

00:04:38: Jetzt machen wir eine Zeitreise in Ihre Kindheit.

00:04:40: Da haben Sie oft Urlaub in Kärnten gemacht, weil Ihr Vater aus Klagen fortstand.

00:04:45: Wenn Sie heute an diese Zeit denken was taucht da zuerst vor Ihrem inneren Auge auf?

00:04:51: Als erstes denke ich dann an die frühere Kindheit wo ich als kleiner Junge gemeinsam mit meinem Bruder dann immer rechtzeitig abends in unserer Pension wieder da sein musste egal wo wir vorher hingefahren sind damit wir gemeinsam mit dem alten Bauern die Kühe ein treiben konnten von der Weide.

00:05:09: und er hatte dann für mich immer, und den hat er mir später auch mal geschenkt so einen alten Bauernhut.

00:05:15: Und er hat gesagt du bist der junge Bauer und das war natürlich für mich eine ganz einprägsame Geschichte.

00:05:21: Das war auch bei meinen Eltern ganz klar.

00:05:23: also da konnten sie mit massiven Widerstand rechnen wenn ich nicht rechtzeitig da war und das ist dann meistens auch gelungen.

00:05:31: Und ein zweites Bild, was mir sofort vor Augen ist.

00:05:35: Die Situation im Strandbad am Ossiacher See, wenn ich dann da auf der Mathe lag und dann mit dem Buch hinüber geschaut habe auf den großen Berg, den grünen Berg der Gerlitzten... Das war immer so einen Moment wo man dann ... zur Ruhe kommt und wo auch ein Heimatgefühl über die mehr als drei Jahrzehnte Zwangsläufe entstanden ist.

00:05:59: Und ich habe gehört, dass Sie bis heute eine besondere Schwäche für Kaiserschmarrn

00:06:04: haben!

00:06:05: Gibt es noch einen Gericht das Sie sofort wieder in diese Kindheitsurlaube zurückversetzt?

00:06:10: Ja, die Marillenknödel.

00:06:11: Das ist also dieses Duo ... Sie merken immer, Süß ist ganz wichtig für mich an der Stelle.

00:06:17: und die MarILLENKNÖDEL.

00:06:19: Es war immer so die Krönung.

00:06:20: Die sind nicht leicht zu machen.

00:06:22: Deswegen gab es sie nicht so oft.

00:06:23: Kaiserschmarrn konnten man öfter kriegen.

00:06:25: Und das waren dann die beiden Highlights eigentlich in jedem Urlaub!

00:06:29: So, jetzt haben Sie vorhin schon gesagt im Jure-Referendariat haben sie gesagt ich möchte einmal Stadtdirektor oder Oberkreisdirektor werden.

00:06:37: Das ist ja ein ungewöhnlicher Plan!

00:06:40: Was hat sie denn damals so sicher gemacht dass dieser Weg genau der richtige ist?

00:06:44: Der Moment wo mir das klar geworden es war in der Vorbereitung auf das erste Staatsexamen haben wir einen Repetitorium gemacht und da hatte ich ein Lehrer sag' ich mal so der war total begeistert von dem Thema Verwaltungsrecht Und da kam mir dann so viele Dinge bekannt vor, weil.

00:07:03: dann ging es um Bebauungspläne, Baulinien, Baugrenzen.

00:07:06: Das sind genau die Begriffe, die mein Vater immer benutzt hat von seiner politischen Tätigkeit im Stadtrat und da habe ich gemerkt, das ist eine interessante Materie.

00:07:18: Aus den Praktika wusste ich eben auch, welche Möglichkeiten die Verwaltung sozusagen hat.

00:07:23: Und dann habe ich gedacht, da verbinde ich das politische mit der spannenden Materie des Verwaltungsrechts in dieser Funktion als Hauptverwaltungbeamter und kann eben auch ganz konkret gestalten meiner Heimatstadt oder eben dem Landkreis gestalten.

00:07:41: Das hat mich damals dazu bewogen, zu sagen ich will nicht Rechtsanwalt werden.

00:07:44: Ich möchte genau das machen.

00:07:47: und dann gab es noch eine Begebenheit die ganz entscheidend für den weiteren Gang war.

00:07:52: Die haben in der Zeit wo ich im Referentariat war die Entscheidung getroffen auf Landesebene.

00:07:57: Es gibt nicht mehr die Zweigleisigkeit d.h.

00:08:00: also den ehrenamtlichen Bürgermeistern und den Hauptamtlichen Stadtdirektor sondern zukünftig den Eingleisigen Hauptamtlichen Bürgermeister.

00:08:10: Und damit war für mich klar, ich muss über die politische Schiene in diese Funktion reinkommen weil der Bürgermaster ja zukünftig politisch gewählt wird also unmittelbar und nicht der reine Verwaltungschef ist.

00:08:23: Im Vorgespräch haben sie uns gesagt Sie versuchen sich so wenig wie möglich durch ihr Amt verändern zu lassen.

00:08:30: Wie merkt man denn selbst eigentlich ob man sich durch so einen Job verändert?

00:08:34: vor allen Dingen durch die Menschen aus der unmittelbaren Nähe, also Familie und Freunde.

00:08:41: Da merkt man schon und kriegt das vielleicht auch mal deutlich aus Brot geschmiert wenn man dann privat etwas zu selbstbewusst auftritt oder so etwas.

00:08:50: Das ist das eine und das andere ist dass ich schon auch sehr genau darauf achte wie ich selber auftrete wie ich wirke versuche auch mich selber dann immer im Blick zu behalten.

00:09:01: Das habe ich von meinem Vater übernommen, der hatte gesagt er hat sich immer neben sich gestellt bei Reden und hat sich selber sozusagen beobachtet und ihm sich selbst zugehört.

00:09:12: und das ein bisschen so praktiziere ich dass er auch.

00:09:15: und dann merke ich schon auch wenn ich dann vielleicht mal anders reagiere als früher oder als ich das auch selber möchte spürt man vielleicht auch die eine oder andere Veränderung.

00:09:26: Kommunalpolitik ist ja oft sehr konkret, wenn Sie jetzt morgens ins Rathaus kommen, woran merken sie als erstes heute wird ein typischer Bürgermeistertag?

00:09:34: Sind es die Stapel in Ihrem Büro oder woran werden Sie's?

00:09:38: Weniger die Stabe so weit komme ich eigentlich dann gar nicht!

00:09:41: Wenn ich ins Rathaus komme, dann habe ich mir morgens immer zurechtgelegt was sich eigentlich machen will und was unbedingt jetzt anliegt, was geklärt werden muss.

00:09:49: Sobald ich ins Sekretariat reinkomme ist dann dieser Plan dahin, weil da steht jemand, der was will oder die Sekretärin sagt.

00:09:57: Der hat angerufen und das müssen wir jetzt machen und mein ganzer Plan ist übern Haufen

00:10:00: geworfen.".

00:10:01: Wenn das passiert, weiß ich es ist ein typischer Tag.

00:10:04: Gibt es eine Entscheidung aus Ihrer Amtszeit bei der Sie gemerkt haben?

00:10:07: Jetzt wird's wirklich ernst!

00:10:09: Jetzt trägt meine Unterschrift Gewicht.

00:10:11: Ja richtig ernst geworden ist es letztendlich während der Corona-Pandemie.

00:10:16: Da habe ich schon gemerkt welche Verantwortung viele Menschen dann auch habe einerseits mit Blick auf meine Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, aber andererseits auch bei der Umsetzung der Corona-Bestimmung im alltäglichen Leben der Menschen.

00:10:30: Also alltägtlich war es ja nun leider gar nicht.

00:10:33: Da mussten wir gucken wie können wir die Beschränkungen umsetzen?

00:10:37: Das Ordnungsamt war unterwegs da haben uns abgestimmt.

00:10:40: sind wir da besonders streng oder können wir uns einen gewissen Spielraum erlauben?

00:10:45: und das war eine herausfordernde Zeit.

00:10:48: Und man spürt dann die Verantwortung, also da wurde es richtig ernst!

00:10:52: Und wenn ich jetzt an einer Unterschrift denke, die eben besonders relevant war und wo ich dann auch gedacht habe gut dass das ist jetzt so ein... echter Meilenstand.

00:11:02: und war das vor gar nicht allzu langer Zeit?

00:11:04: die Unterschrift unter einen Kaufvertrag, wo wir die Küppensprache dann erworben haben.

00:11:10: Und damit als Stadt eben ganz konkret direkt am Rande der Innenstadt eine Entwicklungsmöglichkeit in die Hand bekommen haben.

00:11:18: Ich hoffe sehr, dass wir damit auch wirklich etwas Positives bewirken können.

00:11:23: Das war dann so ein Moment, wo so eine Unterschrift eben so bedeutsam

00:11:26: geworden ist.

00:11:28: Da gab es auch einen Moment wo sie abends nach Hause gekommen sind und gedacht haben, heute war Bürgermeister wirklich schwer.

00:11:35: War das die Zeit Corona oder?

00:11:38: Das war die auf jeden Fall.

00:11:39: aber das Schlimmste was mir passiert ist und das war also wirklich grausam.

00:11:46: Das war, wo ich den Kolleginnen Kollegen betal musste dass eine sehr junge Kollegin mit dem Motorrad verunfallt war, also tödlich verunfalt war.

00:11:58: Ja, besser.

00:11:58: Man muss das nicht erleben und da habe ich gedacht so hat man sich das dann nicht vorgestellt wenn man als soniger junger Mensch anfängt und Bürgermeister werden will.

00:12:08: Da denkt man eben an diese politischen Dinge und nicht an die menschlichen Schicksale mit denen man auch umzugehen hat.

00:12:14: Das glaube ich.

00:12:16: Ein Bürgemeister ist ja auch jemand der viel mit Menschen zu tun hat.

00:12:20: Kommt es denn vor dass sie auf der Straße angesprochen werden?

00:12:24: Mit Ideen Anliegen oder auch Kritik?

00:12:26: wahrscheinlich ja ne

00:12:28: Ja, das ist tatsächlich so.

00:12:30: Ich hätte mir das allerdings früher viel, viel... Schlimmer vorgestellt in Anführungsstrichen.

00:12:35: Also das wird gar nicht so oft in Anspruch genommen, allerdings dann auch sozusagen ohne Rücksicht auf Verluste wenn ich mit den Kindern unterwegs bin oder so.

00:12:43: Das ist dann völlig egal.

00:12:44: da ist dann das Anliegen eben ganz ganz wichtig so nach dem Motto Ich will sie ja nicht stören.

00:12:49: aber und dann ist das Thema schon gegessen.

00:12:53: Und dass aber.

00:12:54: meistens sind die Menschen sehr freundlich und natürlich fokussiert auf ihr anliegen Aber die Kritik Auch immer mitschwingt ist es vielleicht bei anderen außerhalb von Friesland anders.

00:13:08: Die ist immer noch so verpackt, dass man's außerhalten kann.

00:13:11: Es ist nicht bedrohlich oder unangenehm, sondern es ist noch immer rechtsachlich.

00:13:19: Wir hatten ja vor der Aufnahme schon darüber gesprochen.

00:13:22: viele Menschen kennen Jefa eigentlich als Jeva Obwohl man noch nie da war, wenn Sie jetzt jemanden treffen der Jäfer nur vom Bieretikett kennt und dann auch denkt das heißt Jäver.

00:13:35: Was würden sie denn sagen?

00:13:36: Warum lohnt es sich wirklich mal in ihre Stadt zu

00:13:39: kommen?

00:13:40: Vor allen Dingen weil es das Schloss auf dem Etikett wirklich gibt und das steht in dieser Stadt.

00:13:45: Und die Stadt hat nicht nur ein wunderschönes Schloss sondern eben auch eine Historisch gewachsene Altstadt mit teilweise auch sehr schönen historischen Gebäuden.

00:13:55: Aber die Struktur, die Mittelalterliche ist gut ablesbar und wir haben eine Wallanlage also die ehemalige Befestigung, die noch als Parkanlage existiert wo man sehr schön spazieren gehen kann.

00:14:08: Wir haben viele gastronomische Betriebe von guter Qualität immer noch auch individuellen Einzelhandel.

00:14:16: Natürlich gibt es zum Schluss, als Krönung des Ganzen die Chance in der Brauerei Besichtigung zu machen.

00:14:22: und dann das Jefer-Pill sind er dann auch wirklich zu genießen.

00:14:26: So, und an der Stelle lösen wir das noch mal auf in jefer sagt man jefer und nicht jever wie man es außerhalb nennt?

00:14:34: Jawohl

00:14:34: ja!

00:14:34: Das ist natürlich bei uns... Wir sprechen das richtig aus ist ja klar.

00:14:38: also jefer wird mit F sozusagen ausgesprochen.

00:14:42: das liegt daran das ist der frisische der niederdeutsche sprach.

00:14:45: gebraucht schreibt man auch zum Beispiel bei Willemshafen.

00:14:49: Das schreibt dann auch mit V, aber man spricht es eben mit F

00:14:52: aus.

00:14:53: und warum ist das im restlichen Bundesgebiet eben anders?

00:14:57: Das liegt an der Werbung der Brauerei die vermutlich das ganz bewusst so verändert haben weil eben der frisische Sprachgebrauch in Bayern nicht wirklich gepflegt wird.

00:15:10: Und da ist dann, wenn man es liest je war eben je war und nicht je war.

00:15:15: Und die haben das also in der Werbung dann so rum aufgenommen, haben sich das offensichtlich auch rechtlich schützen lassen kriegen wir dann immer gespiegelt.

00:15:24: Aber es ist ein super Einstieg in jedes Gespräch und kann ja sofort sagen, das stimmt schön dass du das kennst aber das ist nicht richtig!

00:15:31: Also insofern ist das gar nicht verkehrt.

00:15:33: So jetzt haben wir das Bierfass aufgemacht und auch wieder zugemacht.

00:15:36: sie möchten jefer noch stärker als Touristen statt entwickeln.

00:15:40: was sollen denn die Besucher fühlen wenn sie durch ihre Stadt gehen?

00:15:44: Dass wir hier eine wirklich gemütliche beschauliche Kleinstadt haben kann, indem man sich auch durchaus zerstreuen kann und am Ende auf jeden Fall wohlfühlen kann.

00:15:59: Sie haben selbst zwei Kinder eine Tochter zwölf Jahre alt und einen Sohn der ist neun.

00:16:05: Ist es für Kinder eher cool oder eher anstrengend wenn der Papa Bürgermeister ist?

00:16:11: Also wenn ich sie so reden höre dann merke Ihnen das schon auch etwas bedeutet, dass ich Bürgermeister bin.

00:16:19: Aber wenn ich sie direkt frage, ist das denn für euch schön oder nicht schön?

00:16:24: Dann kommt automatisch die Antwort... Nee, es ist eher anstrengend weil du hast ja nie richtig Zeit!

00:16:30: Die wenige Zeit, die wir miteinander verbringen können, dann garantiert irgendwelche Termine oder irgendwelcher Anrufe dazwischen wo ich dann doch mal eben kurz weg muss oder was klären muss Und das ist für die Kinder dann nicht schön.

00:16:43: Also wenn man sie direkt fragt, danach würden Sie eher sagen es

00:16:47: anstrengend.".

00:16:47: Jetzt waren sie ja selber auch in der Situation!

00:16:50: Wie war das denn früher?

00:16:52: mit dem Papa als Bürgermeister.

00:16:53: Ja, das war tatsächlich ähnlich bei mir in der Kindheit.

00:16:57: ich fand das faszinierend was er so erzählt hat von der politischen Arbeit von den Ideen und den Kämpfen die sie ausgetragen haben im positiven Sinne.

00:17:07: aber er hat mir natürlich dann in der Zeit auch gefehlt weil er eben viel unterwegs war Und das habe ich auch tatsächlich dann eben mal als kleiner Junge präsentiert und daraufhin hat er sich das dann überlegt, ob das so gut ist mit den vielen.

00:17:23: Er hat nicht nur das gemacht sondern vielen Ehrenämtern und er hat dann gemeinsam mit uns angefangen, sich dem Tisch des Sports zu widmen und da haben wir wieder ganz viel schöne Zeit miteinander verbringen können.

00:17:35: Gibt es denn von Ihren Kindern manchmal Input in der Stadt, wenn sie da zusammen unterwegs sind?

00:17:41: Was Ihnen als Bürgermeister vorher gar nicht aufgefallen ist?

00:17:44: Sagen die Papa das musst du mal anders machen.

00:17:46: Nee, das machen die so nicht.

00:17:48: aber Sie haben natürlich Wünsche und wenn man dann Entscheidungen trifft für Kinder in dem Alter, sozusagen den Input dann aus dem eigenen Kennen herauskitzeln.

00:18:01: und da zum Beispiel haben wir bei den Spielplätzen die eine oder andere Seilbahn installiert, weil ich gemerkt habe das war früher für mich toll.

00:18:10: Die gibt es aber gar nicht mehr so viele und meine Kinder haben beim Spielplatz da total drauf angeschlagen.

00:18:16: also so rum läuft es.

00:18:17: aber sie sprechen mich jetzt nicht offensiv auf irgendwas an.

00:18:20: Das machen Sie nicht.

00:18:21: Aber Saipan topt alles.

00:18:23: Sie

00:18:24: joggen gerne, sie haben es gerade schon gesagt Tischtennis spielen sie auch.

00:18:27: beim joggen hat man ja auch mal Zeit zum nachdenken.

00:18:29: ist ihnen dabei schonmal eine Entscheidung für die Stadt eingefallen oder laufen sie ganz bewusst ohne Politik im Kopf?

00:18:37: Im Gegenteil, es ist so dass ich ganz bewusst die Zeit auch nutze um klare Gedanken fassen zu können und da ist schon das ein oder andere war rausgekommen.

00:18:45: Es geht ja in dem Beruf vor allen Dingen darum, Wege zu Entscheidungen zu finden und das ist etwas was mir beim Joggen doch das eine oder andere Mal schon eingefallen ist.

00:18:55: Wenn Sie jetzt mal einen Tag lang nicht Bürgermeister wären sondern einfach nur Bürger von Jefa Was würden sie an diesem tag

00:19:04: machen?

00:19:04: Das ist wirklich eine schwere Frage.

00:19:07: Aber ich würde einfach das mal versuchen zu machen und zu genießen, was sich so ein Bürgermeisteralter gar nicht hinkriege sollte man nicht meinen.

00:19:17: aber zum Beispiel über den Wochenmarkt gehen der bei uns zweimal in der Woche Dienstag und Freitags stattfindet direkt vom Rathaus.

00:19:27: Keinen Moment Zeit, da mal in Ruhe rüber zu gehen und irgendwas einzukaufen.

00:19:31: Das muss ich immer jemand anders machen!

00:19:33: Ich hetze dann dadurch Schnacken mit dem ein oder anderen... Und das ist etwas was ich an dem Tag dann machen würde.

00:19:40: Einfach nochmal in der Pause über einen Wochenmarkt gehe, da die Besorgung mache und mich irgendwie in so einem Café von denen wir ja Gott sei Dank einige haben, dann hinsetze und die Sonne genieße und die Menschen beobachtet.

00:19:53: Und im Café lieber Tee oder Kaffee?

00:19:56: Das kommt so ein bisschen drauf an.

00:19:58: In dem Fall würde ich wahrscheinlich Tee trinken weil das noch mehr für mich etwas mit Genuss zu tun hat.

00:20:04: Das lieg natürlich an den Kindheitserinnerungen der Kultur hier bei uns.

00:20:10: aber Wir trinken viel zuviel auch am Rathaus, viel zu viel Kaffe.

00:20:14: ehrlich gesagt

00:20:15: Wenn Sie jetzt zehn oder zwanzig Jahre nach vorne schauen, was wünschen sie sich für Jefa?

00:20:20: Ich

00:20:21: würde mir wünscht oder ich wünsche mir ganz konkret das Jefa seinen Charakter behält.

00:20:26: Dass die Angebote, die wir hier haben, dass die eben weiter aufrecht erhalten werden können, dass wir vielleicht sogar weniger Leerstände in der Innenstadt haben als im Moment.

00:20:39: Dass wir ein bisschen gewachsen sind, was die Anzahl der Einwohner und Einwohner anbelangt, denn lebensnotwendig, damit man eben die Infrastruktur, die je für hat dann auch finanzieren kann.

00:20:52: Und ganz wichtig dafür sind eben auch zahlreiche Touristen und da wäre natürlich der Traum dass die noch mehr werden weil wir so gute Angebote geschaffen haben, so tolle Veranstaltungen organisiert haben sodass hier einfach Leben in der Stadt ist und das ist ja etwas was leider bei der demografischen Entwicklung und unserem veränderten Einkaufsverhalten durchaus nicht so selbstverständlich

00:21:15: ist.

00:21:16: Vielleicht war das sogar schon die Antwort auf die letzte Frage, vielleicht aber auch nicht.

00:21:20: Woran sollen die Menschen erkennen können?

00:21:23: Diese Stadt hat ihre Geschichte bewahrt und gestaltet gleichzeitig ihre Zukunft.

00:21:29: Sie haben recht ein Stück weit ist die Frage schon beantwortet, aber konkret sollen die Menschen erkennen, was aus der Geschichte erwachsen ist und was ein Fund für die Stadiefe ist.

00:21:40: Dass wir das nicht nur so erhalten haben sondern eben auch einen Beitrag dazu geleistet haben dass es schön wahrnehmbar ist und für die Menschen auch in der Zukunft ansprechend ist.

00:21:51: ich spreche da jetzt von den Wallanlagen Plätzen von der historischen Altstadt und natürlich dem Schloss.

00:21:59: Wenn man da immer wieder Hand anlegt und diese Einrichtungen oder diese Infrastruktur pflegt, dann haben wir glaube ich eine ganze Menge richtig gemacht.

00:22:08: im Moment arbeiten wir da im Rahmen des Sanierungsgebietes vier dran Und wenn das umgesetzt ist, das wäre sozusagen mein Wunsch Das erkennt man dass jefer seine Geschichte wirklich offensiv bewahren Er wollte und das dann auch hinbekommen hat.

00:22:24: Und daneben ist es ganz wichtig, dass wir zeitgemäß sind in Bereichen wie zum Beispiel Bildung und Betreuung.

00:22:32: Wir haben in jedem Angebot von der Krippe bis zum Abitur können Sie hier alles bekommen Und da wollen wir eben auch dranbleiben, den veränderten Bedarfen entsprechend das Ganze anpassen.

00:22:45: Das ist etwas, da sind wir im Moment auf dem Weg und das soll dann so weitergehen und dann kann man eben auch erkennen je vorher kann ich nur Geschichte, wir können noch

00:22:54: Zukunft.

00:22:55: Dafür wünsche ich auch weiterhin ganz viel Erfolg!

00:22:58: Aber was ganz lieben Dank für das persönliche und spannende Gespräch.

00:23:01: Danke schön!

00:23:02: Hat richtig Spaß gemacht, danke!

00:23:04: Das war Mensch Bürgermeister.

00:23:05: Ich bin Olaf Prinkmann und ich freue mich, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind!

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